Switzerland

Streit um Skisaison in Europa: Wie der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte einen Streit unter den Alpenländern auslöste

Italien will wegen der Pandemie verhindern, dass die Bevölkerung über Weihnachten Ski fahren geht. Rom möchte einen solchen Bann auch in den anderen Alpenländern. Dazu setzt Giuseppe Conte auf bilaterale Gespräche. Denn die EU kann keine Skilifte abstellen. Während Berlin und Paris Hand bieten wollen, widersetzen sich Wien und Bern vorerst.

Die diesjährige Skisaison soll nach Ansicht des italienischen Ministerpräsidenten Conte in ganz Europa ausfallen.

Die diesjährige Skisaison soll nach Ansicht des italienischen Ministerpräsidenten Conte in ganz Europa ausfallen.

Olivier Hoslet / Reuters

Üblicherweise zanken sich Österreich, Italien, Frankreich, Deutschland und die Schweiz darum, wer mit den Skis am schnellsten einen Berg runterfahren kann. Diesmal dreht sich die Auseinandersetzung aber darum, ob das für die Bevölkerung über die Feiertage überhaupt möglich sein soll.

«Die Schweiz fährt Ski» – alle anderen nicht?

Der Auslöser waren laut dem Medienportal «Politico» die Schweizer Skistationen. Diese laden zum Skifahren ein und haben dazu die Kampagne «Die Schweiz fährt Ski» lanciert. Damit sollen «deutliche Signale» an «Sportbegeisterte im In- und Ausland» gesendet werden, wie der Website zu entnehmen ist.

Nun, die Konkurrenz in Italien hat diese Botschaft offenbar auch erhalten und wollte ebenfalls ihre Lifte öffnen und Gäste empfangen. Man rief in Rom an, damit die entsprechenden Einschränkungen aufgehoben würden.

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte ist damit allerdings nicht einverstanden. Auf dem Sender La7 sagte er laut RAI, dass alle sozialen Treffen und Feiern, die normalerweise rund um Weihnachten und den Jahreswechsel üblich seien, diesmal nicht möglich wären. Und: «Wir können uns heuer keine Skiferien leisten.» Sicherheitsprotokolle seien das eine, aber das, was mit dem Winter- und Skitourismus einhergehe, sei nicht kontrollierbar, so Conte.

Nun könnten aber die skibegeisterten Italiener selbstverständlich einfach in die Schweiz oder nach Österreich ausweichen, so die Angst der Regierung. Man würde riskieren, dass die Skifreunde infiziert zurückkehrten und dann in Italien die Spitalbetten belegten.

Ein europäischer Bann fürs weihnächtliche Skifahren?

Deshalb setzte sich Conte alsbald mit Angela Merkel in Berlin, Emmanuel Macron in Paris und Sebastian Kurz in Wien in Verbindung. Das Ziel: ein europäischer Bann für den Wintersport mindestens bis zum 10. Januar.

Ob Conte auch in Bern angerufen hat, ist unklar.

Macron sagte dazu am Dienstag in einer TV-Ansprache, eine Öffnung der Skigebiete auf die Festtage hin erscheine ihm «unmöglich». Er würde eine Wiedereröffnung im Verlauf des Januars unter guten Bedingungen vorziehen.

Merkel wiederum erklärte daraufhin am Mittwochabend nach einem Treffen mit den Regierungschefs der Bundesländer, die Bundesregierung sei gebeten worden, sich mit den europäischen Nachbarn zu koordinieren, was Reisen ins europäische Ausland und zum Beispiel in Skigebiete anbelange. Im schriftlichen Beschluss ist die Sache deutlicher formuliert. Die Kanzlerin soll auf «europäischer Ebene» darauf hinwirken, dass «Skitourismus» bis zum 10. Januar nicht zugelassen wird. «Ich sage ganz offen: Das wird wahrscheinlich nicht einfach, aber wir werden es versuchen», sagte Merkel dazu.

Während nämlich Italien wohl auf eine Art EU-weiten Bann für Skiferien hofft, machte die EU-Kommission derartige Hoffnungen gleich wieder zunichte. Ein langjähriger Chefbeamter des vormaligen EU-Kommissions-Präsidenten, der nun als EU-Botschafter in Wien sitzt, gab die Parole noch am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter heraus. Entscheide über die Öffnung oder die Schliessung von Skigebieten würden in der Kompetenz der EU-Mitgliedstaaten liegen und nicht in Brüssel. Das bestätigte am Donnerstag ein Sprecher der EU-Kommission. Er wies auf allgemeine Empfehlungen hin, wonach eine überhastete Öffnung zu vermeiden sei. Diese berge die Gefahr einer neuerlichen, stärkeren Verbreitung des Virus.

Nichts wissen von den Plänen des italienischen Ministerpräsidenten will Österreich. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger sagte dazu gegenüber verschiedenen Medien, sie könne den Vorschlägen nichts abgewinnen. In Österreich seien sichere Ferien möglich, es werde kein zweites Ischgl geben.

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