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Strache versucht ein politisches Comeback – aber niemand hat auf ihn gewartet

Österreichs ehemaliger Vizekanzler will es doch nochmals wissen. Er tritt bei den Lokalwahlen in Wien an. Die Aussichten sind ungewiss.

Heinz-Christian Strache hat am Aschermittwoch seine Kandidatur bei den Lokalwahlen in Wien angekündigt.

Heinz-Christian Strache hat am Aschermittwoch seine Kandidatur bei den Lokalwahlen in Wien angekündigt.

Lisi Niesner / X02762

Noch vor einem Jahr hatte Heinz-Christian Strache den politischen Aschermittwoch im Kreis seiner Parteifreunde begangen, als Vizekanzler Österreichs und erfolgreicher Chef der Regierungspartei FPÖ. Dieses Jahr trat er bei einer neuen Splittergruppe namens Die Allianz für Österreich (DAÖ) auf. Nach der Ibiza-Affäre und einem Spesenskandal ist Strache tief gefallen: Er verlor sein Amt als Vizekanzler, die ÖVP-FPÖ-Regierung brach auseinander, und die Freiheitlichen schlossen ihn aus der Partei aus. Seinen ehemaligen Parteifreunden ist Strache mittlerweile in inniger Feindschaft verbunden. 

Aber Strache will es nochmals wissen, obwohl er noch im Herbst seinen völligen Rückzug aus der Politik angekündigt hatte. Bei seinem Auftritt am Aschermittwoch kündigte er an, was schon länger vermutet worden war: Er wird bei den Lokalwahlen in Wien in diesem Herbst antreten. Als Sprungbrett für sein politisches Comeback dient ihm DAÖ, die bis jetzt nicht mehr ist als eine Abspaltung von drei unbekannten Wiener FPÖ-Lokalpolitikern. Doch Strache hegt Ambitionen. Er will dem Wiener SPÖ-Bürgermeister, Michael Ludwig, Konkurrenz machen und die FPÖ in der Hauptstadt überholen. «Es wird einen Neustart mit mir geben, mit einer neuen freiheitlichen Bürgerbewegung», erklärte er.

Spesenskandal hängt nach

Für Strache spricht, dass er selbst Wiener ist und seine stärkste politische Basis stets in der Hauptstadt hatte. Auch fehlt der lokalen FPÖ nach den Turbulenzen der letzten Monate ein politisches Zugpferd. Dennoch überschätzt Strache wohl seine Möglichkeiten. Selbst bei vielen seiner Anhänger hat er sich diskreditiert. Dabei schadete ihm weniger das Ibiza-Video als ein Spesenskandal: Strache liess sich von der FPÖ ein grosszügig dotiertes Spesenkonto von 10 000 Euro pro Monat einrichten und erhielt zusätzlich einen Mietzuschuss von 2500 Euro. Aber mutmasslich reichte ihm selbst dies nicht: Die Justiz geht dem Verdacht nach, dass Strache und seine Frau Privatausgaben illegal als Spesen abrechneten. Für einen selbsterklärten Vertreter der «kleinen Leute» lebte Strache auf grossem Fuss.

Eine Rückkehr Straches auf die bundespolitische Bühne dürfte zudem ausgeschlossen sein. Dort hat sich das Blatt gegen die Rechtsnationalen gewendet. Sebastian Kurz von der ÖVP regiert jetzt mit den Grünen – und niemand scheint dem Bündnis mit der FPÖ nachzutrauern. Kurz deckt in der neuen Konstellation geschickt die «rechte Flanke» ab, indem er weiterhin Härte in Migrationsfragen markiert. Gleichzeitig besetzen die Grünen Zukunftsthemen wie die Klimapolitik.

Schwierige Zeiten für die Opposition

Den Österreichern muss es vorkommen wie eine modernisierte Neuauflage der grossen Koalition, die während Jahrzehnten die Geschicke des Landes bestimmte – nur, dass jetzt die Grünen statt der roten Sozialdemokraten in der Regierung sitzen. Zwar gibt es auch zwischen den linksstehenden Grünen und der bürgerlich-konservativen ÖVP grosse ideologische Differenzen, die jederzeit zu Konflikten führen können. Aber bis jetzt arbeiten die neuen Regierungspartner professionell zusammen. Für die Oppositionsparteien FPÖ und SPÖ, die in einer Selbstfindungsphase stecken, ist es kein Zuckerschlecken. Und auf einen Strache hat in der Bundespolitik niemand gewartet.

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