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Stil-Tipp: Die Sonnenbrillen des Sommers

Stil-TippDie Sonnenbrillen des Sommers

Es wird Sommer – doch die Sonnenbrillen-Mode ist so undurchsichtig wie noch nie. Hier ein paar Beispiele für Modelle, mit denen man gut fährt. Für sie und ihn.

Trendy: Sonnenbrillen im 70er-Stil. Doch es geht auch origineller – siehe unten.

Trendy: Sonnenbrillen im 70er-Stil. Doch es geht auch origineller – siehe unten.

Bild: PD

Für sie: Modell Fliege Puck

«Adrenaline»: Die Brille des jungen Londoner Labels KNWLS setzt auf Breite Scheuklappen.

«Adrenaline»: Die Brille des jungen Londoner Labels KNWLS setzt auf Breite Scheuklappen.

Bild: PD

Schon klar, im Moment scheint vielen alles sinnlos, und es wirkt geradezu vulgär, sich über kleine Stildetails Gedanken zu machen. Aber die Sonne ist bekanntlich erbarmungslos, irgendwann scheint sie wieder, und es ist ihr egal, worauf. Wer also gerade eine neue Brille braucht, muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn er sich jetzt fragt: Welche denn? Nie war die Cash Cow Sonnenbrillenmarkt fetter, man kann heutzutage alles sein, von der 70er-Jahre-Jetset-Alkoholikerin (Chloé) bis zum Y2K-Mausi mit randloser, schmaler Brille (Balenciaga).

Die normale Frau ist von diesem Angebot einigermassen überfordert, sodass sie am Ende zum guten alten Jackie-O-Modell greift, weil: Ist ja auch wurscht. Aber eigentlich ist es das nicht, denn nichts zaubert einfacher ein bisschen Extravaganz ins graue Leben als das Ding auf der Nase. Hier ist eine Handlungsanweisung, um den Auswahlprozess einfacher zu machen. Erstens: Hände weg von grossen Logos auf den Bügeln. Zweitens: Hände weg überhaupt von grossen Labels, also überteuerter Massenware. Und dann bleibt auch nicht mehr viel, nur noch echte Brillen-Marken wie die feine österreichische Manufaktur Andy Wolf, die zusammen mit dem jungen Londoner Label KNWLS dieses futuristische Fliege-Puck-Modell lanciert hat. Es heisst Adrenaline, kostet 400 Euro und ist jeden Cent wert, weil breite Scheuklappen ja nie mehr von Vorteil waren. Man darf nur nicht vergessen, sie ab und zu abzunehmen. Das wäre dann wirklich geschmacklos, in Zeiten wie diesen.

Für ihn: Modell 3-D-Retro

«Polite Worldwide»: Wirkt so, als würde er durch die Gläser in eine Zukunft schauen, in der Autos fliegen können und die Menschen sich von Plastilin-Essen aus dem Drucker ernähren.

«Polite Worldwide»: Wirkt so, als würde er durch die Gläser in eine Zukunft schauen, in der Autos fliegen können und die Menschen sich von Plastilin-Essen aus dem Drucker ernähren.

Bild: PD

Bei Sonnenbrillen treffen, ähnlich wie bei Schuhen, die Themen Mode und Funktion auf recht engem Raum aufeinander, und vielen Modellen sieht man deutlich an, welche Seite jeweils überwogen hat. Anders als bei Schuhen begnügen sich Männer gefühlt allerdings oft jahrelang mit einer oder zwei Sonnenbrillen, die also möglichst universal und trendübergreifend sein müssen. Das ist aber, ähnlich wie bei dem einen Parfüm, dem Männer von der Pubertät bis zur Bahre monogam zugetan sind, eigentlich am falschen Ende verknappt. Denn Sonnenbrillen ganz nach Laune und Outfit durchwechseln zu können, ergibt mit wenig Aufwand eine beachtliche Typveränderung und ist ein guter Stimmungsbooster für zwischendurch. Es ist jedenfalls ein Vergnügen, zum Fahrrad- und Autofahren, zum Sport, Flanieren und Verreisen eigene Sonnenbrillen zu haben.

Was nun die Flanierbrillen angeht, so erlebt der kommende Sommer unter anderem ein Comeback von Gestellen, die an die Hochphase des Space Age erinnern oder auch, wie dieses Modell Polite Worldwide von Terra Sunglasses, an die frühen 3-D-Brillen im Popcornkino. Mit ihrem soliden Kastenrahmen aus Bio-Acetat distanziert diese Sonnenbrille ihren Träger von der Umgebung. Es wirkt so, als würde er durch die Gläser in eine Zukunft schauen, in der Autos fliegen können und die Menschen sich von Plastilin-Essen aus dem Drucker ernähren. Das ist also schon retro, aber sozusagen zeitloses Retro. Und so auszusehen, als käme man von einem anderen Planeten oder würde demnächst dorthin aufbrechen, das ist beim derzeitigen Zustand der Welt eigentlich die beste Attitüde.

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