Switzerland
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Star-Regisseur tritt vor die Kamera

Der Zürcher Paradeplatz ist definitiv nicht der Lieblingsort von Regisseur Michael Steiner, 52. «Ich hätte als Thema des Fotoduells die Langstrasse gewählt», sagt er und lacht. Doch für einmal hat der Zürcher Regisseur, der mit «Wolkenbruch», «Mein Name ist Eugen» und «Grounding» drei der erfolgreichsten Schweizer Filme der letzten 25 Jahre gedreht hat, nicht das Sagen.

Michel Pernet, künstlerischer Leiter der grössten Schweizer Fotowerkschau Photo 22 und Jugendfreund von Steiner, gab den Bankenplatz vor. «Wenn Kultur auf Kapital trifft», so die Idee. Für die Photo Schweiz hat Steiner zugesagt, sich am Paradeplatz von zwei Kunststudierenden ablichten zu lassen. «Die Bilder sind toll geworden – vor allem völlig unterschiedlich», so Steiner.

Michael Steiner , Regisseur, am Paradeplatz mit 2 FotografiestudentInnen, Sara Fernanadez und Jeffrey Spörri

Sie haben am Zürcher Paradeplatz den Fokus auf Michael Steiner (r.) gerichtet: Sara Fernandez und Jeffrey Spörri.

Nik Hunger

Obwohl «Michi», wie er sich vorstellt, ein Millionenpublikum erreicht, war er weder Jeffrey Spörri, 32, noch Sara Fernandez, 23, ein Begriff. «In der Westschweiz kennt man ihn weniger», sagt die Genferin Fernandez, die an der Zürcher Hochschule der Künste den Bachelor of Arts absolviert.

Während sie Steiner in der Galerie Gmurzynska inszenierte, hat ihn Spörri, der an der Schule für Kunst und Design (F+F) studiert, vor die Credit Suisse gestellt. Zur Vorbereitung auf das Shooting las er Interviews. «Ich wusste, dass Michi ein cooler Typ ist – aber seine Energie haute mich um.» Die Werke der beiden Talente sind an der Ausstellung in Zürich zu sehen. «Es ist toll, einen Promi im Portfolio zu haben», so Jeffrey.

Michael Steiner fotografiert fürs PhotoDuell der PHOTO22.

Sara Fernandez stellte Steiner in die Galerie Gmurzynska.

Sara Fernandez

Fotografie war Michael Steiners erste Liebe. «Von 16 bis 20 machte ich für eine Beilage der ‹Linth-Zeitung› Bilder von Rockbands.» Mit den Negativen reiste der gebürtige Rapperswiler nach Paris und vertickte sie am berühmten «Marché aux puces». Mit dem Geld für die Abzüge von Bryan Adams und Co. bezahlte er seine Ferien. Nach dem Gymi bewarb sich Steiner bei der Kunstschule in Zürich – und wurde abgelehnt. «Die sind selber schuld», sagt er mit einem Augenzwinkern. Er sei als Autodidakt zum Glück ziemlich schnell erfolgreich als Regisseur gewesen – darum hatte er sein Studium der Ethnologie, Kunstgeschichte und Filmwissenschaft an der Uni Zürich nach zwei Jahren abgebrochen.

An der Photo 22 wird Steiner nicht nur auf den Bildern von Sara und Jeffrey zu sehen sein, er macht auch selbst eine Installation: «Ich markiere die Ausstellungsfläche mit weissem Klebeband. Und lade ein zu einer Kopfkino-Bilderschau.» Nicht fürs Kino, sondern fürs SRF ist er gerade am Schnitt von «Die Beschatter». Die Krimiserie spielt in Basel und kommt im Herbst ins TV. Sie sei witzig wie «Tschugger», «aber mit Steiner-Humor!».

Von Jessica Pfister vor 21 Minuten