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Stan Wawrinka spricht über die Tennis-Zukunft: «Vielleicht spielen wir dieses Jahr überhaupt nicht mehr»

Stan Wawrinka ist wie alle Sportler wegen Corona zum Warten verdammt. Zum Daheimbleiben. Zum Nachdenken. Doch Rumsitzen gibts für ihn nicht. Er ist aktiv und unterhält seine Fans mit witzigen Beiträgen auf seinen Social-Medien-Kanälen. Wie es ihm geht und was ihn bedrückt, spricht er jetzt in einem grossen Interview mit der französischen Sportbibel L'Equipe aus. Und das ist tiefgreifend.

Gedanken macht sich der Romand vorallem über den Zeitpunkt, wann wieder Tennis auf der Tour gespielt werden kann. «Es ist alles möglich. Auch, dass wir dieses Jahr überhaupt nicht mehr spielen», meint er. Tennis komme als letztes dran. Weil die Tour mit Reisen verbunden seien. Das bedinge eine Öffnung der Grenzen. Und auch Turnieren ohne Zuschauern sieht er skeptisch entgegen. Er nimmt das Beispiel Roland Garros, das auf den 27. September verschoben wurde und ohne Zuschauer gespielt werden könnte: «Ein solches Turnier wird ja nicht nur von 50 Personen organisiert. Selbst wenn wir ohne Publikum spielen würden, wären sehr viele Menschen da.»

Beendet Corona seine Karriere?

Überhaupt findet er es nicht gut, dass das French Open statt einer Absage selbstherrlich eine Verschiebung durchgeboxt hat. Das sei auch unfair gegenüber anderen Turnieren, die alle dieselben Probleme hätten: «Wir müssen alle an einen Tisch sitzen und eine die Lage zusammen diskutieren.» Ausgerechnet Paris, das Turnier, an das Stan so gute Erinnerungen hat, das er als Junior 2003 gewann, das er als Profi 2015 gewann: «Ich war super nervös vor dem Final gegen Novak, aber ich war in Topform», das Turnier, bei dem er 2017 erst im Final von Nadal gestoppt wurde. Die French Open, das ist sein Turnier und er traut sich zu, es noch ein weiteres Mal zu gewinnen.

Doch die Zeit droht ihm davonzurennen. Inzwischen ist Wawrinka bereits 35 und Corona bedroht seine Karriere. Angst? «Nein, ich bin ziemlich entspannt, mache mir keinen Stress. Und geniesse die Zeit mit meiner Tochter. Mein Ziel war es stets, nichts zu bereuen, wenn ich aufhöre.» Und zu bereuen gäbe es nichts. Er habe viel mehr erreicht, als er sich je vorgestellt oder erhofft hätte.

Und nach der Karriere, könnte er sich vorstellen dem Tennis als Trainer oder Manager weiter erhalten zu bleiben? Bei dieser Frage muss Wawrinka schmunzeln und wird geheimnisvoll. «Ich denke eher nicht. Ich habe andere Dinge, die mich interessieren, andere Bereiche. Aber es ist zu früh, um darüber zu sprechen.»

«Ich bin nicht fett»

Schauspieler? Sänger? Wir können uns den talentierten Mister Wawrinka in vielen Rollen vorstellen. Doch so lange er fit ist, am liebsten als ambitionierten Tennisspieler. Und das sieht Stan selber wohl auch so: «Ich werde mich sehr gut auf darauf vorbereiten, wieder in Bestform zu kommen, wenn wir weitere Neuigkeiten haben.» Körperlich sei er parat, habe in dieser Zeit der Pause nur wenig zugenommen. «Ich konnte mich immer auf meinen Körper verlassen. Ich bin nicht fett, ich hätte diese Karriere sonst nicht gemacht, aber ich bin auch nicht dünn. Ich habe mehr oder weniger immer das richtige Gleichgewicht zwischen Schwere und Muskeln gefunden, so wie es am Besten für mein Tennis ist.»

Er fühle sich noch immer in der Lage als Tennisspieler ganz Grosses zu erreichen. Doch das Wichtigste sei jetzt die Gesundheit der Menschen. Und würde es eine zweite Corona-Welle geben, müsste man sowieso wieder ganz anders denken und alles neu beurteilen. (pam)

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