Switzerland

SRF-Gehrer kommentiert YB-Spiel ohne Sicht: «So was Surreales hab ich noch nie erlebt»

Mario Gehrer, muss man Mitleid mit Ihnen haben?
Mario Gehrer:
Nein, warum auch?

Weil Sie 90 Minuten eine Nebelsuppe gesehen haben und doch ein Spiel kommentieren mussten. Kann es schlimmere Situationen für einen Kommentator geben?
Wahrscheinlich nicht. Aber diese Frage habe ich mir nicht gestellt. Ich habe die Situation als Herausforderung verstanden und wollte mich dieser stellen. Aber so etwas habe ich wirklich noch nie erlebt, und dass es dankbarere Aufgaben gibt, ist auch klar. Ich gebe zu, dass ich mich in der ersten Halbzeit mehr als einmal fragte: «Was mache ich, wenn die Sicht noch schlechter wird?»

Sie wurde schlechter. Haben Sie in der Pause so viele Informationen wie möglich gegoogelt, damit Sie was zu erzählen haben?
Nein. Ich habe kurz nachgesehen, wann zuletzt ein Spiel wegen Nebels abgebrochen worden ist. Sonst nichts. Es ist für mich und meine Arbeit wichtiger, zu hören, was Moderator Paddy Kälin und Experte Andy Egli im Studio so reden.

Haben Sie viele SMS und WhatsApp-Nachrichten erhalten. So von wegen «du blindes Huhn» oder «Blindgänger» oder so?
Ich habe jetzt nicht Unmengen von Nachrichten gekriegt. Aber klar gab es schon einige Frotzeleien von Kumpels. Aber es gab auch solche, die ihr Mitleid ausdrückten.

Nach der Pause hatte man das Gefühl, Sie würden es mit einer grossen Prise Humor nehmen. Haben Sie überlegt, ob Sie den Zuschauern zu Unterhaltung Ihren Lieblingswitz erzählen sollen?
Nein (lacht). Das wäre unangebracht gewesen. Es war ja immerhin noch ein wichtiges Fussballspiel unter der Nebeldecke. Aber Sie haben recht: Ich habe mir in der Pause bewusst vorgenommen, die Zuschauer an meinem Schicksal teilnehmen zu lassen. Die Situation war ja derart surreal, da konnte ich nicht einfach kommentieren, als wäre alles wie immer.

Toll war Ihr Spruch bei der Auswechslung von Meschack Elia. Sie meinten: «Ich sag jetzt nicht, der wurde während der Partie nicht gesehen …» War der vorbereitet?
Nein, der war spontan. Aber klar kreisen bei einem Spiel, bei welchem man nichts sieht, die Gedanken ums Auge und das Sehen.

Sie kommentieren coronabedingt aus einer Off-Kabine im Leutschenbach. Das macht die Aufgabe noch um einiges schwieriger.
Sicher ist es für einen Kommentatoren viel einfacher, wenn er vor Ort ist. Und ich freue mich auch wieder darauf, wenn es soweit sein wird. Aber ich verstehe den Entscheid des SRF, dass wir zurzeit nicht ins Ausland reisen.

Wann sind Sie das nächste Mal wieder als Live-Kommentator im Einsatz?
In einer Woche bei Rom gegen YB.

Dann wünschen wir Ihnen gute Sicht.
(Lacht) Danke.

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