Switzerland

Spital-CEO ist zuversichtlich: "Wir sind bereit für die zweite Welle"

In den vergangenen Tagen ist die Zahl der Covid-Patienten enorm in die Höhe geschnellt. Der Kanton lud deshalb zur Medienkonferenz und informierte über die Lage. Dabei kam auch Daniel Strub, CEO des Spitals Muri, zu Wort. Er konnte von einem ruhigen Sommer berichten. Seit Ende des Lockdowns habe man in Muri lediglich drei Patienten mit Corona stationär behandelt.

Aus der ersten Welle gelernt und die Prozesse angepasst

Die Situation habe sich über das vergangene Wochenende aber deutlich verändert, so Strub. «Sechs Covid-Patienten sind eingetreten und davon muss ein Patient auf der Intensivstation beatmet werden.»
Es sei absehbar, dass mit den steigenden Zahlen auch die Hospitalisationen zunehmen. In der Regel würden sieben bis zehn Tage vergehen, bis die Krankheit ausbricht und die Patienten einen Arzt konsultieren oder ins Spital eintreten. Rund 15 Prozent aller Erkrankten müssen zur Behandlung ins Spital, rund fünf Prozent weisen einen schweren Verlauf auf.

«Das Spital Muri ist bereit. Die Bezeichnung Regionalspital macht keine Aussage zur Leistungsfähigkeit oder zur Qualität», betonte er. Das Spital Muri verfüge über eine leistungsfähige Covid-Abklärungsstation. Zudem habe man eine moderne Intensivstation, in der, wie in allen anderen modernen Spitälern auch, mehrere Patienten beatmet werden können. Er wies zudem darauf hin, dass sich die Freiämter Fachexperten regelmässig mit ihren Berufskollegen im Kanton austauschen. Dazu gehöre auch, dass man die Patienten optimal verteile.


Am Regionalspital habe man aus der ersten Welle im Frühling gelernt und die Prozesse entsprechend angepasst. Die Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärzten sowie der Logistik funktioniere reibungslos. «Das grösste Risiko ist nicht die Ansteckung unserer Mitarbeiter, sondern die Quarantäne. Wie halte ich so den Betrieb aufrecht?», verdeutlichte Strub seine Sorgen.

Das Spital ist für die zweite Welle bereit

Er warnte denn auch davor, den Betrieb nochmals einzustellen und sich auf die Behandlung von Covid-Patienten zu beschränken. Man verfüge über das entsprechende Know-How. Weitaus schwieriger sei die Gleichzeitigkeit. Etwa dann, wenn viele schwerkranke Patienten ins Spital eingeliefert würden, dann stosse man an Grenzen und das betreffe nicht nur Betten, Personal und Beatmungsplätze, sondern auch Schutzmaterial und Medikamente. Dann werde es für den Patienten gefährlich und für die Ärzte und Pflegenden belastend. Doch er konnte beruhigen: «Das Spital Muri ist für die zweite Welle bereit.» (nw)

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