Switzerland

Spielt er, festen die Espen: Die unheimliche Serie von Betim Fazliji

Es gibt in der Schweiz ­keinen erfolgreicheren Fussball-Profi als Betim Fazliji aus Rebstein im St. Galler Rheintal. Der 20-jährige Ergänzungsspieler des FC St. Gallen ist der ultimative Glücksbringer der Espen! Spielt Fazliji, gewinnt die St. Galler Rasselbande. 13 Spiele mit Fazliji, 13 Siege!

Und wenn der Glücksbringer nicht auf dem Rasen steht? Dann siehts zappenduster aus: 8 Spiele, nur 5 Punkte. Anders gesagt: Mit dem Punkteschnitt aus den Partien ohne Fazliji wäre der Tabellen-Erste Letzter. Mit 13 Punkten, noch schlechter als Thun (15). «13 Spiele, 13 Siege. Ja, es ist wirklich unglaublich», sagt Fazliji letzten Sonntag nach dem 1:0-Sieg gegen Servette.

Volles Risiko mit Fazliji als Aussenverteidiger

Verrückt: Trainer Peter Zeidler, der Fazliji bisher bei Ver­letzungen oder Sperren von Stammspielern als defensiven Mittelfeldspieler oder in der ­Innenverteidigung aufstellte, bringt den Aufbauer am letzten Sonntag als linken Aussenverteidiger. All in! Volles Risiko! Zeidler strapaziert sein Glück. Fazliji gibt danach zu: «Am Anfang hatte ich ein bisschen Mühe als Aussenverteidiger, stand bei einem Konter der Genfer zu weit aussen.»

Zeidler: «Betim, der noch nie Aussenverteidiger spielte, hat in zwei, drei Szenen nicht gut ausgesehen. Aber insgesamt hat er das sehr gut gemacht.» Übrigens: Auf der Position des Aussenverteidigers ist Fazliji kein Greenhorn. In der U21 spielte er unter Zeidlers Assistent Boro Kuzmanovic auch schon auf dieser Position.

Seine Karriere hing einst an dünnem Faden

Beim Spiel in Luzern ist der gesperrte Linksverteidiger Miro Muheim wieder zurück. Doch nun fehlt Victor Ruiz nach seiner Roten Karte für die drei nächsten Spiele. Gut möglich, dass Zeidler seinen Glücksbringer dann als Nummer 6 bringt, Jordi Quintilla auf die Ruiz-Position ins linke Mittelfeld stellt.

Übrigens: Die Karriere des Espen-Maskottchens hing einst an einem dünnen Faden. Mit 19 litt Fazliji an einer hartnäckigen Schambeinentzündung. Ohne Rücksprache mit den Ärzten schluckte Fazliji zu viele Schmerzmittel. Eigenblut-Spritzen und Cortison halfen schliesslich. Im letzten Sommer erhielt Fazliji von Sportchef Alain Sutter den ersten Profi-Vertrag. Ein Glücksfall, für ihn und den ganzen Klub.