Switzerland

Spekulationen in den Tessiner Medien nach der Terrorattacke

Nach der Messerattacke von Lugano machen Spekulationen die Runde. So fragt man sich, ob die junge Täterin Verbindungen zu einem Tessiner IS-Rekrutierer und einem radikalislamistischen Netzwerk hatte, das im italienisch-schweizerischen Grenzgebiet angesiedelt war.

In Lugano wurden am Dienstag Menschen mit einem Messer angegriffen.

In Lugano wurden am Dienstag Menschen mit einem Messer angegriffen.

Davide Agosta / EPA

Der Dienstag begann in Lugano mit einem herzerwärmenden Akt: Der traditionelle Weihnachtsbaum der Stadt wurde am Vormittag vom Helikopter eingeflogen und auf der Piazza di Riforma platziert. Doch bereits am frühen Nachmittag kippte die schöne Stimmung ins Gegenteil, als eine junge Frau in einem Kaufhaus auf zwei Kundinnen einzustechen begann.

Laut Augenzeugen soll die Täterin gerufen haben, sie sei eine Anhängerin des IS, des Islamischen Staates. Das öffnete entsprechenden Spekulationen Tür und Tor – zumal die Bundespolizei später auf Twitter schrieb, die Frau sei im Jahr 2017 bei Ermittlungen zu jihadistischem Terrorismus aufgefallen.

Angesichts des erwähnten Zeitraums stellt die Zeitung «Il Corriere del Ticino» folgende Vermutung an: Es sei unklar, ob die Frau Kontakte zu einer bestimmten radikalislamischen Zelle in Norditalien gehabt habe, die vor einigen Jahren von sich reden gemacht habe, aber dem werde man nun sicher nachgehen. Es handelt sich um eine Gruppierung, deren Mitglieder in den grenznahen Regionen Varese, Como und Lecco lebten. Und just in den Jahren 2016–2017 wurde diese Zelle von den italienischen Behörden enttarnt und aufgelöst.

Tessiner Razzien im Jahr 2017

Für Schlagzeilen sorgte dies auch in der Schweiz. Die sogenannte «insubrische Zelle» wies gemäss italienischen Stellen Verbindungen ins Tessin auf, so dass die Bundespolizei dort im Februar 2017 eine Reihe von Razzien durchführte. Einer der Kontakte der islamistischen Zelle soll ein privater Tessiner Sicherheitsmann mit türkischen Wurzeln gewesen sein, der in einer Migrantenunterkunft im Sopraceneri arbeitete und von der Bundespolizei verhaftet wurde.

Der Sicherheitsmann entpuppte sich als eine Art Rekrutierer für den Islamischen Staat. Auf Facebook sprach er von der Absicht, als Kämpfer in den Jihad zu ziehen. Konkret soll er versucht haben, einige seiner Berufskollegen zu radikalisieren, und dies teilweise mit Erfolg. Ausserdem wollte er Personen, die dem jihadistischen Dunstkreis angehörten, offenbar einen Platz in besagter Asylunterkunft verschaffen. Darunter soll auch eine junge, von Como her kommende Frau gewesen sein, die Jihad-Kämpferin werden wollte. Gerade deswegen stellt sich die Frage, ob die ebenfalls junge Luganer Messerstecherin mit dem Sicherheitsmann bekannt war.

«Foreign Fighters» geholfen

Wie schon erwähnt, soll der Sicherheitsmann in Verbindung mit Personen der insubrischen Zelle gestanden haben. Eine von ihnen war ein nicht unbekannter marokkanischer Kickboxer aus Lecco, der in Lugano trainierte. Er wurde wegen radikalislamistischer Gesinnung mit Terrorverdacht von den italienischen Behörden verhaftet. Einen anderen Mann mit marokkanischer Herkunft und italienischem Pass setzte die Polizei 2018 in Turin fest, als er sich Informationen über das mögliche Vorgehen bei Messer- und Lastwagen-Attentaten beschaffen wollte. Auch hier liesse sich darüber spekulieren, ob die Täterin von Lugano über den Sicherheitsmann mit Mitgliedern der insubrischen Zelle bekannt gemacht wurde.

Schliesslich befand man den Sicherheitsmann für schuldig, zwei jungen, im Tessin ansässigen Muslimen geholfen zu haben, als «Foreign Fighters» für den IS in den Nahen Osten zu reisen. Beide starben bei Kämpfen in Syrien und im Irak.

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