Switzerland

Sonntagspresse: BAG selbst schuld an der Test-Misere ++ Altersheime setzen an Covid-19 erkranktes Personal ein ++ Die meisten Skilager sind abgesagt

Das BAG ist selbst schuld an der Test-Misere

In der Schweiz werden zu wenig Corona-Tests gemacht. Nun zeigt sich, dass das Bundesamt für Gesundheit (BAG) selbst schuld daran ist. Es hat zwar letzte Woche eine neue Strategie lanciert, damit sich die Leute auch bei unspezifischen Symptomen sofort testen lassen. Die eigenen Corona-Checks im Internet hat das Amt jedoch nicht angepasst. Ein BAG-Sprecher bestätigt dies gegenüber der SonntagsZeitung: «Die Änderung der Algorithmen hinter den Checks dauert eine gewisse Zeit, diese Arbeiten laufen.» So kann es nach wie vor vorkommen, dass vielen Leuten nach dem Ausfüllen des Online-Fragebogens immer noch kein Test empfohlen wird - obwohl sie gemäss der neuen BAG-Vorgabe einen machen müssten.

Hausangestellte in der Schweiz geraten in Nöte

Die Zahl der illegalen Anstellungen von Hausangestellten in der Schweiz hat trotz entsprechender Melde- und Versicherungspflicht nicht abgenommen. Allein im Kanton Zürich gab es im letzten Jahr 96 Fälle von illegal angestellten Nannys oder Putzhilfen. 2018 waren im Sektor Hausarbeit 64 Verstösse festgestellt worden. «Es liegt in der Natur der Sache, dass die festangestellten Fälle von Schwarzarbeit nur einen Teil des effektiven Problems abbilden», sagt Lucie Hribal vom Amt für Wirtschaft und Arbeit gegenüber der NZZ am Sonntag. Obwohl Kontrollen in Haushalten schwierig zu praktizieren und Verstösse fast nicht nachzuweisen sind, werden jedes Jahr Dutzende illegaler Anstellungen aufgedeckt. Die Pandemie verschärft ausserdem die Situation der Hausangestellten. Seit mehr Berufstätige zu Hause arbeiten und ihre Kontakte zu anderen Personen einschränken, reinigen viele ihren Haushalt selber. Das führt dazu, dass viele Putzhilfen einen Teil ihrer Arbeit verloren haben.

Drohung und Erpressung: Jeder dritte Parlamentarier schaltete Polizei ein

Bundesrat Alain Berset und der Berner Regierungsrat Pierre Alain Schnegg wurden seit Ausbruch der Pandemie bedroht. Doch auch Bundesparlamentarier sind betroffen. Der SonntagsBlick fragte bei den 246 National- und Ständeräten nach, ob sie in ihrer politischen Rolle schon einmal die Erfahrung mit Drohungen oder Erpressungsversuchen gemacht haben. 102 Parlamentsmitglieder gaben Auskunft, was rund 40 Prozent der Bundesversammlung entspricht. Gemäss deren Angaben wurde mehr als die Hälfte schon einmal bedroht, mit Erpressungsversuchen konfrontiert oder erpresst – aus dem einzigen Grund, weil sie in Bern politisieren. Noch überraschender ist der Befund der zweiten Frage: 31 Prozent, also fast jeder dritte National- oder Ständerat, schaltete daraufhin die Polizei oder die Justiz ein.

Die Umfrage von SonntagsBlick zeigt aber auch einen Unterschied bei den Geschlechtern: Politikerinnen sind deutlich häufiger mit Drohungen konfrontiert als ihre männlichen Kollegen in Bern. 66 Prozent der Teilnehmerinnen gaben an, mindestens einmal bedroht oder gar erpresst worden zu sein. Bei den Männern liegt der Prozentsatz 20 Punkte tiefer. Auch die Waadtländer FDP-Nationalrätin Jacqueline de Quattro (60) musste solche Erfahrungen machen. «Schon in meiner Zeit als Waadtländer Staatsrätin wurde ich regelmässig mit Todesdrohungen und versuchter Nötigung konfrontiert», sagt sie zu SonntagsBlick. Die Freisinnige will nun handeln, der Schutz von exponierten Personen soll verbessert werden. Im Parlament wird sie am Montag eine Motion einreichen, die Drohungen und Gewalt gegen Parlamentsmitglieder, Bundesräte, Bundesrichter und Staatsanwälte zum Offizialdelikt erklärt.

Altersheime setzen an Covid-19 erkranktes Personal ein

Pflegeeinrichtungen in der Schweiz stossen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Um ihren Betrieb aufrechterhalten zu können, setzen sie erkranktes Personal ein, wie Recherchen der SonntagsZeitung zeigen. So wurden mehrere Pflegerinnen eines Altersheims im Kanton Bern krank und zeigten Corona-typische Symptome. Der Test war positiv. Doch statt sich zu Hause zu isolieren, wurden sie von ihren Vorgesetzten zur Arbeit im Heim aufgeboten. Das ist kein Einzelfall. Yvonne Ribi vom Schweizer Berufsverband des Pflegefachpersonals weiss von Institutionen in mehreren Kantonen, wo Pflegende trotz positivem Testresultat und deutlichen Symptomen angehalten wurden, trotzdem im Altersheim zu arbeiten. «Wir haben entsprechende Meldungen aus verschiedenen Kantonen», sagt Ribi, die diese Praxis verurteilt. Die ausserordentliche Massnahme wurde von der Berner Gesundheitsdirektion bewilligt, wie diese gegenüber der SonntagsZeitung bestätigt.

Auch der Kanton Freiburg hat den Einsatz von erkranktem Personal bewilligt. Die Behörden berufen sich bei ihrem Vorgehen auf Richtlinien des nationalen Zentrums für Infektionsprävention, Swissnoso. Dieses sieht bei relevantem Mangel von Gesundheitspersonal Ausnahmen bei der Isolation vor. Doch das gilt ausdrücklich nur für Akutspitäler. «Andere nicht-akutmedizinische Einrichtungen wie etwa Altersheime sollten weiterhin den vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) ausgesprochenen Empfehlungen folgen», heisst es in den Richtlinien von Swissnoso. Das BAG sieht für erkrankte Personen eine strikte Isolation vor.

Trotz Druck aus dem Ausland: Wintersaison ist gut gestartet

Trotz allgemeiner Verunsicherung laufen vor allem Buchungen mit Wohnungen in Schweizer Skigebieten sehr gut. So wurden über die Schweizer Plattform E-Domizil gegenüber 2019 für diesen Dezember 43% mehr Wohnungen vermietet. Das berichtet die NZZ am Sonntag. «Wenn wir den ganzen Winter mit dem Vorjahr vergleichen, kommen wir für den Reiseumsatz derzeit auf ein Plus von 28%», sagt Myriam Schweizer von E-Domizil, das in der Schweiz über ein Portfolio von 14'000 Objekten verfügt. «Unsere Gäste brauchen im Moment vor allem Vertrauen: Vertrauen, dass sie auch wirklich reisen können. Vertrauen, dass Buchungen und Reservationen unkompliziert geändert werden können», sagt Markus Berger von Schweizer Tourismus.

Jahrelanger Schutz vor Covid-19?

Gute Neuigkeiten für Covid-19-Genesene: Sie sind möglicherweise jahrelang vor einer erneuten Erkrankung geschützt. Darauf deuten zwei neue grosse Studien aus den USA hin, die Zellen des Immunsystems gefunden haben, die sich auch nach sechs Monaten oder mehr noch an das Sars-CoV-2-Virus «erinnern» und die sehr schnell eine Immunantwort auslösen können, wenn sie das Virus wieder entdecken. Von anderen Infektionen weiss man, dass diese sogenannten Gedächtnis-B-Zellen bis zu zehn Jahre oder noch länger im Körper patrouillieren.

Die Entdeckung hat laut SonntagsZeitung aber einen kleinen Haken: Die Gedächtnis-B-Zellen können zwar vor einer erneuten Erkrankung schützen, nicht aber vor einer Re-Infektion mit dem Virus. Einen solchen hundertprozentigen Schutz könnten nur spezifische Antikörper leisten. Doch deren Menge, das zeigten diverse Studien, nimmt nach ein paar Monaten deutlich ab. «Die Wahrscheinlichkeit, dass die Antikörpermenge länger als ein Jahr hoch genug ist, um eine Re-Infektion zu verunmöglichen, ist sehr gering», sagt der Immunologe Christian Münz von der Universität Zürich. «Das wahrscheinlichste Outcome wird sein, dass Re-Infektionen zwar häufig vorkommen werden, dass die Betroffenen aber nicht erkranken oder nur einen milden Verlauf haben.»

Auf vielen Baustellen werden die Corona-Schutzmassnahmen ignoriert – die Arbeiter haben Angst

In der Pandemie prallen zwei Faktoren aufeinander, die schwer zu vereinbaren sind – die Ansprüche der Bauherren und die Gesundheit der Arbeiter. Die Bauherren fordern die Einhaltung der Termine, die vor Corona abgemacht wurden. Die Baufirmen geben den Druck an die Arbeiter weiter. Mit der Folge, dass die Schutzmassnahmen auf vielen Baustellen nicht mehr eingehalten werden. Gegenüber dem SonntagsBlick packen vier Büezer aus. Sie sagen: «Wir haben Angst. Wer sich wegen der Nichteinhaltung der Schutzmassnahmen beschwert, wird entlassen.» Und: «Wir haben viele Leute auf der Baustelle, die krank sind. Niemand weiss, ob sie Grippe haben oder Corona. Denn niemand wird getestet.»

Das seien keine Einzelfälle, sagt Nico Lutz (50), Leiter Sektion Bau bei der Gewerkschaft Unia. «Auf vielen Baustellen wird wieder gearbeitet wie in der Zeit vor Corona.» Deshalb fordert die Unia jetzt die konsequente Einhaltung der Schutzmassnahmen, regelmässige Tests und wirksame Kontrollen. Deren Durchführung liegt zurzeit beim Unfallversicherer Suva. Doch die Ressourcen des Unfallversicherers sind beschränkt: 45 Kontrolleure sind zuständig für 350'000 Arbeiter auf 30'000 Bauplätzen. Mehr als 600 Stichproben im Monat liegen nicht drin.

Die meisten Skilager sind abgesagt

In diesem Winter werden die wenigsten Kinder in ein Schneesportlager fahren können. Normalerweise nehmen über 100’000 Kinder und Jugendliche pro Saison an einem von gut 2300 Schneesportlagern teil, die Beiträge von Jugend und Sport erhalten. Dieses Jahr dürfte es ein Bruchteil sein: Erst 111 Lager sind dort gemeldet, schreibt die «NZZ am Sonntag». Nicht gut sieht es auch bei der Schneesport-Initiative Schweiz aus, die Winterlager vermittelt: «Bei uns wurde über die Hälfte der ursprünglich gebuchten 250 Lager annulliert», sagt Geschäftsführer Ole Rauch.

Wie eine Umfrage der Zeitung zeigt, haben derzeit elf Kantone Lager verboten, vier weitere empfehlen einen Verzicht. Zwei Kantone erlauben Lager, doch alle Gemeinden haben abgesagt. Im Kanton Zürich dürfen keine obligatorischen Schneesportlager stattfinden, freiwillige hingegen schon. Die Stadt Zürich will all jene durchführen, bei denen sich die CoronaSchutzmassnahmen einhalten lassen, wie Ralph König vom Sportamt sagt. «Massenlager wird es keine geben», erklärt er in der «NZZ am Sonntag». «Und die Kinder sollen während des ganzen Lagers in den gleichen Gruppen unterwegs sein. Auf den Pisten, beim Essen und in der Freizeit.» Er denkt, dass so etwa die Hälfte der sonst rund 1000 Plätze zur Verfügung stehen.

Football news:

Brunou erzielte in der Saison 2020/21 ein Tor und machte in 6 spielen mit den Big-sechs-Teams keine Assists
Wenn der Ausschuss für den Wettbewerb das Verhalten des Argentiniers anerkennt, der den Angreifer von Athletic Bilbao, Asier Villalibre, am Hinterkopf getroffen hat, aggressiv ist, beträgt die Mindeststrafe für einen Barça-Spieler 4 Spiele.Und das Maximum beträgt 12 Spiele (gemäß paragraf 98 der Regeln)
Ich würde ihn nicht kritisieren
Ich legte Messi das Gehäuse, und er war wütend und gab mir ein Gesicht. Offensichtliche Aggression. Minute des Spiels für den spanischen Supercup
Messi kann für 2 Spiele disqualifizieren. Der Schiedsrichter gab nicht an, dass der Stürmer von Barça aggressiv war, indem er einen Gegner auf den Kopf traf
Pirlo über das 0:2 von Inter: der Trainer muss zuerst die Schuld übernehmen. Wir waren zu vorhersehbar
Sulscher über das 0:0 gegen Liverpool: wir haben den Sieg nicht verdient. Wir haben den Sieg nicht verdient, weil wir nicht gut genug gespielt haben, sagte Trainer Ole-Gunnar sulscher nach der Partie am 19.Spieltag gegen den FC Liverpool. Wir haben unser Spiel vor allem in der ersten Halbzeit nicht aufgegeben. Die Qualität unseres Spiels hat sich im Laufe des Spiels verbessert, so dass wir dachten, wir sollten gewinnen. Wir haben zwei unglaubliche Momente geschaffen