Switzerland

Sogar 11-Jährige bekommen Post per «Teams»: So managen Kinder die Quarantäne

Frank, 7 Jahre, vermisst das Schwimmen im Hallenbad – und ein bisschen auch seine Lehrerin. Matilde, 10, würde gern Velofahren oder den Hip-Hop-Kurs besuchen. Bald hätte sie eine Aufführung; die fällt nun leider aus, weil sie nicht proben können. Doch langweilig ist es Matilde bislang nicht. Sie häkelt gern, mag Handarbeiten, und die Familie ersetzt derzeit die Freundinnen. «Wir spielen oft Karten nach dem Mittag oder nach dem Abendessen.» Davor ist Lernen angesagt.

Wie alle Kinder in der Schweiz müssen Matilde und Frank seit zwei Wochen ihre Schulaufgaben zu Hause erledigen. Statt mit Kollegen und Gschpänli sind sie vormittags mit den Geschwistern zusammen – das kann manchmal auf die Nerven gehen. Matilde steht morgens zur gewohnten Zeit auf und geht dann mit den Schulsachen zu ihrer Cousine, denn ihre Eltern müssen zur Arbeit. Bei Frank und seinem kleinen Bruder Georg beginnt der Tag kuschelig: mit Vorlesen. «Dann löse ich bis zum Zmittag die Hausaufgaben.» Frank findet cool, dass alle jetzt immer zusammen zu Hause sind. Dazu ein Hallenbad wäre noch schön.

Um Punkt acht Uhr sitzt Antonia, 11 Jahre alt, am Laptop und ist online – wie auch ihre Kolleginnen und Kollegen der sechsten Klasse. Nein, nicht im Pyjama! «Da könnte ich mich nicht konzentrieren», sagt sie.

Immerhin kann sie etwas länger schlafen als sonst. Antonia ist ein Morgenmuffel. Über die Plattform «Teams» schickt ihre Lehrerin den Tagesplan mit Aufgaben in den einzelnen Fächern. Bis spätestens 15 Uhr muss alles fertig sein, «das schafft man». Bei Fragen kann sie der Lehrerin schreiben. Sie ist online und reagiert prompt. Auch eine Pause dürfen sie einlegen. Da gibt es Früchte oder auch einmal einen Luxus-Znüni, selbst zubereitet: heissen Sandwichtoast mit Käse und Salami. Dafür macht Antonia die Ufzgi extra schnell!

Finn-Loris, 10, hat einen Wochenplan und erledigt die Aufgaben selbstständig; die Lösungen schickt sein Lehrer per E-Mail. Ausserdem gibt es einen Klassenchat über die Eltern. Er kommt damit gut klar.

Zum Beispiel für die Kontrabass-Stunde über Face­time. Im Garten steht ausserdem ein Trampolin. Nur die Kollegen fehlen: zum Spielen, manchmal auch zum Lösen kniffliger Matheaufgaben. Antonia greift dann zum Handy und tauscht sich mit einer Freundin aus. «Das täten wir ja in der Schule bei Partnerarbeit auch.»

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