Switzerland

So wohnt die Schweiz: Am liebsten zu zweit, meistens alleine und immer mehr Alleinerziehende

Der Single-Haushalt ist mit Abstand die meistverbreitete Wohnform in der Schweiz, gemeinschaftliches Wohnen wird immer beliebter; doch am stärksten steigt die Anzahl der Einelternfamilien – vor allem die, mit alleinerziehenden Müttern mit Kindern.

Eine Person geniesst die Sonne auf einem Balkon: In 36 Prozent der 3,8 Millionen Schweizer Privathaushalte lebt jemand allein.

Eine Person geniesst die Sonne auf einem Balkon: In 36 Prozent der 3,8 Millionen Schweizer Privathaushalte lebt jemand allein.

Foto: Alexandra Wey (Keystone)

Studenten-WG oder Alters-WG: Wohngemeinschaften sind im Trend. Vor zehn Jahren teilten sich nur etwas mehr als 1,5 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer ihre Wohnung. Bis 2018 ist dieser Anteil auf 2,7 Prozent deutlich angestiegen, wie Raiffeisen Schweiz in einer Studie aufzeigt.

Längst würden sich nicht nur Studentinnen und Studenten für diese günstige und flexible Wohnform entscheiden. Auch junge Berufstätige und vor kurzem zugezogene Ausländer ziehe es vorwiegend in den grossen urbanen Zentren in diese gemeinschaftliche Wohnform. Während sie für eine Mehrheit nur eine Übergangslösung sei, gebe es aber durchaus viele Dauer-WGs in allen Alters- und Einkommensklassen.

Mit 85,5 Prozent ist laut der Studie die Zweier-WG die beliebteste WG-Form, 12 Prozent sind Dreier-Gespanne. Grosswohnkommunen mit mehr als drei Personen seien hierzulande dagegen eine Seltenheit. In gerade einmal 1,8 Prozent der WG-Haushalte leben vier Personen, nur 0,6 Prozent weisen fünf oder mehr Bewohner auf.

Frauen häufiger in WGs als Männer

Mit einem Anteil von 59 Prozent wohnen Frauen deutlich häufiger in Wohngemeinschaften als Männer. Dabei sind laut Studie 37 Prozent reine Frauen-Wohngemeinschaften, 21 Prozent reine Männer-WG und 42 Prozent gemischte Haushalte. Der durchschnittliche WG-Bewohner erzielt ein Jahreserwerbseinkommen von rund 65'000 Franken, deutlich untervertreten sind Erwerbstätige mit Löhnen von über 100'000 Franken.

Die wahrscheinlich immer noch bekannteste (TV-)Wohngemeinschaft landesweit: Martin Schenkel als Flip, Trudi Roth als Tante Martha, Hanna Scheuring als Vreni Hubacher und Walter Andreas Müller als Hans Meier (v. l.) aus der Serie «Fascht e Familie» im Oktober 1996.

Die wahrscheinlich immer noch bekannteste (TV-)Wohngemeinschaft landesweit: Martin Schenkel als Flip, Trudi Roth als Tante Martha, Hanna Scheuring als Vreni Hubacher und Walter Andreas Müller als Hans Meier (v. l.) aus der Serie «Fascht e Familie» im Oktober 1996.

Foto: Keystone

Im Gegensatz zu den anderen Segmenten im Immobilienmarkt scheine die Corona-Pandemie in diesem schnelllebigen und flexiblen Markt aber deutliche Spuren hinterlassen zu haben, schreibt Raiffeisen in der Studie. Mit Fernunterricht und Homeoffice seien nämlich wichtige Gründe für das Wohnen in einer WG wie die Nähe zur Ausbildungsstätte oder zum Arbeitsplatz weggefallen.

Die Nachfrage nach WG-Zimmern in diesem dynamisch reagierenden Markt ist jedenfalls regelrecht eingebrochen, wie die Analyse der Daten der grössten Plattform wgzimmer.ch zeige. Die Zahl der Seitenaufrufe zur Zimmersuche sei im letzten Quartal 2020 rund 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen, so Raiffeisen.

36 Prozent der Wohnungen mit Singles

In 36 Prozent der 3,8 Millionen Schweizer Privathaushalte lebt jemand allein. Am zweithäufigsten sind Familienhaushalte mit Kindern (29,3 Prozent), knapp gefolgt von kinderlosen Paar-Haushalten (27,2 Prozent).

1,4 Millionen Schweizer Haushalte (38 Prozent) sind im Wohneigentum untergebracht, die Hälfte davon in einem Einfamilienhaus. Das zeigen die neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) für das Jahr 2019. 2,3 Millionen Haushalte wohnten zur Miete und bezahlten dafür im Schnitt monatlich 1362 Franken. Der Betrag steigt seit 2015 kontinuierlich an, im Schnitt um jährlich 1 Prozent. 2015 betrug die Durchschnittsmiete 1306 Franken, zwei Jahre später 1329 und 2018 noch einmal 18 Franken mehr.

62 Prozent der Mieterhaushalte gaben im Berichtsjahr 1000 bis 1999 Franken dafür aus, ein Viertel kam mit weniger als 1000 Franken weg. Am günstigsten wohnen die über 65-Jährigen – sei es, weil sie sich nicht mehr leisten können oder weil sie dank langjährigen Mietverhältnissen weniger bezahlen. Mittlere Mieten bezahlen die unter 25-Jährigen, am meisten die 25- bis 64-Jährigen.

Konkret gaben Rentner für 3 Zimmer im Schnitt 1135 Franken aus, Junge 1236 Franken, während das traditionell berufstätige Alterssegment von 25 bis 64 Jahren 1350 für eine Dreizimmerwohnung hinblätterte.

150'000 Familienhaushalte bestehen aus alleinerziehenden Müttern mit Kindern.

150'000 Familienhaushalte bestehen aus alleinerziehenden Müttern mit Kindern.

Foto: Keystone

Erheblicher sind die regionalen Unterschiede. Wer beim Wohnen sparen will oder muss, zieht am besten in den Jura, wo eine 3-4-Zimmerwohnung schon für durchschnittlich 967 Franken zu haben ist.

Wer nicht aufs Geld schauen muss, kann sich den Kanton Zug leisten, wo dieselbe Wohnungsgrösse mit 1883 Franken im Schnitt zu Buche schlägt. In der Region Zürich muss man mit 1663 Franken, in Genf mit 1508, in der Waadt mit 1486 und in Bern mit 1283 Franken Miete rechnen. (Lesen Sie hier: Wo die Mieten noch günstig sind)

Einelternfamilien nehmen am meisten zu

An den Mieten am härtesten zu beissen haben dürften die Einelternfamilien: 16,2 Prozent der 1,1 Millionen Familienhaushalten haben diese Form, von ihnen bestehen wiederum 83,2 Prozent oder 150'000 aus alleinerziehenden Müttern mit Kindern. Der Anteil der Einelternfamilien ist von allen Haushalttypen seit 2010 am stärksten angestiegen.

Drei Viertel der Familienhaushalte – gut 800'000 – haben die «klassische» Form der Ehe, 9,4 Prozent – etwas über 100'000 – sind sogenannte Konsensualpaare. Letztere sind zu über einem Viertel (28,3 Prozent) Fortsetzungsfamilien, das heisst, mindestens eins seiner Kinder stammt aus einer früheren Beziehung. Bei verheirateten Paaren ist das nur in 4,5 Prozent der Fälle so.

SDA/nag

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