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«So kickt die Schweiz»: Am Wochenende findet nur St. Gallen - Basel statt +++ GC bezwingt Lausanne ohne Glanz +++ Vanins ist der Elfmetertöter der Super League

Der legendäre Alberto Bigon hielt Maradona in Schach, nicht aber Constantin. Wissenswertes, Legendäres und Spannendes zum Schweizer Fussball gibt es ab sofort in «So kickt die Schweiz».

Auf nzz.ch/sport finden Sie an dieser Stelle täglich Legendäres, Statistisches und Aktuelles aus der höchsten Schweizer Fussballliga – alles wohlgeordnet und kurz nach Schlusspfiff aktualisiert. Willkommen bei «So kickt die Schweiz».

St. Gallen - Basel (Sonntag, 16 Uhr): Es ist eine der schmerzhaftesten Niederlagen, die Peter Zeidler als Trainer des FC St. Gallen erlitten hat. Gut positioniert im Meisterrennen, unterlag sein Team am 22. Juli dieses Jahres zu Hause dem FC Basel mit 0:5. Zeidler nennt es heute «das Ende unserer kühnsten Träume». Er sagt, dieser Einbruch sei immer noch schwierig zu begreifen, denn eigentlich seien sie ja im Flow gewesen. Nun, am Sonntag, kehrt der FCB nach St. Gallen zurück.

Für die Basler wird es das erste Ligaspiel nach einem Unterbruch von vier Wochen sein. Und man darf gespannt sein, wie sie sich präsentieren, denn bei ihnen ist in der Nationalmannschaftspause einiges gegangen. Für sie ist es der erste Ernstkampf nach ihrer Transferoffensive; gekommen sind die früheren Schweizer Nationalspieler Timm Klose und Pajtim Kasami. Um wieder in den Rhythmus zu finden, absolvierte der FCB am Mittwoch ein Testspiel gegen Xamax; er gewann es mit 5:3, Kasami gab sein Debüt. Klose wird in St. Gallen noch nicht mittun können. Er befindet sich in Isolation. Weitere prominente Abwesende bei den Baslern sind die verletzten Taulant Xhaka und Luca Zuffi. (ac.)

- Tore: 53. Tavares 1:0. 71. Pina 1:1. 87. Bonatini (Pen.) 1:2. – Die Grasshoppers erwachen erst nach einem Platzverweis im Team von Lausanne-Ouchy und siegen am Ende, ohne zu überzeugen.

Das ist uns aufgefallen: Zwanzig Minuten waren gespielt, als der GC-Spieler Toti die Hände verwarf. «Bewegt euch, bietet euch an, bringt euch in Position», schien der Innenverteidiger seinen Teamkollegen zuzurufen, denn GC war auf der Pontaise schlecht in die Partie gegen Lausanne-Ouchy gestartet. Totis Aufforderung blieb ohne Wirkung. Bis zur Pause waren die Waadtländer das bessere Team. Der junge Schmid, der nach seinem späten Siegtreffer gegen Schaffhausen gegenüber dem Routinier Santos den Vorzug bekommen hatte, war der einzige GC-Spieler, der einmal versuchte, auf das Tor zu schiessen – ein Versuch, den ein Verteidiger abblockte. Der GC-Goalie Matic dagegen musste ein halbes Dutzend Mal eingreifen, um den Rückstand zu verhindern. Kurz nach der Pause war auch Matic machtlos. Tavares verwertete eine Flanke von Efendic. Die Führung war längst verdient. Die Zürcher erwachten erst, nachdem Lahiouel sie zurück ins Spiel gebracht hatte. Wegen Ballwegschlagens musste er nach der zweiten Verwarnung vom Platz (66.). Fünf Minuten später verwertete Pina eine Flanke des eingewechselten Ronan zum 1:1. Bonatini verwertete kurz vor Spielende einen Penalty, den Toti mit einem Slalom herausgeholt hatte. Mit dem späten Sieg distanzierte GC wenig überzeugend Lausanne-Ouchy um drei Punkte und steht nun an der Tabellenspitze mit 15 Zählern. (ram.)

Es war eine bemerkenswerte Szene am vergangenen Sonntag im Spiel YB - Luzern: Der Luzerner Marvin Schulz lief zum Elfmeter an, der YB-Captain Fabian Lustenberger zeigte dem Goalie David von Ballmoos an, wohin Schulz schiessen würde, nach links, aus der Sicht des Schützen – und Schulz schoss nach links, von Ballmoos aber sprang nach rechts, 1:0 für Luzern. Der Schuss war so gut platziert, dass von Ballmoos den Ball vielleicht auch nicht gehalten hätte, wenn er Lustenbergers Rat befolgt hätte.

Aber irgendwie passte diese Situation zu von Ballmoos’ Karriere: Der YB-Meister-Goalie hat in der Super League von elf Penaltys erst einen gehalten. Zwei frühere YB-Goalies stehen in dieser Statistik wesentlich besser da: Marco Wölfli und Walter Eichenberger stehen in der ewigen Rangliste der Elfmetertöter auf den Plätzen 2 und 3, hinter Andris Vanins, dem langjährigen Goalie des FC Sion. Von Wölfli ist vor allem eine Parade in Erinnerung: wie er am 28. April 2018 den Schuss des Luzerners Valeriane Gvilia hielt und damit den Weg ebnete zum Last-Minute-Sieg, der YB den ersten Meistertitel seit 32 Jahren brachte. (bsn.)

Elfmeterstatistik: Vanins vor Wölfli und Eichenberger

Ewige Elfmetertöter der Super League und der Nationalliga A

01020304050Andris VaninsMarco WölfliWalter EichenbergerErich BurgenerJean-Claude DonzéGuillaume FaivreYann SommerJacques BarlieMario ProsperiRené SchneiderWerner SchleyCharly ElsenerDavid Da CostaDaniel LoparMarco PascoloIvan BenitoJörg StielDavid ZibungLéo EichmannHeinz Lindner

Alberto Bigon (rechts) kurz nach seiner ersten Entlassung beim FC Sion im September 1997. Zuvor hatte er den Verein zum Double geführt.

Alberto Bigon (rechts) kurz nach seiner ersten Entlassung beim FC Sion im September 1997. Zuvor hatte er den Verein zum Double geführt.

Fabrice Coffrini / Keystone

cov.

Eine Zeitlang habe ihn der Fussball angewidert, so erzählte es der Trainer Alberto Bigon im Jahr 2007. Damals kam er zum zweiten Mal in Sitten an. Und im Gepäck hatte er unschöne Episoden: Entlassung bei Olympiakos Piräus trotz Leaderposition, Entlassung in Perugia, Entlassung 1997 in Sitten, nur drei Monate nach dem Gewinn des Doubles. Zehn Jahre, die Bigon so zusammenfasste: «Diese Welt hat mich abgestossen, sie kam mir absurd vor.»

Aber eben: Die Fussballwelt stiess ihn nicht genug stark ab. Er kam zurück, zum Präsidenten Christian Constantin, der ihm Ende der 1990er Jahre noch mit einer 1 Million Schweizerfranken per annum entlöhnt hatte. Bigon, der am Samstag, 31. Oktober, seinen 73. Geburtstag feiert, zahlte den fürstlichen Lohn zurück: Er machte Sitten zum Meister und Cup-Sieger – trotz einer zusammengewürfelten Mannschaft, die Constantin in der Winterpause nochmals kräftig durchgeschüttelt hatte. Wie immer blieb Bigon stoisch. Er setzte die coole Miene des Hollywood-Helden aus den sechziger Jahren auf und tüftelte an der Mannschaft. Sitten spielte diszipliniert, geordnet. Seine Teams traten nicht sonderlich modern auf, aber siegreich.

Meistens zumindest. Zur Champions-League-Qualifikation reichte es Sitten 1997 nicht, was angesichts des Gegners Galatasaray nicht erstaunt. Für Constantin war das dennoch Vorwand genug, Bigon zu entlassen. Und der elegante Norditaliener hatte einen weiteren Beleg dafür, dass der Fussball nicht die Insel von Ruhe und Harmonie ist, die er sich eigentlich wünscht. Er sollte es in Sitten noch zwei weitere Male erleben: Sein Engagement 2007 als fünfter Trainer der laufenden Saison endete zehn Monate später. Constantin stellte ihn 2008 nochmals ein. Der Bruch kam nach nur drei Monaten.

Die glorreiche Vergangenheit als Spieler und als Coach schien vergessen: Als Captain der AC Milan hatte Bigon in den siebziger Jahren einen Scudetto, dreimal den Cup sowie den Europapokal der Pokalsieger gewonnen. In Neapel hielt er den Lebemann Diego Maradona in Schach und der Enthusiasmus-Welle der fussballverrückten Stadt stand. Sein Vermächtnis: der zweite und bis heute letzte Scudetto Napolis.

Das alles verblasst, wenn die Resultate fehlen. 2009 arbeitete Bigon das letzte Mal als Trainer, beim NK Interblock in Slowenien, für rund sechs Wochen. Der Klub spielt heute in der Regionalliga. Inzwischen gilt Bigon offiziell als Rentner. Ihm gehört ein Bed and Breakfast in der Region Padua, seiner Heimat. Aber völlig angewidert vom Fussball schien er auch nach der dritten Entlassung in Sitten nicht zu sein. Ein Insider des FC Sion sagt, Bigon sei danach noch einige Male im Wallis aufgetaucht, um «Ferien zu machen», wie Bigon jeweils sagte. Es fiel bloss auf, dass seine Reisen zufällig meist dann stattfanden, wenn im Tourbillon gerade wieder einmal ein Trainerstuhl wackelte.

ipf. Veroljub Salatic bleibt dem Grasshopper Club aus Zürich doch erhalten. In einem Communiqué schreibt der Klub: «Salatic beendete mit Ablauf der letzten Saison seine Aktivkarriere und arbeitet nun an seiner Trainerlaufbahn, wobei GC seinen langjährigen Spieler und ehemaligen Captain tatkräftig unterstützt.»

Noch im Sommer wurde Salatic mitgeteilt, dass man nicht mit ihm plane, obwohl sein Vertrag noch bis 2021 gültig war. Der im Sommer 2019 nach Zürich zurückgekehrte 34-Jährige war mit der Mannschaft daran gescheitert, den direkten Wiederaufstieg in die Super League zu schaffen. Nun soll er als Assistenztrainer der U 21 die nächste Generation an GC-Spielern formen und seine eigene Trainerausbildung in Angriff nehmen.

Auch der ehemalige Trainer Zoltan Kadar, der unter dem neuen Coach João Pereira nur noch für die Videoanalysen zuständig war, hat eine neue Funktion im Verein übernommen: Er wird Nachwuchschef und übernimmt damit die Aufgaben von Timo Jankowski.

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