Switzerland

Sieg im Tessin: Der FCZ hat sich das Glück verdient

Eine solidarische Teamleistung und ein glücklicher Treffer von Marco Schönbächler bringen den Zürchern in Lugano ein 1:0. Nun ist sogar Rang 2 wieder im Blickfeld.

FCZ-Torschütze Marco Schönbächler hält die Luganesi auf Distanz.

FCZ-Torschütze Marco Schönbächler hält die Luganesi auf Distanz.

Foto: Elia Bianchi (Keystone)

Zum Schluss kam echte Stimmung auf. Die wenigen Lugano-Fans, die sich ausserhalb des Cornaredo versammelt hatten, feuerten ihre Mannschaft an und schickten gleichzeitig einige Schmährufe an die Adresse der Zürcher. Auf dem Rasen setzten die Bianconeri derweil zur Schlussoffensive an, rückten vor allem immer wieder mit Mickaël Facchinetti über die linke Seite vor. Plötzlich kam Mijat Maric freistehend am Elfmeterpunkt zum Abschluss, sein Schuss ging aber in Richtung der benachbarten Eishalle des HC Lugano.

87 Minuten waren da gespielt, der FC Zürich führte seit knapp 70 Minuten 1:0, und es war ein verdienter Vorsprung. Den Luganesi hatte es nicht am Willen gefehlt, aber an Ideen und Präzision. FCZ-Goalie Yanick Brecher musste im gesamten Spiel keinen einzigen gefährlichen Ball halten, am nächsten kamen die Tessiner dem Ausgleich nach der Pause mit einem Kopfball von Mattia Bottani.

Sieben Minuten Nachspielzeit gab es obendrauf, aber auch diese brachten keine Resultatänderung – dann hörte man nur noch die Siegesschreie der FCZ-Delegation. Es war der zweite 1:0-Erfolg innert dreier Monate in Lugano, am 13. Dezember hatte Blaz Kramer den Siegestreffer erzielt. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Lugano überhaupt erst sechsmal verloren hat.

Tor statt Flanke

Das erste Ziel für das Team von Massimo Rizzo ergab sich von selbst: besser starten als am Donnerstag gegen Luzern. Die ersten drei Minuten waren gegen die Zentralschweizer noch okay gewesen, drei Minuten später stand es 0:2, das Defizit liess sich nicht mehr korrigieren. Nun war das Bemühen zur Rehabilitierung von der ersten Sekunde an ersichtlich: Der FCZ war aggressiv, mit hohem Pressing, und trat äusserst solidarisch auf. Und wurde in der 18. Minute belohnt: Marco Schönbächler holte einen Freistoss heraus und verwertete diesen selber aus äusserst ungünstigem Winkel in die hohe weitere Ecke. Dem Filigrantechniker war das Glück hold: Er hatte den Ball zur Mitte bringen wollen, doch die Hereingabe wurde immer länger und senkte sich schliesslich über den unglücklich aussehenden Noam Baumann.

«Die ersten 20 bis 25 Minuten haben mir sehr gut gefallen», lobte Trainer Rizzo, «Lugano hatte die erste Torchance nach 24 Minuten.» Und bekam in jener Sequenz eindrücklich vorgeführt, dass der Gegner kampfwillig war. Nathan und Fidan Aliti legten sich hintereinander so in Schüsse, wie man das oft bei Eishockeyspielern sieht. Ein Haar in der Suppe gab es aber. «Wir hätten da schon 2:0 führen müssen», sagte Rizzo. Tatsächlich hatte Salim Khelifi nach einem Konter aus bester Position den Doppelschlag verpasst.

Trotz vielen Absenzen wieder Rang 2 im Blickfeld

Leichtigkeit im Abschluss konnte von den Zürchern aber nicht erwartet werden. In Folge zahlreicher Verletzungen oder einer Sperre wie bei Topskorer Antonio Marchesano fehlten die Schützen von 22 der im bisherigen Saisonverlauf erzielten 34 Tore. Diese Absenzen waren aber kein Diskussionsthema und wurden mit anderen Tugenden kompensiert. «Jeder hat alles für den anderen gegeben», so Rizzo, «auch diejenigen, die hereingekommen sind. Alle haben defensiv gut gearbeitet, die Mannschaft hat sich selber belohnt.» Von den Profiteuren der langen Absenzenliste verdienten sich vor allem Khelifi und Stephan Seiler gute Noten.

Nach zwei Dritteln der Meisterschaft kann der FCZ den Blick vorerst nach vorn richten. Das Polster auf den Barrageplatz beträgt sieben Punkte, der Rückstand auf Platz 2 nur zwei. Rizzo blieb aber im Moment: «Jetzt geniessen wir diesen Sieg, danach zählt nur das Spiel vom Samstag gegen Lausanne.

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