Switzerland

Sieben Antigen-Schnelltests im Vergleich

Richtig eingesetzt, können Schnelltests bei der Eindämmung der Pandemie eine wichtige Rolle spielen. Weil sie weniger akkurat sind als PCR-Tests, muss man aber wissen, für wen sie geeignet sind.

Der Antigen-Schnelltest funktioniert ähnlich wie ein Schwangerschaftstest.

Der Antigen-Schnelltest funktioniert ähnlich wie ein Schwangerschaftstest.

Laurent Gillieron / KEYSTONE

Seit gut drei Wochen werden in der Schweiz Antigen-Schnelltests angeboten. Sie sind im Vergleich zum etablierten Virustest (PCR-Methode) zwar weniger sensitiv – das heisst, dass sie geringe Mengen Virusmaterial nicht erkennen –, aber sie haben einen klaren Vorteil: ihre Schnelligkeit. Innerhalb von 15 bis 30 Minuten liefern sie ein Ergebnis, wohingegen es bei der PCR-Methode 6 bis 48 Stunden dauert. In manchen Fällen sei ein schnelles Ergebnis wichtiger als die Sensitivität, argumentieren einige Forscher – beispielsweise, wenn es darum gehe, hochinfektiöse Personen schnell zu isolieren und ihre Kontaktpersonen zu informieren.

Aber wie steht es mit der Zuverlässigkeit der Ergebnisse? Das haben Forscher unter der Leitung von Christian Drosten von der Berliner Charité untersucht. Sie haben sieben kommerzielle Antigen-Schnelltests verglichen, darunter auch die beiden in der Schweiz verwendeten Tests von Abbott und Roche, und ihre Ergebnisse in einer noch nicht begutachteten Version als Preprint veröffentlicht.

Antigentest: nicht zu verwechseln mit Antikörpertest

Die Covid-19-Antigentests unterscheiden sich grundlegend von den Antikörpertests: Sie zeigen, ob eine Person im Moment infiziert ist. Sie reagieren auf bestimmte Proteine der Viren und funktionieren ähnlich wie ein Schwangerschaftstest. Die Antikörpertests zeigen dagegen, ob jemand Antikörper gegen die Viren gebildet hat, und sind besser geeignet, um im Nachhinein eine Infektion auszuweisen. Sie werden an Blutproben durchgeführt, während für die Antigentests ein Nasen-Rachen-Abstrich benötigt wird.

Als Erstes überprüften sie die Sensitivität der Tests. Dafür verwendeten die Forscher Proben mit durch PCR ermittelten Mengen von Virusmaterial. Sie stellten fest, dass sich die Sensitivität der Tests in einem Bereich von 1 bis 10 Millionen RNA-Kopien pro Milliliter Probe bewegt. Das entspricht laut den Forschern der Menge, die bei einer Person in der ersten Krankheitswoche in einem Nasen-Rachen-Abstrich gefunden wird. Die Tests von Abbott und Roche gehörten dabei zu den sensitiveren. Die Empfindlichkeit der PCR liegt dagegen weitaus tiefer: je nach Test in der Grössenordnung von 100 bis 1000 Kopien pro Milliliter, wie Drosten erklärt.

Da sich die Infektiosität der Patienten laut einer anderen Studie nach einer Woche praktisch gegen null bewege, wären diese Tests demnach gut geeignet, um ansteckende Personen in der ersten Krankheitswoche schnell zu identifizieren, schreiben die Forscher.

Einige falsch positive

Aber wie verlässlich ist ein positives Ergebnis? Diese Frage versuchten die Forscher zu klären, indem sie die Spezifität der Tests im Zusammenhang mit zwanzig verschiedenen Krankheitserregern auf die Probe stellten, darunter andere Coronaviren sowie verschiedene Erkältungs- und Grippeviren. Alle Tests reagierten zwar auf das Sars-1-Virus, jedoch nicht auf andere Coronaviren – bis auf eine Ausnahme. Bei klinischen Proben mit anderen Erkältungs- und Grippeviren kam es im Bereich von einem Prozent zu falsch positiven Ergebnissen. Ein Test der Firma Healgen lieferte jedoch 12 Prozent falsch positive Resultate.

Um die Spezifität der Tests bei gesunden Personen zu ermitteln, boten die Forscher 35 Mitarbeiter des Instituts auf, die sich unter fachlicher Anleitung selbst Proben aus dem Nasen-Rachen-Raum entnahmen. Hier erreichten fünf Tests eine hohe Spezifität, darunter derjenige der Firma Abbott (100 Prozent) und derjenige von Roche (97 Prozent). Das bedeutet, dass von 100 Personen keine beziehungsweise drei ein falsch positives Resultat erhalten. Bei zwei Tests lag die Spezifität jedoch unter 95 Prozent. Demnach wäre es bei einigen Tests sinnvoll, ein positives Ergebnis mit einem PCR-Test zu überprüfen.

Das Potenzial der Tests

In Phasen, in denen es viele Ansteckungen gibt, könnten die Antigen-Schnelltests laut den Forschern dazu dienen, Entscheidungen über eine Isolation aufgrund der Infektiosität einer Person zu treffen. Denn die Tests weisen wegen ihrer geringen Sensitivität vor allem Personen mit einer grösseren Viruslast aus, die wahrscheinlich auch besonders ansteckend sind. Darüber hinaus wäre es laut den Autoren denkbar, Patienten aus einer Isolation zu entlassen, sobald ein Antigentest negativ ausfällt.

Der Arzt und Infektiologe Pietro Vernazza argumentierte in einem Artikel, dass Antigen-Schnelltests für gewisse Fragestellungen sogar besser geeignet seien als PCR-Tests. Dies, weil sie schneller durchgeführt werden und die geringere Sensitivität ein Vorteil sein kann, weil dadurch nur die Personen ausgewiesen werden, die viele Viren in sich tragen und wirklich ansteckend sind. Wohingegen nach einem positiven PCR-Ergebnis auch jene Personen in Isolation geschickt werden, die gar nicht (mehr) ansteckend sind.

Dem widerspricht die Virologin Alexandra Trkola von der Universität Zürich. Sie weist darauf hin, dass auch geringe Virusmengen im Nasen-Rachenabstrich relevant sein können. So seien sie kurz nach einer Infektion noch gering. Solche Personen würde der Schnelltest verpassen. Zudem kann laut Trkola die Zahl der Viren im Nasen-Rachenabstrich bei einer Erkrankung schnell abnehmen, auch wenn der Patient starke Symptome hat. Das Virus sei dann noch im Körper und werde beim Husten auch ausgeschieden, in der Nase sei es aber kaum nachweisbar. Müsse man hoch positive Personen von niedrig positiven für Isolationsentscheide identifizieren, sei das mittels PCR auch möglich, da diese Methode quantitative Resultate liefere, die ausgewiesen werden könnten, fügt sie hinzu. Viele Labore praktizierten dies bereits.

Ein schnelles Ergebnis bei Symptomen

Unbestritten ist, dass die PCR-Tests für eine richtige Diagnose die bessere Methode sind. Jedoch liegt das Resultat bei Antigentests deutlich schneller vor, und sie scheinen zumindest zu Beginn einer Erkrankung, also im Fall von Symptomen, ein verlässliches Ergebnis zu liefern. Für nicht symptomatische Personen werden die Tests dagegen nicht empfohlen. In der Schweiz werden die Schnelltests vor allem in Apotheken, aber auch in Testzentren durchgeführt. Sie sollen dazu beitragen, Engpässe bei der Testung zu vermeiden. Ende Oktober zeichnete sich ein solcher Engpass ab, seither ist die Anzahl der durchgeführten Tests aber stark gesunken. Das neue Angebot scheint noch wenig genutzt zu werden.

Die Anzahl der durchgeführten Tests sinkt wieder

Anzahl positive und negative Sars-CoV-2-Tests in der Schweiz und in Liechtenstein, Durchschnitt der letzten 7 Tage (in Tausend)

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