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Sie wollen das perfekte Kloster bauen, nur mit den Methoden des Mittelalters. Das ist Wahnsinn – und passt perfekt in die heutige Zeit

Sie wollen das perfekte Kloster bauen, nur mit den Methoden des Mittelalters. Das ist Wahnsinn – und passt perfekt in die heutige Zeit

Auf einem Feld in Süddeutschland werkelt eine Gruppe Menschen und spielt Mittelalter. Der wissenschaftliche Wert ist gering. Der touristische Erfolg ist bis jetzt ebenfalls überschaubar. Was treibt sie dann an?

Ein Kloster wollen sie bauen, mit Kirche und Refektorium und Werkstätten und Stallungen. Aber Nägel mit Köpfen zu machen, davon halten sie hier trotzdem nichts. «Nägel mit Köpfen», sagt Thilo, «sind Prunk.» Die Köpfe brauche es nicht, sie dienten nur der Verzierung. Und Verzierung ist Zeitverschwendung. Nicht heute, wo man in den Baumarkt gehen und eine 1000er-Packung Drahtstifte kaufen kann, wie das offiziell heisst. Aber Thilo spricht ja auch nicht von heute, er spricht vom Frühmittelalter, 9. Jahrhundert, kein Baumarkt weit und breit, jeder Nagel Handarbeit. Und Thilo muss es wissen: Er ist Schmied, und er lebt im Frühmittelalter. Jedenfalls tut er so, acht Stunden am Tag. 

Corona ist noch ein paar Monate entfernt, und Thilo der Schmied arbeitet auf dem «Campus Galli», einem 25 Hektaren grossen Feld nahe der kleinen Stadt Messkirch in Baden-Württemberg. Hier soll zum ersten Mal ein Gebäudekomplex entstehen, den ein paar Visionäre im 9. Jahrhundert entworfen haben: das perfekte Kloster des frühen Mittelalters, skizziert auf dem sogenannten St. Galler Klosterplan. Gebaut wird nicht mit Bagger und modernen Kränen und Nägeln aus dem Baumarkt, sondern nur mit dem, was im 9. Jahrhundert zur Verfügung stand. Alles, was sie auf dem Campus Galli brauchen, stellen sie selber her, Balken für Balken, Nagel für Nagel. Es ist ein Wahnsinn, der Jahrzehnte dauern wird.

Von Hand werden rohe Baumstämme zu Holzbalken behauen. Für das Holz ist das, sagen Zimmerleute, sogar besser: Es verzieht sich weniger.

Von Hand werden rohe Baumstämme zu Holzbalken behauen. Für das Holz ist das, sagen Zimmerleute, sogar besser: Es verzieht sich weniger.

Warum tut man so etwas: ein Kloster nachbauen, das es so nie gab, mit Mitteln, die es quasi unmöglich machen, den Bau in der Lebenszeit der Beteiligten abzuschliessen? Und was sind das für Leute, die so etwas tun?

Auch wenn die auf dem Campus Galli Versammelten es nicht so nennen, sie machen hier «Living History». Das Projekt soll als eine Art lebendes Frühmittelaltermuseum all die Lücken füllen, die unser Bild dieser an Schriftquellen eher armen Zeit enthält. Architektur aus der Zeit der Karolinger gibt es wenig, das meiste ist irgendwann abgebrannt, wurde überbaut, zerstört. Den St. Galler Klosterplan macht das umso bedeutender. Er ist nicht nur der einzige überlieferte Architekturplan dieser Zeit, er ist auch detailliert. Auf dem Pergament sind ausser der Kirche etwa fünfzig weitere Gebäude entworfen, deren Namen und Funktionen säuberlich notiert sind: Gästehäuser, Latrinen, Friedhof; teilweise gibt es Angaben für das Erd- und ein Obergeschoss – unten Ochsenstall, oben Heulager –, und im Dormitorium, der Schlafstube der Mönche, sind sogar die Betten eingezeichnet. Auf dem Campus Galli soll all das zum Leben erweckt werden.

Zumindest war das einmal Teil der ursprünglichen Idee

Jetzt werkelt hier eine bunte Truppe aus ein paar Fachleuten, Freiwilligen und vielen ehemaligen Langzeitarbeitslosen vor sich hin. Der Drechsler war mal Heisswasserinstallateur, dann verlor er seine Stelle, und das Jobcenter schickte ihn hierher. Die Frau, die sich um die Tiere kümmert, war Zahnarzthelferin. Der Schindelmacher war Maler und Lackierer, genau wie einer der Gehilfen des Töpfers. Der Töpfer selbst war Archäologe. Ob der Schreiner immer Schreiner war, ist nicht herauszufinden, aber arbeitslos war auch er lange. Immerhin: Der Steinmetz ist Steinmetz. Allerdings ist das mit dem Stein hier so eine Sache, aber dazu später.

Ein Drechsler an der Arbeit.

Ein Drechsler an der Arbeit. 

Im Camus Galli wird eine karolingische Klosterstadt unter mittelalterlichen Bedingungen gebaut. Bild: EInes der Haustiere. (Bild: Christoph Ruckstuhl / NZZ)

Im Camus Galli wird eine karolingische Klosterstadt unter mittelalterlichen Bedingungen gebaut. Bild: EInes der Haustiere. (Bild: Christoph Ruckstuhl / NZZ)

Christoph Ruckstuhl

Ungefähr 40 Jahre soll es dauern, bis die Klosteranlage fertiggestellt ist.

Ungefähr 40 Jahre soll es dauern, bis die Klosteranlage fertiggestellt ist.

Geschäftsführer Hannes Napierala ist Mitte dreissig, gross, seine Augen sind so dunkel wie seine Locken, er sieht aus wie jemand, der gerne draussen ist. In seiner Doktorarbeit hat er sich mit Tierknochen aus altsteinzeitlichen Fundstätten im Vorderen Orient beschäftigt, jetzt muss er diesen Mittelalter-Laden in Oberschwaben schmeissen. Das bedeutet nicht nur, in Sitzungen darüber zu bestimmen, was gebaut wird und wie es aussehen soll, sondern auch, die Finanzen des Projekts zu verwalten und der Öffentlichkeit zu erklären, was das Ganze eigentlich soll.

«Wir machen Mittelalter, soweit wir es machen können», sagt Napierala, während er in Jeans, T-Shirt und Wanderschuhen über das Gelände führt. «Wir wollen ein plausibles Lebensbild bieten, wir sind keine Romantiker.» Deshalb gibt es Konzessionen an die Moderne: dort, wo die menschlichen, natürlichen oder finanziellen Ressourcen nicht ausreichen – oder dort, wo es heute Vorschriften gibt. Als sie die Kirche gebaut haben etwa, da war das Gerüst wie im Mittelalter aus Holz. Daran hatte das Bauamt nichts zu beanstanden. Um Fangnetze und Schutzhelme aber kamen sie nicht herum.

Die Kirche ist übrigens aus Holz, aussen wie innen, selbst das steile Dach ist mit hölzernen Schindeln gedeckt, nur der Altar ist aus Stein. Ein Glockenturm steht separat daneben, weiss getüncht, aber ebenfalls komplett aus Holz. Wer erwartet, auf dem Campus Galli eine Art halbfertiges Kloster Einsiedeln oder, architekturhistorisch passender, das Münster auf der Reichenau anzutreffen, der wird enttäuscht. Das Gelände gleicht einem Park mit viel wildem Grün und ein paar hineingestreuten kleinen Gebäuden – alle aus Holz. Soll das alles sein? «Uns ist eine plausible Bauabfolge wichtig», sagt Napierala. «Viele Steinkirchen hatten Vorläufer aus Holz. Die Mönche brauchen erst eine Unterkunft, bevor sie an den Steinbau gehen können. Ob hier wirklich mal ein Kloster aus Stein stehen wird, soll nicht meine Sorge sein.»

Die Kirche ist, wie alle Gebäude bisher, komplett aus Holz gebaut. Nur für den Altar kam der Steinmetz zum Einsatz.

Die Kirche ist, wie alle Gebäude bisher, komplett aus Holz gebaut. Nur für den Altar kam der Steinmetz zum Einsatz.

Links: Eine Sonnenuhr am Glockenturm. Rechts: Alles Holz ist von Hand bearbeitet. 

Die Holzkonstruktion des Glockenturms wird mittels Holznägeln fixiert.

Die Holzkonstruktion des Glockenturms wird mittels Holznägeln fixiert. 

Der St. Galler Klosterplan war sowieso nie als tatsächlicher Bauplan gedacht, sondern als Verbildlichung der Regeln des heiligen Benedikt für das Klosterleben. Oberstes Ziel: die Mönche räumlich zu trennen von den Scharen von weltlichen Personen, die in so einem Kloster ein und aus gingen. Schüler, Gäste, Kranke, alle mussten verpflegt werden und Unterkunft haben, ohne den liturgischen Alltag zu stören und die Mönche vom Beten abzulenken. Die Arbeit auf den Feldern und in den Werkstätten verrichteten im 9. Jahrhundert nicht die Mönche, sondern abhängige Bedienstete.

Blick auf die Felder des Campus.

Blick auf die Felder des Campus. 

Links: Eine mittelalterliche Vogelscheuche. Rechts: Eine sehr alte Hafersorte.

Einfach landwirtschaftliche Werkzeuge für den Acker- und Gartenbau.

Einfach landwirtschaftliche Werkzeuge für den Acker- und Gartenbau.

Diesen Luxus einer doppelten Belegschaft können sie sich beim Campus Galli nicht leisten, und ums Beten geht es sowieso nicht. Wobei: Es treffen sich doch jeden Morgen einige der Mitarbeiter und Freiwilligen als Mönche und Bedienstete in Personalunion zu einer Andacht in der Holzkirche, bevor sie an ihr Tagwerk gehen.

Zwei Menschen haben dieses Projekt initiiert: Bert Geurten und Verena Scondo. Geurten, ein ehemaliger Radiomoderator und laut Berichten bekennende rheinische Frohnatur, ist 2018 gestorben, und man kann ihn nicht mehr fragen, was er sich von dem Unternehmen erhoffte. In einem Interview 2013 hat er einmal gesagt, er habe als Jugendlicher ein Modell des Klosterplans gesehen und Jahrzehnte später einfach beschlossen, ihn nachzubauen: «So sind wir Rheinländer nun einmal: Von nix ne Ahnung, aber allzeit bereit.»

Aber Scondo kann man fragen, sie sitzt jeden Tag im Kassenhäuschen des Campus Galli, und was sie antwortet, lässt darauf schliessen, dass sich ihre Motivation von der Geurtens nicht sehr unterscheidet, zumal «der Bert immer gesagt hat, ‹ich mache›, ‹ich habe›, aber das stimmt nicht, wir haben immer alles zusammen gemacht».

Einer der «Mönche» läutet die Glocke zum Mittagessen.

Einer der «Mönche» läutet die Glocke zum Mittagessen. 

Scondo ist über siebzig, sie trägt einen blondierten Bob-Haarschnitt, Brille und Fingernägel, die an diesem Tag mit lilafarbenen Mustern auf weissem Grund verziert sind. Sie kommt ursprünglich aus der Gegend von Bern, lebt aber schon lange in Baden-Württemberg, und die Idee für den Klosterbau kam ihr und ihrem besten Freund Bert Geurten in Frankreich.

Scondo erzählt gern davon, wie das war, damals in Guédelon. Dort, 150 Kilometer südlich von Paris, bauen Freiwillige seit 1997 eine mittelalterliche Burg, nur mit Werkzeug und Technik des 13. Jahrhunderts. 300 000 Besucher kommen jedes Jahr, 2005 waren zwei davon Scondo und Geurten, und die waren beeindruckt. «Da war ein Steinmetz, der von Hand einen Stein spaltete, und als er es geschafft hatte, da haben alle, die drumherum standen, geklatscht», erzählt sie. «Wo gibt es das heute noch, dass jemand für seine Arbeit Applaus bekommt?» Abends, auf dem Campingplatz, da fingen sie dann an zu spinnen: Ob man so etwas nicht auch in Deutschland auf die Beine stellen könnte? Nicht dass sie jetzt so wahnsinniger Mittelalter-Fan wäre. «Aber wir hatten beide nicht so viel Rente, und wir wollten etwas machen, was uns Spass macht.»

Spass hat es dann allerdings erst einmal nicht gemacht. «Die ersten zwei Jahre möchte ich nicht noch mal erleben.» Das Geld war noch knapper als jetzt, doch auch im achten Jahr sind sie, wie allerdings viele Museen, auf Unterstützung der Stadt angewiesen. Anfangs seien da so viele Gegner in Messkirch gewesen: Von dem Geld könne man auch Kindergärten bauen, hätten die gesagt – dabei seien das doch ganz andere Fördertöpfe. Inzwischen sind die Gegner weniger und die Besucher mehr geworden. Aber mit 90 000 Eintritten pro Jahr verzeichnet der Campus Galli immer noch nicht einmal ein Drittel so viele wie Guédelon. 

Sie machen trotzdem weiter. Schneiden von Hand langes Stroh für ein Dach, was Maschinen ohnehin nicht sorgfältig genug können. Hängen die Holzschindeln mit der Faser auf die Dächer, damit das Wasser besser ablaufen kann. Behauen mit archaischen Werkzeugen Baumstämme, um einen Balken daraus zu machen; für das Holz ist das viel schonender, als es im Sägewerk zuzuschneiden, denn so werden die Fasern nicht beschädigt, und Gebeiltes verzieht sich weniger als Gesägtes.

Wer hier arbeitet, weiss viel über altes Handwerk und gibt das gerne weiter. Das gilt für die, die nur wegen einer Anweisung des Arbeitsamts hier sind genauso wie für die, die Living History aus Begeisterung machen. Die Begeisterten fertigen in ihrer Freizeit bis ins Detail originalgetreue römische Kettenhemden, mittelalterliche Lederschuhe oder Bogen, wie sie in der Jungsteinzeit gebräuchlich waren. Auf Mittelaltermärkten oder bei Vorführungen in Museen laufen sie dann ein paar Stunden oder ein Wochenende lang in dieser Kluft herum.

Man kann das albern finden. Ein ganzer Haufen Leute findet es offenbar gut. Sich verkleiden, jemand anders sein, Ausbrechen aus dem Erwachsenenleben und spielen, Gemeinschaft erfahren – Living History hat durchaus etwas mit Fasnacht gemein. Nur dass das Verkleiden nicht auf eine Woche im Februar beschränkt ist und dass es nicht um den Exzess geht, sondern vielleicht auch ein bisschen um eine Sehnsucht nach einer anderen Welt.

Eine Frau steckt mit dem Arm fast bis zum Ellenbogen in einem Holzeimer voller schwarzer Brühe und zieht ihn mit einer Handvoll grauen Schlamms wieder heraus. «Martin, das hat jetzt einen pH-Wert von 11, können wir das nehmen?» «Ja, das ist gut», sagt Martin Rogier, der Töpfer, beim Blick auf die Pampe im Eimer.

Rogier trägt ein knielanges Hemd aus ungefärbtem Leinen, das ockerfarben verschmiert ist. An seiner Hüfte baumelt ein Messer. Die dunklen Haare hat er im Nacken zusammengenommen. Er ist einer der wenigen hier, die nicht zufällig im Mittelalter leben.

Töpfer Martin Rogier bereitet den Ofen für das Brennen des Tongeschirrs vor.

Töpfer Martin Rogier bereitet den Ofen für das Brennen des Tongeschirrs vor. 

Rogier hat Archäologie des Mittelalters studiert und war jahrelang Mitglied einer Living-History-Truppe. Seit 2003 töpfert er als Hobby, seine Magisterarbeit schrieb er über die sogenannte nachgedrehte Keramik des Mittelalters – die er jetzt selbst herstellt: Sie wird von Hand vorgeformt und bekommt dann auf dem Töpferrad den letzten Schliff. «Alles, wofür ich ausgebildet bin, was ich kann und was ich am liebsten mache, das kann ich hier tun», sagt Rogier.

Im echten Mittelalter war es eine Lebensnotwendigkeit, alles von Hand zu tun, es ging nicht anders, und es war hart. Heute ist Handarbeit das Gegenteil: ein Luxus und ein Bedürfnis, das vor allem Menschen entwickeln, die in ihrem Alltag von der Arbeit mit den Händen komplett abgekoppelt sind.

Der Lehm für die Töpferei wird auf dem Gelände gewonnen, muss aber erst getrocknet, gestampft und gesiebt werden, um drehbar zu sein.

Der Lehm für die Töpferei wird auf dem Gelände gewonnen, muss aber erst getrocknet, gestampft und gesiebt werden, um drehbar zu sein. 

Auf eine merkwürdige Art und Weise passt dieses Projekt deshalb in unsere Zeit: mehr draussen sein, die Hände weniger auf der Tastatur und mehr im Dreck – viele träumen oder reden davon, erhoffen sich davon ein intensiveres Lebensgefühl, mehr Sinn oder einfach Entspannung. Doch auf dem Campus Galli ist die Handarbeit auch schon wieder beinahe eine Lebensnotwendigkeit, denn sie gibt den Langzeitarbeitslosen und einer Handvoll ausgebildeter Handwerker etwas zu tun.

Rogier, der Töpfer, kommt bei der Handarbeit, mit den Fingern im Dreck, mitunter zu überraschenden Erkenntnissen. Direkt neben der Töpferei liegt die Lehmgrube. «Wir hatten professionelle Töpfer hier, die hielten den Lehm für nicht drehbar», sagt Geschäftsführer Napierala stolz. Doch Rogier fand heraus, dass die Aufbereitung eine viel grössere Rolle spielt als angenommen. Deshalb sind jetzt mehrere Helfer damit beschäftigt, den getrockneten Lehm erst kleinzustampfen und dann durch Weidenkörbe zu sieben, bis ein feiner ockerfarbener Staub übrig ist. Wieder eingeweicht, hat das Material völlig andere Eigenschaften: «Jetzt kommen sie und fragen, ob sie den Ton kaufen können.»

Das nächste Gebäude, das sie auf dem Campus Galli errichten werden, ist eine Scheune für das Korn. Aber um die Scheune zu bauen, brauchen sie nicht nur Balken, sondern auch Nägel, um sie zu verbinden, Nägel aus Holz. Keine Scheune ohne Nägel und keine Nägel ohne Männer wie Nikolaj.

Schreiner Nikolaj macht Keile für den Steinmetz.

Schreiner Nikolaj macht Keile für den Steinmetz. 

Nikolaj ist gross und schmal, er trägt kurze lockige graue Haare auf dem Kopf und im Gesicht und sonst die gleiche Kluft aus ungefärbtem Leinen wie alle hier. 14 000 Nägel hat Nikolaj für das Dach der Kirche gemacht, 14 000 Nägel ohne Köpfe, von Hand und ohne Eile. Er hat die Vorrichtung aus Holz gebaut, in der er nur mit einer Fussbewegung sein Werkstück ein- und ausspannen kann – «viel schneller als in einem Schraubstock». Jetzt macht Nikolaj Keile, der Steinmetz hat sie bestellt, er braucht sie, um die Steine im Torbogen des Eingangs zum Obstgarten zu setzen, in der einzigen Steinmauer, die es hier gibt. Nikolaj zeigt das Stück Papier mit den Anweisungen, die er für die Keile bekommen hat: vier Finger breit, eine Hand lang, oben zwei Finger dick. Mehr braucht er nicht.

Nikolaj kommt aus Sibirien, seit 2002 ist er in Deutschland und von Anfang an beim Campus Galli dabei, sagt er; ursprünglich vom Jobcenter hergeschickt, jetzt angestellt «für Schreinerarbeiten, steht im Vertrag», und dazu gehört seiner Auffassung nach offenbar auch, dass Besuchern hier nichts Falsches erzählt wird.

Eine Gruppe, alle mit Schildchen an orangefarbenen Bändeln um den Hals, wird von einer Frau über das Gelände geführt. Als sie das Tun eines Freiwilligen vor der Schreinerwerkstatt, der sich mit einem riesigen archaisch anmutenden Metallgerät einem neuen Zaunpfosten widmet, mit den Worten kommentiert, «er bohrt gerade mit einem Löffelbohrer», ruft Nikolaj ein bisschen zu laut und ein bisschen zu entrüstet: «Nein! Das ist ein Schneckenbohrer!» Er ist sicher nicht wegen des Mittelalters hier. Aber er kennt sich aus.

Das ist ein Löffelbohrer. Blick in die Werkstätte, in welcher die Holznägel für die Bauten hergestellt werden.

Das ist ein Löffelbohrer. Blick in die Werkstätte, in welcher die Holznägel für die Bauten hergestellt werden. 

Nach der Morgenandacht gehen die Bewohner und Handwerker an ihre Arbeitsstätten.

Nach der Morgenandacht gehen die Bewohner und Handwerker an ihre Arbeitsstätten. 

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