Switzerland

Sie trat im letzten Sommer den Grünen bei – jetzt ist Alice Sommer plötzlich Grossrätin

Im letzten Sommer erst trat sie den Grünen bei. Ein politisches Amt hatte sie bis anhin nicht inne. Und jetzt ist Alice Sommer aus Zofingen gewählte Grossrätin. Etwas überrumpelt war die 35-Jährige am Wahlsonntag schon, als sie vom Resultat erfuhr. «Aber es ist gut so, wie es ist», sagt sie. Mit der Wahl gerechnet hat sie eher nicht, weil die Grünen im Bezirk Zofingen bisher nur einen Grossratssitz stellten.

«Ausserhalb von Zofingen bin ich nicht bekannt, aber mit dem Erfolg der Grünen hat es mir jetzt gereicht für die Wahl», analysiert sie die Situation. «Ich habe mich erst jetzt nach der Wahl damit befasst, was es für mich bedeutet, Grossrätin zu sein», ergänzt Alice Sommer. Hätte jemand sie im letzten Januar gefragt, ob sie Grossrätin wird, hätte sie wohl lachend den Kopf geschüttelt. Jetzt ist es anders gekommen.

Möchte ihrem Job weiterhin nachgehen

Begonnen hatte alles Anfang Jahr, als sie auf Einladung an die Versammlung der Grünen ging und sich dort überreden liess, sich als Grossratskandidatin aufstellen zu lassen – als Listenfüllerin, dachte sie. Doch an der Nominationsversammlung, an der sie nicht anwesend sein konnte, wurde sie auf Listenplatz 2 gesetzt. Der Rest ist Geschichte.

Für die Mutter von drei kleinen Kindern, davon Zwillinge, bedeutet die Wahl in den Grossen Rat eine Umstellung. Die Betreuung der Kinder muss gewährleistet sein, und ihrem Job als Physiotherapeutin möchte sie auch weiterhin nachgehen. «Ich bin in der glücklichen Lage, dass wir als Familie sehr viel Unterstützung von den Eltern und Schwiegereltern erhalten», sagt sie. 

Aufklärung und Sensibilisierung für einheimische Gewächse

Für ihre Hobbys joggen und gärtnern wird wenig Zeit übrigbleiben. Aber ausgerechnet ihr Einsatz für das Gärtnern und für die Natur hat Alice Sommer in Zofingen bekannter gemacht. Im Rosengarten setzt sie sich in einer Arbeitsgruppe im Rahmen des Zukunfts-Kafis ein für einen biodiversen Begegnungsort und hofft, dass der Stadtrat dafür bald grünes Licht gibt. Biodiversität im Siedlungsraum ist ihr ein grosses Anliegen. «Mit wenig Aufwand könnte schon viel erreicht werden», ist die Neo-Grossrätin überzeugt.

«Auch die Gemeinden könnten zu mehr Biodiversität beitragen, wenn sie beispielsweise auf stets wechselnden Flor in den Rabatten verzichten würden und stattdessen auf einheimische Stauden setzen würden.» Zudem möchte sie mit Aufklärung und Sensibilisierung erreichen, dass die vielen Hausbesitzer in der Schweiz vermehrt auf einheimische Gewächse setzen in ihren Gärten – und auf Steingärten verzichten. Ein Verbot fände sie weniger hilfreich. Denn: «Die Leute sollten verstehen, warum wir mehr auf Biodiversität setzen müssen.» Wenn das nicht ausreiche, brauche es aber Bestimmungen im Baugesetz.

«Prägend war sicher das naturverbundene Leben»

Den Grünen beigetreten ist Alice Sommer zwar erst kürzlich, deren Anliegen vertreten hat sie aber schon lange. Sie ist mit links-grünen Ideen aufgewachsen. Mit ihren Eltern ging sie auch an Kundgebungen. Der Umgang mit der Um- und Mitwelt war ein grosses Thema in der Familie. Die ersten sechs Jahre wuchs Alice Sommer auf einem Bauernhof in Kesten­holz SO auf, den ihre Eltern bewirtschafteten. Später zügelte die Familie in den Kanton Thurgau und dann weiter nach Mettmenstetten ZH, wo der Vater die Stiftung Werk- und Wohnhaus zur Weid leitete. «Prägend war sicher das naturverbundene Leben, die Nähe zur Landwirtschaft und die Diskussionen am Familientisch über biologischen Landbau und artgerechte Tierhaltung.»

Später, noch während ihrem Studium, zog Alice Sommer ins Haus ihrer verstorbenen Grosseltern in Zofingen, wo sie inzwischen mit Mann und Kindern wohnt. Ihre Eltern bauten eine Liegenschaft gleich nebenan. 

Sie könnte jeder Komission etwas abgewinnen

Ihren Garten gestaltet sie möglichst naturnah, die Familie verzichtet seit Jahren aufs Fliegen und auch ein Auto besitzt sie nicht. «Bei allem, was ich konsumiere, mache ich mir Gedanken darüber, welchen Einfluss das auf die Umwelt hat», sagt Alice Sommer. «Der bewusste Umgang mit den Ressourcen ist mir enorm wichtig. Und ja, manchmal habe ich auch Schuldgefühle gegenüber den nachfolgenden Generationen.» Entsprechend wird sich Alice Sommer auch im Grossen Rat für ihre Anliegen einsetzen. In welcher Kommission sie das tun wird, weiss sie noch nicht.

Als Grüne würde sie gerne Einsitz nehmen in der Kommission Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV), aber auch in der Kommission Gesundheit und Sozialwesen (GSW) würde sie sich aufgrund ihres beruflichen Hintergrunds gut aufgehoben fühlen. «Da ich sehr breit interessiert bin, würde ich bestimmt jeder Kommission etwas abgewinnen können», sagt sie. Dass sie sich jetzt überhaupt diese Gedanken machen darf, ist für sie sowieso vor allem eines: eine riesige Überraschung.

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