Switzerland

Selbst ist die Frau

Die institutionalisierte Frauenförderung macht es den Frauen zunehmend schwer, ihr wahrhaftes Können zu beweisen. Sie setzt alle Frauen dem Verdacht aus, dass sie es aus eigener Kraft nicht schaffen und ständig Entscheidungshilfe brauchen. Wer Frauen nicht systematisch stigmatisieren möchte, sollte damit aufhören.

Es ist allgemein bekannt, dass Mädchen bei der Berufswahl andere Präferenzen als Buben haben.

Es ist allgemein bekannt, dass Mädchen bei der Berufswahl andere Präferenzen als Buben haben.

Kniel Synnatzschke / Imago

Claudia Wirz

Die Welt steht kopf seit Corona. Einem Tsunami gleich schnellen die Infektionszahlen in die Höhe, es gibt wieder Lockdowns oder zumindest ernsthafte Überlegungen dazu. Grenzen werden geschlossen, es drohen Pleitewellen, gigantische Schulden türmen sich auf, die Wirtschaft schrumpft. Wie es weitergeht, weiss niemand. Erlösung bringt dereinst vielleicht ein Impfstoff. Aber wer kann uns versichern, dass bis dahin nicht schon ein neues Virus zu einer Weltreise aufgebrochen ist? Ein Szenario, das ungezählten Unternehmern, Künstlern, Angestellten und Selbständigen schlaflose Nächte bereiten mag.

Doch inmitten dieses Sturms steht der sprichwörtliche Fels in der Brandung; ein Ort, an dem die Corona-Sorgen einfach abprallen, wo sie gegenüber anderen Problemen und Skandalen komplett in den Hintergrund treten und wo der traute Gang der Dinge alte Erkenntnisse neu serviert. Soeben hat das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung eine Studie veröffentlicht, die das bestätigt, was wir schon immer gewusst haben: Mädchen haben bei der Berufswahl andere Präferenzen als Buben.

Es ist bestimmt die dritte, vierte oder vielleicht auch fünfte Welle dieser immergleichen Information. Und immer gleich ist auch die Skandalisierung, welche die Gleichstellungslobby daraus fabriziert. Dass Mädchen anders sind als Buben und umgekehrt, findet sie offenbar schlimm. Es muss zwangsläufig eine Art von Diskriminierung dahinterstecken – und zwar der Mädchen. Das wiederum impliziert, dass die Forscherinnen die Berufswahl der Mädchen grundsätzlich schlechter taxieren als diejenige der Buben, als ob es per se gute und schlechte Berufe gäbe und die Verhaltensvorgaben der Buben das Mass aller Dinge wären.

Schuld an der vermeintlichen Misere seien – wir haben es schon so oft gehört – fehlende Vorbilder und verkrustetes Rollendenken, heisst es. Dass Mädchen lieber Kleinkinderzieherin als Gleisbauerin werden, bildet nach dieser Lesart also nicht den Willen der Mädchen ab, der nie so frei war wie heute. Vielmehr sei es als Ausdruck einer von tradierten Geschlechterrollen getriebenen Selbstdiskriminierung zu interpretieren. Diese Schemata sollen jetzt endgültig aufgebrochen werden. Die Rezepte sind altbekannt: Mit Spielzeugdidaktik, Erziehungsmassnahmen und Sensibilisierungskampagnen will man den Mädchen und umgekehrt auch den Buben auf die Sprünge in das jeweils entgegengesetzte Geschlechterklischee helfen. Es ist eine phantasielose Kost, die uns da in regelmässigen Abständen aus den Küchen der Gleichstellungsapologeten aufgetischt wird.

Zugegeben, es muss frustrierend sein, wenn die gleichstellungspolitische Missionierung nicht wie gewünscht fruchtet und sich viele junge Frauen nach wie vor in vermeintlichen Frauenberufen wohl fühlen, ein Phänomen, welches man selbst in skandinavischen Ländern beobachtet. Aber irgendwann muss man akzeptieren, dass in einer freien Welt der Wille des Individuums mehr zählt als das Planziel von Sozialingenieurinnen. Wer abgeschaffte «konservative» Zwänge durch neue «progressive» ersetzen will, hat nichts zur Überwindung von Geschlechterstereotypen beigetragen, sondern hat einfach nur ein Problem mit der Freiheit.

Claudia Wirz ist freie Journalistin und Autorin.

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