Switzerland

Sechs Gründe für den Erfolg von «Platzspitzbaby»

200’000 Besucher nach einem Monat: Der Spielfilm «Platzspitzbaby» wird die Schweizer Kinohits «Zwingli» und «Manser» wohl bald überholen. In den Deutschschweizer Kinocharts steht er auf Platz 1, vor Oscarfilmen wie «1917». Laut dem Verleih Ascot Elite könnte das Drama von der heroinsüchtigen Sandrine und ihrer 11-jährigen Tochter Mia zum erfolgreichsten Schweizer Film der letzten Jahre werden. Sechs Gründe für den Triumph.

1. «Platzspitzbaby» bewegt

«Musste mich zusammenreissen, nicht den ganzen Film lang zu heulen», schreibt eine Besucherin auf der Website Cineman. Auf Youtube wird die authentische Darstellung der Figuren und der 90er-Jahre gelobt. Hervorgehoben werden speziell die Leistungen der Schauspielerinnen Sarah Spale und Luna Mwezi als heroinsüchtige Mutter respektive deren Tochter.

Laut Kinobetreibern hätten die Zuschauer nach dem Film das Bedürfnis, sich auszutauschen. «Viele Besucher und Besucherinnen sind nach der Vorführung sichtlich ergriffen oder gar schockiert», sagt Marisa Suppiger vom Kino Kosmos in Zürich. Besucher berichten im Netz von einer «seltsamen Stimmung im Kino»; alle würden während des Abspanns sitzen bleiben.

2. Das Thema löst Erinnerungen aus

Nur die Eröffnungsszene von «Platzspitzbaby» spielt auf dem Platzspitz, danach springt der Film ins Jahr 1995, ein paar Jahre nach der Räumung, und konzentriert sich auf das Mutter-Tochter-Verhältnis. Die Erinnerungen an die offene Drogenszene und die nach der Räumung in den Kreis 5 gespülten Süchtigen sind aber weiterhin präsent als ein dramatisches Stück Stadtgeschichte vor der Aufhübschung: Abhängige, die im Hauseingang lagen, Spritzen und Fäkalien in Hinterhöfen, die Folgemisere im Letten.

Auch persönliche Betroffenheit spielt eine Rolle, etwa Bekannte, die abgestürzt sind. Auf Cineman schreibt ein Besucher, er könne dank dem Film einen befreundeten Ex-Süchtigen besser verstehen. Im Foyer würden die Besucher sich gegenseitig Geschichten vom Platzspitz erzählen, sagt ein Kinobetreiber.

3. Der Film funktioniert auch auf dem Land

Das Zürcher Thema spricht Besucher nicht nur in Zürich an, sondern in der ganzen Deutschschweiz. Auch in ländlichen Gebieten: Laut Seline Meli vom Verleih Ascot Elite ist das Interesse in Wetzikon oder Einsiedeln, aber auch in Visp oder in Weinfelden im Thurgau gross. Das Drama schlage viele potenzielle Hollywoodblockbuster, sagt Constans Schmölder vom Liberty Cinema in Weinfelden. Der Film habe es geschafft, zum Gesprächsthema zu werden, was die Mundpropaganda befördere.

Dabei spielt wohl auch mit, dass «Platzspitzbaby» vergessene Schicksale aufgreift: Nach der Räumung wurden Festgenommene, die nicht aus Zürich waren, in ihre Heimatgemeinden zurückgeführt, wo sie mit dem Dorfalltag kollidierten. Das geschieht auch mit Sandrine und Mia, die in ein Dorf im Zürcher Oberland ziehen.

4. Eltern können ihre Kinder aufklären

Das auf dem autobiografischen Bestseller der Autorin Michelle Halbheer beruhende Filmdrama hat gemäss Ascot Elite zuerst ältere Kinogänger angesprochen, aber bereits ab der zweiten Woche auch ein jüngeres Publikum erreichen können. «Ich stelle fest, dass Eltern mit ihren Kindern den Film schauen kommen und ihnen vieles von damals erklären», sagt Franz Kälin, Betreiber des Cineboxx in Einsiedeln.

5. Das Drama ist nicht peinlich

Gemäss Verleih ist die Mundpropaganda auffällig stark, so sei es aussergewöhnlich, dass ein Kinofilm in der zweiten Woche seine Besucherzahlen noch steigern könne. Onlinekommentatoren loben «Platzspitzbaby» als besonders starken Schweizer Film. Das filmische Handwerk scheint auch ein Grund für den Erfolg in Landkinos zu sein. Gemäss dem Cineboxx in Einsiedeln ist der in der Stadt produzierte typische «Schweizer Film» auf dem Land «in der Regel verpönt».

6. «Platzspitzbaby» surft auf einer Erfolgswelle

Publikumslieblinge wie «Wolkenbruch» oder «Manser» bewirken allgemein einen Popularitätsschub für Deutschschweizer Spielfilme: Kinobetreiber nutzten den Erfolg von «Manser», um im Vorprogramm den «Platzspitzbaby»-Trailer zu spielen. Die Produktionsfirma C-Films und Ascot Elite verfolgten ausserdem dieselbe Lancierungsstrategie wie bei «Zwingli»: breiter Kinostart im Januar ohne Festivalpremiere an den Solothurner Filmtagen.

Constans Schmölder von der Kino Weinfelden AG erwähnt auch das Marketing des Films. Laut dem Zürcher Kosmos-Kino sind dank aufwendig gemachter Unterrichtsmaterialien zudem Schulen einbezogen worden, was mit zum Erfolg beigetragen hat.

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