Switzerland

«Schweizer Eishockey kompakt»:  Die ZSC Lions spielen zum ersten Mal in dieser Saison gegen die SCL Tiger, und die Liga und der Spengler-Cup finden einen Kompromiss

Wes Walz ist der letzte Meistermacher des EV Zug. Und in der Statistik widmen wir uns den produktivsten Sturmduos. Legendäres, Kurioses und Aktuelles gibt es in «Schweizer Eishockey kompakt».

Auf nzz.ch/sport finden Sie während der Eishockeysaison an dieser Stelle täglich Legendäres, Kurioses, Aktuelles und Einordnungen aus den höchsten Schweizer Eishockeyligen – alles wohlgeordnet und kurz nach der Schlusssirene aktualisiert.

ZSC Lions – SCL Tigers: Die Saison begann am 1. Oktober, und nun, am 24. November, ist es doch noch so weit: Das erste Duell zwischen den Stadtzürchern und den SCL Tigers aus dem Emmental steht an – sofern nicht wieder eine Quarantäne-Anordnung dazwischenkommt. Die Zürcher haben mit Siegen in Genf und gegen die Rapperswil-Jona Lakers nach ihrer zehntägigen Zwangspause den Tritt schnell wieder gefunden, aus ihrer Sicht kann es keinen Grund geben, warum die positive Serie gegen die Langnauer nicht eine Fortsetzung erfahren sollte. Sportlich verbindet die zwei Klubs mit Ausnahme der Vornamen der Trainer (Rikard) nichts.

Grönborgs Mannschaft ist jener Franzéns in allen Belangen klar überlegen, die Tigers weisen mit 0,8 gewonnen Punkten pro Spiel, erst 20 erzielten Treffern und einem Torverhältnis von -17 die schlechtesten Werte der Liga auf. Doch um solche statischen Werte geht es für sie in dieser Saison nur am Rande. Die Tiger sind im Gegensatz zu den Löwen nicht auf Rosen gebettet, mit bescheidenen Mitteln und mit einer vorbildlichen Kostendisziplin versuchen sie, irgendwie das Überleben zu sichern. Gelingt hin und wieder ein Punktgewinn, ist das höchst willkommen für die Moral. Entscheidender aber ist, dass für diese Saison der Abstieg abgeschafft wurde. So gesellt sich zur wirtschaftlichen nicht auch noch die sportliche Existenzangst. (pic.)

Auch in Zukunft sind in der Altjahreswoche alle Augen auf den Spengler-Cup gerichtet.

Auch in Zukunft sind in der Altjahreswoche alle Augen auf den Spengler-Cup gerichtet.

Melanie Duchene / Keystone

nbr. Am 28. Dezember duelliert sich der HC Davos mit Ambri-Piotta. Eigentlich ist daran nichts erstaunlich, in der Altjahreswoche wird in Davos ja seit fast einem Jahrhundert Eishockey begangen, am Spengler-Cup, und wie schon 2019 wären heuer Davos und Ambri die Schweizer Vertreter gewesen. Doch die 94. Austragung haben die Organisatoren absagen müssen, das Turnier fällt der Pandemie zum Opfer – stattdessen trägt der HCD drei Meisterschaftsheimspiele aus.

Seit längerem stand im Raum, dass dies das neue Normal wird: National-League-Partien während des Spengler-Cups – die Davoser Macher mussten sich überlegen, ob sie sich die Abgaben für den Schutz dieser Termine noch leisten wollen. Der HCD entrichtet einen Obolus an die übrigen Vereine, damit die Liga pausiert und dem Spengler-Cup in jener Woche fast ungeteilte Aufmerksamkeit zuteilwird. 800 000 Franken lassen sich die Veranstalter dieses Privileg kosten, viel Geld. 2021 endet der Vertrag mit der Liga, im HCD gab es Gedankenspiele, ihn nicht zu verlängern. Doch nun ist der Entscheid gefallen, die Vereinbarung wird voraussichtlich um fünf Jahre zu identischen Konditionen fortgeführt. Grundsätzlich bleibt auch die Spengler-Cup-Teilnahme der Nationalmannschaft denkbar, in Olympiajahren; das Turnier von 2018 war für die Organisatoren ein Erfolg gewesen.

So attraktiv die Termine in der Altjahreswoche auch für die restlichen Vereine wären: Wahrscheinlich ist es für das Schweizer Eishockey eine gute Nachricht, dass es weitergeht mit dieser Kompromisslösung. Der Spengler-Cup ist nicht nur ein Branchentreffen, sondern auch eine internationale Institution, die geschwächt worden wäre, würde die National League einfach weiterspielen. Längst ist es zur Tradition geworden, dass man zwischen den Feiertagen nach Davos schielt und sich am oft ungezügelten Offensivspektakel erfreut.

Und wer mit dem marketinglastigen Schauturnier nichts anzufangen weiss, dem bieten sich im Unterland ja Alternativen: Die gemeinhin unterschätzte zweithöchste Liga, die Swiss League, absolviert jeweils zwei Vollrunden.

Als letztes National-League-Team hat nun auch der SC Bern einen Corona-Fall. Das Team der Berner muss wegen eines positiven Corona-Falls für zehn Tage in Quarantäne; die geplanten Partien gegen die ZSC Lions (am 27. November), Lugano (28.11.) und Ajoie (Schweizer Cup/30.11.) wurden verschoben. Damit mussten alle zwölf Teams der National League in den ersten siebeneinhalb Wochen der Eishockey-Meisterschaft mindestens einmal in Quarantäne; der EV Zug sogar zweimal. (sda)

Im Play-off-Halbfinal 1998 gegen Ambri-Piotta läuft Wes Walz (rechts) zur Hochform auf – im entscheidenden Spiel erzielt er einen Hattrick.

Im Play-off-Halbfinal 1998 gegen Ambri-Piotta läuft Wes Walz (rechts) zur Hochform auf – im entscheidenden Spiel erzielt er einen Hattrick.

Sigi Tischler / Keystone

nbr. Als der EV Zug 1998 zum ersten und bisher letzten Mal Meister wurde, hatte ein Spieler besonders grossen Anteil an diesem Meritum: Wes Walz, der kanadische Wirbelwind, der sich zum Play-off-Topskorer aufschwang. Als der EVZ in der Halbfinalserie gegen Ambri in Schieflage geriet, erzielte Walz in Spiel Nummer 7 in der Valascia einen Hattrick; insgesamt traf er in jenem Play-off 16 Mal.

Walz wurde 2017 von den Lesern der Lokalzeitung zum «wertvollsten Ausländer» der letzten fünfzig Jahre gewählt, aber er verabschiedete sich im Unfrieden: 1999 brach er seinen Vertrag, um einen Wechsel in die NHL zu erzwingen. Der EVZ liess ihn widerwillig ziehen – und setzte ein Gentlemen’s Agreement auf, das besagte, dass kein Schweizer Klub Walz bei einer allfälligen Rückkehr verpflichten darf. Der HC Lugano tat das unter dem Manager Beat Kaufmann trotzdem und sorgte für frostiges Klima in der Liga.

Kaufmann und der Trainer Jim Koleff – jener Mann, der Walz einst als EVZ-Coach in die Schweiz geholt hatte – realisierten den Transfer unbeirrt. Der Affront lohnte sich nicht: Nach 18 Partien wanderte Walz erneut nach Nordamerika ab – und schaffte es bei diesem Anlauf, das Glück zu finden. Sieben Jahre spielte er für die Minnesota Wild und wurde dort sesshaft; heute analysiert der inzwischen 50-Jährige die Partien der Wild am TV für Fox Sports. Die Begeisterung für das Eishockey hat er an seine Kinder weitergegeben: Sein Sohn Kelvin spielte in den letzten zwei Jahren für die EVZ Academy und den SC Langenthal. Die Tochter Jaedyn war Captain des Teams der Universität von Wisconsin.

Lust auf weitere Legenden? Hier geht es zu den gesammelten Legenden der Woche.

Gottérons Coach Christian Dubé hat kürzlich das Duo Julien Sprunger/Andrei Bykow wiedervereinigt. Die beiden spielen seit Menschengedenken für Freiburg; der heutige Captain Sprunger (34) debütierte 2002/03, Bykow (32) zwei Jahre später. Zahllose Trainer haben sie in der letzten Dekade gemeinsam stürmen lassen und wieder getrennt, aktuell stürmt das Duo wieder zusammen. Weil Klubtreue heutzutage eher kleingeschrieben wird, sind Sprunger/Bykow das mit Abstand produktivste National-League-Duo der letzten 10 Jahre, sie kommen auf 66 Tore, bei denen einer der beiden für den anderen assistiert hat. Und sie werden ihre Führung in den kommenden Monaten weiter ausbauen. (nbr.)

Die produktivsten Duos der letzten 10 Jahre

1. Julien Sprunger/Andrei Bykow Gottéron 66 Tore
2. Tommi Santala/Denis Hollenstein Kloten 41
Marc Wieser/Perttu Lindgren Davos 41
Lino Martschini/Josh Holden Zug 41
Benjamin Plüss/Julien Sprunger Gottéron 41
6. Fredrik Pettersson/Linus Klasen Lugano 37
7. Mark Arcobello/Simon Moser Bern 34
8. Mark Arcobello/Thomas Rüfenacht Bern 32
9. Denis Hollenstein/Vincent Praplan Kloten 30
10. Reto Suri/Lino Martschini Zug 29
Roman Wick/Ryan Shannon ZSC Lions 29
Reto Suri/Josh Holden Zug 29

Football news:

Der 23-jährige Marokkaner war der erste Spieler in 81 Jahren, der in zwei aufeinanderfolgenden la-Liga-Heimspielen einen hattrick erzielte
Real-Coach Bettoni über das 4:1 mit Alaves: ein Verdienter Sieg. Zidane ist mit dem Spiel sehr zufrieden
Benzema über das 4:1 mit Alaves: ein Gutes Spiel, wichtig für das Selbstvertrauen. Nach einer harten Woche ist Real auf dem richtigen Weg
Cheltenham erzielte Manchester City nach dem aus - in bester Tradition von Rory Delap. Den Ball aus 30 Metern zu werfen, half dem Handtuch
Benzema erzielte 15 + Tore in 10 von 12 Saisonspielen in Real Madrid
Ibrahimovic-Zapate: ich habe mehr Tore erzielt als du in deiner Karriere gemacht hast
Pep Guardiola: Foden muss ein Photon sein, nicht de Bruyne. Es gibt nur einen de Bruyne