Switzerland

«Schweizer Eishockey kompakt»: Den ZSC Lions gelingt mit dem 6:3 gegen Davos eine Reaktion nach zuletzt drei Niederlagen +++ Lasse Lilja ohrfeigte den Buschauffeur und füllte einen Trainerkollegen mit Alkohol ab

Die Legende der Woche ist der Schwede Lasse Lilja, unter dem der EHC Arosa 1980 und 1982 seine beiden letzten Meistertitel gewinnt. Legendäres, Kurioses und Aktuelles gibt es in «Schweizer Eishockey kompakt».

Auf nzz.ch/sport finden Sie während der Eishockeysaison an dieser Stelle täglich Legendäres, Kurioses, Aktuelles und Einordnungen aus den höchsten Schweizer Eishockeyligen – alles wohlgeordnet und kurz nach der Schlusssirene aktualisiert.

Der Flügel Marco Pedretti (Zweiter von links) trifft gegen Davos in der 32. Minute zum 4:0 für die ZSC Lions.

Der Flügel Marco Pedretti (Zweiter von links) trifft gegen Davos in der 32. Minute zum 4:0 für die ZSC Lions.

Ennio Leanza / Keystone

50 Zuschauer. Tore : 1. C. Baltisberger (Roe) 1:0, 6. Prassl (P. Baltisberger) 2:0, 26. Hollenstein 3:0, 32. Pedretti (Trutmann, Flüeler) 4:0, 49. Ambühl (Thornton / Ausschluss Marti) 4:1, 52. Hischier (Palushaj) 4:2, 56. C. Baltisberger (Noreau, Roe / Ausschluss Buchli) 5:2, 59. Ambühl (Nygren, Corvi / Ausschluss C. Baltisberger) 5:3, 60. Marti (ins leere Tor) 6:3. – Den Zürchern gelingt die erhoffte Reaktion nach drei Niederlagen. 40 Minuten lang dominieren sie den schwachen HCD fast nach Belieben, dann lassen sie nach, geben den Sieg aber nicht mehr aus der Hand.

Das ist uns aufgefallen: Fünf Spiele sind ursprünglich angesetzt. Doch nach Biel, Rapperswil-Jona, Ambri, Langnau und Zug ist jetzt auch Genf/Servette in Quarantäne. Seit einem Monat läuft die Saison, ein auch nur halbwegs geregelter Spielbetrieb ist unmöglich mit der halben Liga ausser Gefecht. Geht der Trend so weiter, läuft das Eishockey nach der verordneten Verbannung der Zuschauer aus den Stadien Gefahr, sich noch ganz aus dem Spiel zu nehmen. Immerhin: Das Duell ZSC-HCD findet statt, als einziges Spiel der Runde. Es bietet die erwartet gute Unterhaltung. Die Zürcher beginnen nach ihren drei Niederlagen zuvor wieder einmal konzentriert und wach, nach 21 Sekunden fällt bereits das 1:0. In diesem Stil geht es weiter, 40 Minuten lang dominieren sie und erhöhen das Skore kontinuierlich. Vom HCD ist nichts zu sehen, kopflos und unbeholfen, selbst in doppelter Überzahl, erlebt er ein Debakel. Erst im letzten Abschnitt findet er ins Spiel, dies auch, weil die Zürcher fehlerhaft werden. Unter ihnen auch der Debütant Marco Rossi, der ehemalige Lions-Junior, der als Leihgabe der Minnesota Wild aus der NHL in Zürich weilt. So werden die letzten 20 Minuten zu einem wilden Hin und Her, bei dem aber nur noch begrenzt Spannung aufkommt. Die Zürcher spielen ein wenig mit dem Feuer, behalten aber das bessere Ende. Jetzt haben sie eine Pause, da ihr Spiel am Sonntag gegen Langnau verschoben wurde. Gemäss Spielplan geht es am 7. November im Cup gegen Lugano weiter. (pic.)

Lasse Lilja feiert mit dem EHC Arosa den Meistertitel (24. Februar 1982).

Lasse Lilja feiert mit dem EHC Arosa den Meistertitel (24. Februar 1982).

Keystone

gen. Das Coronavirus stellt das morsche Geschäftsmodell des professionellen Eishockeysports auf die Belastungsprobe. Doch es ist noch gar nicht so lange her, dass Eishockeyspieler ein Beruf geworden ist, von dem sich tatsächlich leben lässt. Der Appenzeller Jörg Eberle gilt nach offizieller Lesung als erster Profi in der Geschichte des Schweizer Eishockeys. Er unterschrieb seinen ersten Vertrag Anfang der 1980er Jahre beim SC Herisau, wo der spätere Bundesrat und Finanzminister Hans-Rudolf Merz Vereinspräsident war.

Die professionelle Art, Eishockey zu lehren und zu trainieren, kam aber aus Schweden in die Schweiz. Landläufig gilt John Slettvoll beim HC Lugano als Eisbrecher. In Tat und Wahrheit begann aber bereits sein Landsmann Lasse Lilja mit der professionellen Arbeit auf und neben dem Eis. Er stiess 1979 vom damals B-klassigen Zürcher SC zum EHC Arosa und führte die Bündner auf Anhieb zum Titel. Als Erstes führte Lilja im Schanfigg das Mittagstraining ein und stellte damit die Flexibilität seiner Spieler auf die Probe. Sie alle arbeiteten daneben noch in einem sogenannten «richtigen Beruf».

Lilja war eine farbige Gestalt, laut und deutlich auf und neben dem Eisfeld. Stand er nicht in den Schlittschuhen auf der Eisbahn, dann stolzierte er in karierten Hosen über den Golfplatz und kommentierte die eigenen Schläge und die seiner Begleiter. Die Umgangsformen des Schweden entsprachen nicht der strengen Etikette des elitären Sports. Er sprach, wie ihm der Schnabel gewachsen war.

Bei allem Erfolg, den Lilja nach Arosa brachte, war er auch eine äusserst streitbare Erscheinung. Nach einem Auswärtsspiel in Biel ohrfeigte er einmal den Buschauffeur, weil der Minuten zu spät zum vereinbarten Treffpunkt gekommen war. Der damalige Klubpräsident Peter Bossert hielt den Skandal unter dem Deckel, indem er dem Geohrfeigten eine neue Uhr schenkte. Legendär ist auch Liljas handstreichartige Übernahme des Nationalteams, das er 1981 und 1982 im Nebenamt führte. Als Assistent vorgesehen, füllte er auf der Reise zur B-Weltmeisterschaft den eigentlichen Headcoach, seinen Landsmann Arne «Ätti» Strömberg, mit Alkohol ab und liess ihn bei einer Pause auf einer Autobahnraststätte zurück.

Liljas Wirken als Nationaltrainer war allerdings nicht ganz so erfolgreich wie jene im Klub. An seiner zweiten Weltmeisterschaft 1982 in Klagenfurt verhinderten die Schweizer den Sturz in die B-Gruppe nur dank einem abgesprochenen 3:3 gegen Rumänien. Absteigen musste Japan. Schliesslich überspannte Lilja den Bogen auch in Arosa. Er missachtete die Weisungen seiner Vorgesetzten und entwickelte immer mehr ein Eigenleben im Klub. In einer Filmdokumentation sagt der damalige Präsident Bossert, am Ende sei der Schwede trotz allem sportlichen Erfolg nicht mehr tragbar gewesen.

Lilja arbeitete danach noch in Rapperswil-Jona, Ambri-Piotta und Chur, ohne allerdings die Erfolge in Arosa noch einmal wiederholen zu können. Wie prägend er für den Bündner Traditionsklub war, zeigt die Tatsache, dass das Kündigungsschreiben, mit dem Bossert sein Wirken und Wüten in Arosa beendete, Teil des Museums ist, in dem die grosse Geschichte des Klubs gewürdigt wird.

gen. Das 2:8 in Zug am vergangenen Freitag war die höchste Niederlage der ZSC Lions seit einem 1:7 im Januar 2011 in Davos. Doch die Zürcher haben seit der Einführung der Play-offs schon andere denkwürdige Debakel erlebt. Gleich zehnmal verloren sie noch deutlicher als in Zug. Hier das Worst-of der Lions:

Die schlimmsten ZSC-Niederlagen

Seit Einführung der Play-offs

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Anthony Anex / Keystone

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