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Schweiz trotz Niederlage gegen Norwegen zufrieden: «Bewiesen, dass wir hierhin gehören»

Lenny Rubin versucht, sich durchzutanken. Bild: keystone

Schweiz trotz Niederlage gegen Norwegen zufrieden: «Bewiesen, dass wir hierhin gehören»

Österreich setzte es für die Schweizer Handballer an der WM in Ägypten im zweiten Vorrundenspiel die erwartete Niederlage ab. Das Team von Nationaltrainer Michael Suter verlor gegen Norwegen 25:31.

Die Schweizer starteten sehr gut und gingen in der 10. Minute 5:3 in Führung. Nach sechs torlosen Angriffen gerieten sie aber 5:9 (16.) in Rückstand. Zwar kamen sie noch zweimal bis auf einen Treffer heran, dann zogen die Norweger aber wieder davon. Nach 30 Minuten lagen die Schweizer 13:17 hinten.

Flugeinlage von Nicolas Raemy am rechten Flügel. Bild: keystone

Norwegen liess nichts anbrennen

Der Beginn der zweiten Halbzeit missriet dem Aussenseiter, bis zur 33. Minute wuchs die Differenz auf sieben Tore (14:21). Die Schweizer liessen sich dadurch aber nicht entmutigen und kämpften bravourös weiter. Obwohl sie auf 17:21 (38.) verkürzten, kehrte die Spannung aber nicht zurück, dafür waren die Norweger schlichtweg zu stark.

«Es war aus meiner Sicht eine sehr gute Leistung», sagte Suter. «Wir kämpften bis zur letzten Sekunde, um jeden Ball. Das Resultat hätte noch deutlich knapper ausfallen können. Das grosse Kompliment für uns ist, dass die Norweger mit ihren acht besten Akteuren durchgespielt haben. Wir dagegen hatten alle 16 Spieler auf dem Feld, das spricht für das Team. Ich verliere nicht gerne, aber die Mannschaft hat das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.»

Die Zusammenfassung der Partie. Video: SRF

Die Skandinavier hatten sich sehr gut auf den Schweizer Topstar Andy Schmid eingestellt. Der fünffache MVP der Bundesliga erzielte bei vier Abschlüssen bloss einen Treffer. Schmid führte aber magistral Regie und harmoniert ausgezeichnet mit Kreisläufer Alen Milosevic, der sieben Tore schoss. Auch der linke Flügel Marvin Lier war siebenmal erfolgreich und verzeichnete keinen Fehlwurf – viermal reüssierte er vom Penaltypunkt aus. «Es war ein grosses Erlebnis», so Lier. «Wir bewiesen, dass wir hierhin gehören.»

Portner rehabilitiert sich

Eine sehr starke Leistung zeigte Torhüter Nikola Portner, der zwei Tage zuvor gegen Österreich bis zur Auswechslung keinen Schuss gehalten hatte. Der Keeper von Chambéry kam erst in der zweiten Halbzeit zum Zug und verzeichnete acht Paraden, was eine Abwehrquote von 42 Prozent ergab. Aurel Bringolf wehrte in der ersten Halbzeit fünf Schüsse ab.

Stark, aber trotzdem oft geschlagen: Nikola Portner. Bild: keystone

Die Abwehr hatte gegen die wurfgewaltigen Norweger einen schweren Stand. Sander Sagosen, der aktuell wohl beste Handballer der Welt, zeichnete sich als elffacher Torschütze aus. Von den Rückraumspielern der Schweizer dagegen kam zu wenig, um gegen ein Team wie den WM-Zweiten von 2017 und 2019 zu reüssieren. Schmid und Co. brachten es zusammen bloss auf acht Treffer.

Kein Glücksbringer für die Schweiz: In der Startphase verirrte sich eine Katze aufs Spielfeld. bild: tv24

Am Montag spielen die Schweizer gegen den sechsfachen Weltmeister Frankreich, der die ersten beiden Partien souverän gewonnen hat. Verliert am gleichen Österreich gegen Norwegen, steht die SHV-Auswahl in der Hauptrunde. (ram/sda)

Die Tabelle:

Das Telegramm:


Madinat Sittah Uktubar. - keine Zuschauer. - SR Gubica/Milosevic (CRO).
Torfolge: 1:0, 2:2, 4:2, 5:3 (10.), 5:9 (16.), 7:9, 7:10, 9:10, 11:12 (23.), 11:15 (26.), 12:15, 12:17, 13:17; 14:18, 14:21 (33.), 17:21, 17:24, 25:31.
Strafen: 6mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 2mal 2 Minuten gegen Norwegen.
Schweiz: Bringolf (5 Paraden)/Portner (ab 31./8)/Grazioli (für 2 Penaltys); Schmid (1 Tor), Rubin (4), Tynowski (2), Svajlen, Lier (7/4), Sidorowicz (2), Raemy, Röthlisberger, Tominec, Zehnder (1), Milosevic (7), Novak, Ben Romdhane (1).
Norwegen: Bergerud (11 Paraden)/Saeveras (1); Sagosen (11/4), Myrhol (2), Jakobsen (1), Jöndal (4), Björnsen (1), Johannessen (6), O’Sullivan (1), Reinkind (5).
Bemerkungen: Schweiz ohne Meister (verletzt), Küttel (krank), Maros, Schelker (beide Corona) und Gerbl (überzählig). (ram/sda)

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