Switzerland

Schwedens Ruf als Tech-Nation wird angekratzt – und das von höchster Stelle

Kann ein Regierungschef, der selber noch nie etwas im Internet gekauft hat, glaubwürdig eine ambitiöse Tech-Nation führen? Diese Frage stellt sich Schweden neuerdings. Nicht alle sind optimistisch.

Stefan Löfven unterlief ein Fauxpas.

Stefan Löfven unterlief ein Fauxpas.

Maxim Thore / Imago

«Wahrscheinlich bin ich halt einfach von jener Generation», kommentierte unlängst Schwedens 63-jähriger Ministerpräsident Stefan Löfven sein Eingeständnis, noch nie etwas über das Internet gekauft zu haben. Das Outing war dabei nicht ganz unerzwungen gekommen. Denn Löfven musste sich gegen den Vorwurf verteidigen, dass er vor Weihnachten in einem Einkaufszentrum gesichtet worden war, wo er doch zuvor in einer Botschaft an die Bevölkerung eindringlich gesagt hatte, angesichts des grassierenden Coronavirus gelte es für alle, sich Zurückhaltung aufzuerlegen.

Ein Regierungschef, der selber anderes tut, als er von den übrigen fordert – das ist die eine Sache, die in dieser Angelegenheit Staub aufwirbelte. Eine zweite ist, dass Schweden sich schon seit drei Jahrzehnten als führende Tech-Nation versteht. Im Februar 1994 soll sogar zwischen dem damaligen Regierungschef Carl Bildt und dem US-Präsidenten Bill Clinton die historisch erste E-Mail auf höchster politischer Ebene ausgetauscht worden sein. Da macht es sich natürlich schlecht, wenn der gegenwärtige Ministerpräsident sich nicht in der Lage fühlt, eine Online-Transaktion abzuwickeln.

Jetzt quillt das Internet über mit freundlich gemeinten, wenn auch bisweilen ironisch dargebotenen Coaching-Angeboten für den Regierungschef. Und begleitet von der spitzen Bemerkung, die Ausrede mit «jener Generation» ziehe nicht. Denn sieben von zehn schwedischen Pensionären haben 2020 laut einschlägigen Statistiken digitale Transaktionen getätigt.

Jedoch gibt es auch ernstere Kritik. In einem Zeitungskommentar wurde darauf hingewiesen, dass Schweden in Europa punkto E-Government zurückfalle. Die IT-Kompetenz eines Landes stehe und falle zwar nicht mit der Fähigkeit des Regierungschefs, im Internet etwas zu kaufen. Doch müsse man sich fragen, ob der Ministerpräsident die Bedeutung von Technologie für die Zukunft der Gesellschaft voll erfassen könne. Zumal er das relevante Dossier einem Politiker anvertraut habe, der früher in einem anderen Ministeramt bei einem gravierenden IT-Skandal eine sehr schlechte Figur gemacht hatte.

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