Switzerland

Schutz vor häuslicher Gewalt: Frauen und Kinder besser vor Gewalt schützen

Der Zürcher Regierungsrat hat ein umfassendes Paket beschlossen. Gewaltopfern soll schneller geholfen, Täter sollen genauer beobachtet werden.

Was kann ich tun bei häuslicher Gewalt? Opferhilfestellen sollen bekannter werden.

Was kann ich tun bei häuslicher Gewalt? Opferhilfestellen sollen bekannter werden.

Symbolfoto: Keystone

Angenommen, Sie werden Zeugin eines Gewaltdelikts oder sind selbst von Gewalt betroffen. Wohin wenden Sie sich? In Zürich gibt es acht anerkannte Opferhilfestellen, die Betroffenen in solchen Situationen zur Seite stehen. Doch nur wenige kennen sie. Und das, obwohl in der Pandemie deutlich mehr Menschen Hilfe benötigt hätten: Die häusliche Gewalt hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen.

Der Regierungsrat hat eine Kampagne gestartet, um die Opferhilfe bekannter zu machen. Gleichzeitig hat er deren Budget erhöht. Heute müssen Betroffene lange auf einen Termin warten oder können nicht an Einvernahmen begleitet werden, weil es an Personal fehlt.

Die Stärkung der Opferhilfe ist Teil eines umfassenden Pakets, das der Regierungsrat am Montag an einer Medienkonferenz vorgestellt hat. Mit insgesamt 16 Massnahmen will die Regierung den Schutz der Frauen verbessern.

Das muss er auch, denn die Schweiz hat vor drei Jahren die Istanbul-Konvention ratifiziert. Es ist das umfassendste europaweite Abkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und von häuslicher Gewalt.

Die wichtigsten Zürcher Massnahmen sind:

  • Aus- und Weiterbildung: Alle Fachpersonen, die mit häuslicher Gewalt und Gewalt gegen Frauen zu tun haben, werden in Themen wie Geschlechterstereotypen oder im Umgang mit Opfern geschult. Das betrifft Sozialarbeiterinnen, Gesundheitspersonal, Kesb-Mitarbeitende, aber auch Staatsanwältinnen oder Richter. Zürich hat in den letzten Jahren viel in die Weiterbildung von Polizistinnen und Polizisten investiert. Schweizweit ist der Kanton auf Polizeistufe damit führend.

  • Mehr Schutz für Kinder: Gewaltbetroffene Kinder sollen mehr Schutzplätze erhalten. Im Moment sind diese Plätze laut der Regierung «knapp» bemessen. Opferstellen und die Kesb sollen zudem vermehrt auf Lernprogramme für gewaltfreie Erziehung verweisen. Elternbildungsangebote sollen ausgebaut werden.

  • Lernprogramme in Fremdsprachen: Das Lernprogramm «Partnerschaft ohne Gewalt», das von der Staatsanwaltschaft verordnet wird, soll auch für nicht Deutsch sprechende Täter zugänglich gemacht werden. Zur Diskussion stehen Übersetzungen in Portugiesisch, Albanisch, Serbisch und Türkisch. Bisher war eine Fremdsprachigkeit die grösste Hürde für Zuweisungen. (Lesen Sie hier mehr dazu.)

  • Statistische Datenerhebung: Es gibt in der Schweiz nur wenig Daten zu häuslicher, sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt. Gross angelegte Studien wurden bis heute keine durchgeführt, und es mangelt an Mitteln zur Erhebung der Daten. Die Istanbul-Konvention fordert eine systematische Erhebung, um besser gegen häusliche Gewalt vorgehen zu können. Der Kanton Zürich will eine solche aufbauen.

«Gewalt ist niemals Privatsache»

Es ist ein grosser Brocken, den sich die Regierung hier vorgenommen hat. Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP) sagte an der Medienkonferenz: «Die Istanbul-Konvention ist für uns nicht Papier, sondern Auftrag und Verpflichtung.»

Gewalt sei eine gesellschaftliche Konstante, es werde sie immer geben. «Aber wer und ob man sie hinnimmt, ändert sich», sagte Fehr. Der Kanton Zürich toleriere Gewalt in keiner Form. Gewalt sei niemals Privatsache. «Das, was wir heute in aller Deutlichkeit betonen, war Anfang des Jahrtausends noch alles andere als selbstverständlich.»

Fehr erwähnte, dass Vergewaltigung in der Ehe bis 1992 generell noch straffrei war. Erst seit 2004 gilt sie als Offizialdelikt – und muss von Amtes wegen verfolgt werden.

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