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Schüsse und Militäreinsätze in Myanmars grösster Stadt Yangon

Schüsse und Militäreinsätze in Myanmars grösster Stadt Yangon

Myanmars Militär hat am Sonntagabend nach Protesten von Gegners des Militärputsches zahlreiche Razzien in der grössten Stadt Yangon durchgeführt. Schüsse wurden aus mehreren Gegenden der ehemals als Rangun bekannten früheren Hauptstadt gemeldet. Sicherheitskräfte rückten unter anderem vor Krankenhäusern und Universitäten an und patrouillierten durch Wohngegenden. Unverifizierte, aber übereinstimmende Videos aus verschiedenen Winkeln in sozialen Medien zeigten Einsatzkräfte, Knallgeräusche und Mündungsfeuer etwa um das Krankenhaus Yangon General Hospital.

«Die Militärtruppen kamen zum Krankenhaus in unserem Stadtteil. Die Menschen kamen zu ihnen und baten sie, nicht auszurücken, da das Menschen zu sehr verängstigen würde. Aber sie schossen mit scharfer Munition auf die Menschen», sagte ein Bewohner des Stadtteils North Okkalapa einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur. «Manche wurden sehr schwer verwundet. Über Tote wissen wir derzeit nichts. Sie haben Menschen festgenommen.»

Hunderttausende gingen aus Protest auf die Strasse. Bild: keystone

In einem anderen Bezirk Yangons nahmen Sicherheitskräfte nach Medienberichten am Sonntagabend mehr als 100 Demonstranten fest. Landesweit setzte das Militär nach Medienberichten Truppen in mehr als zehn Krankenhäusern und mehreren Universitäten ein, wo die Protestbewegung besonders viele Anhänger haben soll.

Zuvor waren am Sonntag landesweit Hunderttausende Anhänger der entmachteten Regierungschefin Aung San Suu Kyi auf die Strassen gegangen. Auch in der Nacht zum Sonntag hatten Polizei und Militär in Yangon Razzien gegen Mitglieder von Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) und Aktivisten durchgeführt.

Am 1. Februar hatte das Militär gegen die faktische Regierungschefin Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige hatte die Parlamentswahl im November mit klarem Vorsprung gewonnen. Seit dem Umsturz hat es immer wieder Massenproteste in Myanmar gegeben. Das Militär hat zuletzt mit zunehmender Härte versucht, den Widerstand zu brechen. (sda/dpa)

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