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Schnelltests auf Sars-CoV-2 sind noch nicht zuverlässig genug, um mit einem negativen Resultat sicher seinen Freizeitaktivitäten nachgehen zu können

Antigentests sind sehr zuverlässig, wenn sie bei Personen mit verdächtigen Symptomen ein positives Ergebnis anzeigen. Doch sie sind noch nicht empfindlich genug, um symptomlose Infizierte zu finden.

Eine mobile Teststation mit Schnelltests in Piräus.

Eine mobile Teststation mit Schnelltests in Piräus.

Imini Karli / www.imago-images.de

Ein Patient mit Fieber, Husten und einem Verdacht auf einen Schlaganfall kommt in die Notaufnahme. Jetzt müssen zwei Fragen schnell und gleichzeitig geklärt werden: Wie schaut es in seinem Gehirn aus, und hat er eine Sars-CoV-2-Infektion? Für Fälle wie diesen sind die neuen Corona-Schnelltests ideal, weil zeit- und ressourcensparend. So schildert es Clemens Wendtner, Chefarzt für Infektiologie in der München-Klinik Schwabing. «Aber sie zum Freitesten von Symptomlosen für Freizeitaktivitäten einzusetzen, das wäre momentan Irrsinn.»

Die sogenannten Antigenschnelltests messen – genau wie die üblichen PCR-Tests – eine akute Infektion. Sie spüren gewisse Proteinbestandteile des neuen Coronavirus auf, die in diesem Zusammenhang Antigene genannt werden. Die Durchführung ist einfach, man benötigt kein Labor und für viele Testvarianten noch nicht einmal ein spezielles Detektionsgerät. Mit einem Stäbchen werden Nase und Rachen abgestrichen und das Stäbchen dann in eine Lösung getaucht. Anschliessend werden einige Tropfen dieser Lösung auf einen Teststreifen aufgetragen. Waren Proteinstücke von Sars-CoV-2 im Abstrich (und in der Folge auch in der Lösung), erscheint auf dem Teststreifen ein farbiger Strich – ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest.

Mittlerweile gibt es mehrere Dutzend solcher Antigenschnelltests, entwickelt von grossen Unternehmen wie Roche oder Abbott ebenso wie kleinen Startups oder mittelgrossen Diagnostikfirmen. Allerdings ist keine Testvariante absolut zuverlässig. Aber: «Sie sind sehr gut darin, Infizierte zu finden, die bereits verdächtige Symptome aufweisen», erläuterte Sandra Ciesek, Leiterin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, kürzlich an einer Informationsveranstaltung.

Die Antigentests sind somit dafür geeignet, eine klinische Beobachtung zu bestätigen. Mit ihrer Hilfe kann man in vielen Situationen schnell und zuverlässig Personen mit verdächtigen Symptomen als Sars-CoV-2-Infizierte erkennen und isolieren und dadurch verhindern, dass sie andere anstecken. Das Mass für die Fähigkeit der Antigentests, Gesunde korrekt zu identifizieren, nennt man Spezifität. Diese beträgt bei vielen der angebotenen Tests mehr als 98, oft sogar weit über 99 Prozent. Das bedeutet, dass bei 100 Gesunden weniger als einer als falsch positiv für eine Sars-CoV-2-Infektion deklariert wird – er also für infiziert erklärt wird, ohne es zu sein.

Wie genau sind diagnostische Tests?

Sensitivität und Spezifität als wichtige Qualitätskriterien

Wie genau sind diagnostische Tests? - Sensitivität und Spezifität als wichtige Qualitätskriterien

Allerdings muss eine gewisse Menge an Virusmaterial im Abstrich vorhanden sein, damit der Antigentest anschlägt. Diesbezüglich ist er weniger empfindlich als ein PCR-Test, der Goldstandard zur Erkennung einer Sars-CoV-2-Infektion. Experten weisen darauf hin, dass ganz am Anfang einer Infektion oftmals wenig Virusmaterial im Nasen-Rachen-Raum vorhanden ist, so dass der Test dann nicht immer etwas findet. Und das ist die Achillesferse aller derzeitigen Antigentestvarianten: Wenn ein negatives Ergebnis vorliegt, ist nicht sicher, dass die getestete Person auch wirklich nicht infiziert ist.

Das Mass dafür, wie viele Infizierte korrekt identifiziert werden, ist die Sensitivität. Die Testhersteller geben bei den zurzeit vielversprechendsten Tests eine Sensitivität von um die 95 Prozent an. Das bedeutet, dass von hundert Getesteten fünf nicht entdeckt und somit nicht isoliert werden. Zudem sind diese Angaben Bestwerte, die offenbar nur erreicht werden, wenn man ganz oder fast ausschliesslich Personen mit Symptomen testet. Testserien im klinischen Alltag haben nämlich laut Experten ergeben, dass die Sensitivität dann oftmals nur 80 bis 90 Prozent beträgt. Das heisst, bei hundert Getesteten werden zehn bis zwanzig Infizierte nicht entdeckt.

«Ein Antigentest ist also sehr gut geeignet, wenn eine Person ein bisschen hustet, niest, Halsweh hat oder sich unwohl fühlt und trotzdem ins Kino oder ins Flugzeug will. Hier kann man damit am Eingang oder am Gate schnell und ohne grossen Aufwand abklären, ob sie mit Sars-CoV-2 infiziert ist», erklärt Wendtner. Hingegen seien Antigentests noch nicht zuverlässig genug, um einfach sämtliche Wartenden schnell zu testen und alle mit einem negativen Ergebnis einzulassen.

Speziell auch bei Besuchern von Alten- und Pflegeheimen sollte man sich laut Gérard Krause, Epidemiologe am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, nicht auf negative Testergebnisse verlassen. Unter keinen Umständen und in keiner Situation dürften negative Ergebnisse von Antigenschnelltests das Maskentragen oder die Abstandsregeln obsolet machen. Zudem müsse der Abstrich in jeder Situation unbedingt von geschultem Personal durchgeführt werden. Wenn man nur im Rachen etwas herumtupfe statt ordentlich abzustreichen, gebe es noch mehr falsch negativ Getestete.

In der Schweiz werden zurzeit mehrere Antigenschnelltests validiert, also auf ihre Zuverlässigkeit in der realen Welt überprüft. Kürzlich gab das Zentrum für Allgemeinmedizin und Öffentliche Gesundheit der Universität Lausanne vorläufige Daten einer solchen Studie mit drei Tests bekannt, darunter auch einem von Roche. Es gab keine falsch positiven Ergebnisse. Die Sensitivität betrug bei Personen mit Symptomen im Durchschnitt 85 Prozent, bei symptomatischen und zudem gemäss PCR-Daten ansteckenden Personen sogar 94 Prozent.

«Wir haben somit gesehen, dass vor allem Infizierte mit einer sehr geringen Virusmenge im Nasen-Rachen-Raum von den Antigenschnelltests nicht erkannt werden», berichtet Valérie D’Acremont. Diese spielten für das Infektionsgeschehen jedoch nicht die grösste Rolle, es sei also für das Pandemiemanagement akzeptabel, wenn man diese nicht sofort erkenne, sagt die Wissenschafterin.

Sie hält aber aufgrund ihrer Daten Antigenschnelltests ebenfalls nur in Verbindung mit konkreten medizinischen Fragen für sinnvoll, also zum Beispiel für Spitalpatienten, Teilnehmer eines Clusterevents oder auch regelmässige Massentestungen von Schulkindern. Bei Letztgenannten sei es wichtig, Schulschliessungen unbedingt zu vermeiden, indem man schnell vor Schulbeginn aus vielen Schniefenden die mit Sars-CoV-2 Infizierten «fischen» könne. Abgesehen von der noch nicht ausreichenden Sensitivität der Antigenschnelltests gebe es zurzeit gar nicht genügend davon, um Gruppen von symptomlosen Personen durchzutesten. Als Freifahrtschein für Partygänger, Reisende oder Arbeitnehmer sollten Antigenschnelltests momentan daher auch ihrer Ansicht nach nicht verwendet werden.

Wie folgenschwer es sein kann, wenn man sich auf negative Ergebnisse von Antigenschnelltest an symptomlosen Personen verlässt, hat kürzlich eindrücklich das Beispiel des Sars-CoV-2-Clusters im Weissen Haus gezeigt. Gemäss Berichten amerikanischer Medien hat man dort seit S0mmer jeden Besucher vor dem Betreten der Machtzentrale einem Antigenschnelltest unterzogen. Doch offenbar wurden eben nicht alle Infizierten herausgefischt. Wenn man dann weder Maske trägt noch Abstand einhält, kann sich das Virus frei austoben.

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