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Switzerland

Schnegg fordert: Reiche sollen massiv mehr für Krankenkasse bezahlen

Bis 700 Franken im Monat für die Grundversicherung – das sei für Wohlhabende verkraftbar, findet der Berner SVP-Gesundheitsdirektor.

Überraschend stellt sich Pierre Alain Schnegg hinter ein linkes Anliegen: Im «Bund»-Interview plädiert er für einen massiven Ausbau der Prämienverbilligung. «Wir müssen bei der Prämienlast ein besseres Gleichgewicht finden und diese je nach Finanzkraft verteilen», sagt der SVP-Vorsteher der bernischen Gesundheitsdirektion.

Während Linke zu diesem Zweck mehr Steuergeld von Bund und Kantonen fordern, schlägt Schnegg einen anderen Weg vor: Die Kantone sollen das Geld, das sie heute an Spitalbehandlungen zahlen, für die Prämienverbilligung einsetzen. Die Krankenkassen müssten also künftig allein für die Spitalkosten aufkommen. Das wäre nur mit einer massiven Prämienerhöhung für Wohlhabende möglich. SVP-Politiker Schnegg sieht darin kein Problem: «Gut situierte Haushalte verkraften die Prämien auch noch problemlos, wenn sie um weitere 25 bis 30 Prozent auf 600 bis 700 Franken im Monat ansteigen.»

Lob von Pierre-Yves Maillard

Einer der führenden Gesundheitspolitiker der SP Schweiz ist erfreut über Schneggs Offensive. Auf Anfrage erklärt Pierre-Yves Maillard, Nationalrat und früherer Waadtländer Gesundheitsdirektor: «Es ist bemerkenswert, dass ein rechter Politiker nach Lösungen sucht, wie man die Prämienlast verringern könnte.» Schneggs Vorschlag besteche durch eine gewisse Logik und Transparenz.

Für Maillard wäre das Modell jedoch nur mit einer «langfristigen Garantie» denkbar, dass die Kantone das Geld tatsächlich für die Prämienverbilligung verwenden und mindestens zwei Drittel der Bevölkerung davon profitieren. Ausserdem wäre es zwingend, dass die Spitalplanung in der Hand der Kantone bleibt und diese Leistungserbringer weiterhin für gemeinwirtschaftliche Leistungen entschädigen können.

Lesen Sie hier das Interview mit Regierungsrat Schnegg.

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