Switzerland

Schnee in den Alpen ist früher weg: Was das für die Schweizer Gletscher bedeutet

Wo sonst in den Alpen um diese Zeit noch Schnee liegt, trifft der Wanderer jetzt bereits auf grüne Wiesen. Die schnelle Aperung hat mit dem schneearmen Winter zu tun – in gewissen Regionen der schneeärmste seit Messebeginn 1864. Aber auch damit, dass es im oft sonnigen und sehr milden Alpenfrühling keinen Schnee in den Bergen gab.

März und April herrschte Trockenzeit in der Schweiz. «Im Normalfall wird die grösste Schneehöhe in diesen Höhen etwa Mitte April erreicht. In diesem Jahr begann der Abbau der Schneedecke bereits in der ersten Märzhälfte», sagt Stephan Bader von Meteoschweiz.

Auf 2600 Meter Höhe noch ein Meter Schnee

Die frühe Ausaperung betrifft momentan vor allem Bereiche bis in mittlere Höhen. Auf dem Weissfluhjoch in 2600 Meter Höhe liegt noch ein Meter Schnee. «Das ist zwar rund 60 Zentimeter weniger als im Durchschnitt zu dieser Zeit, aber es ist auf dieser Höhe noch nicht aper», sagt Bader.

Mit der zunehmenden sommerlichen Wärme wird der alpine Schnee nun weiter abgebaut. Da er aber jetzt bereits auf einem tiefen Niveau ist, muss gegen den Sommer hin damit gerechnet werden, dass es noch früher grün wird. «Grob und etwas pessimistisch geschätzt könnte das Weissfluhjoch schon gegen Mitte Juni schneefrei sein. Das wäre etwas mehr als einen Monat früher als im Durchschnitt.»

Diese frühe Schneelosigkeit in den Bergen hat auch Einfluss auf die Gletscher. Sie werden deutlich früher als im Durchschnitt ihr schützendes weisses Kleid verlieren. Ist der Winterschnee weg, kommt die deutlich dunklere Gletscheroberfläche zum Vorschein. Dunkle Oberflächen erwärmen sich besser als blendend weisse, welche die einfallende Sonnenstrahlung vor allem reflektieren. So wird die Gletscherschmelze entsprechend früher einsetzen. Schon der Saharastaub hatte im Frühling diesen Verdunklungs- und damit Schmelzeffekt.

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