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«Schlimmster Ausbruch seit Jahrzehnten»: Ein Virus legt den Pferdesport lahm – und es ist nicht Corona

Ein Herpesausbruch in Valencia fordert mehrere Opfer unter internationalen Springpferden. Der Weltverband greift zu drastischen Massnahmen.

Als Pierre Kolly am 14. Februar aus Valencia abreiste, war die Situation noch normal.

Als Pierre Kolly am 14. Februar aus Valencia abreiste, war die Situation noch normal.

Foto: Martial Trezzini (Keystone)

Die Meldung warf in der Pferdesportszene hohe Wellen. Wegen der rasanten Ausbreitung eines Herpes-Virus (Equines Herpesvirus, kurz EHV) hat der internationale Verband FEI alle internationalen Veranstaltungen in Europa bis zum 28. März annulliert, betroffen davon sind zehn Länder, zum Beispiel Deutschland, Österreich und die Niederlande. Ob eine Woche später der Weltcup-Final in Göteborg wie geplant ausgetragen werden kann, ist ungewiss.

Ausgebrochen ist die Krankheit bei einem Turnier in Valencia. Traditionell nützen im Osten Spaniens und an anderen Destinationen in Südeuropa viele Reiter während fast zweier Monate die Möglichkeit, um an aufeinanderfolgenden Wettkämpfen eine Frühform zu erlangen. Oft wollen sie sich auch an ihre neuen Pferde gewöhnen. Im Februar zeigten erste Pferde Anzeichen von Viruserkrankungen, am 21. Februar wurden die Wettkämpfe mitten in der vierten Woche abgebrochen, nachdem mehrere infizierte Tiere gestorben waren.

Der Schweizer Spitzenreiter Pierre Kolly war zwischen dem 3. und 14. Februar mit total sechs Pferden in Valencia. «Als ich abreiste, gab es keine Anzeichen von Problemen», sagt der Genfer. Erst nach der Heimkehr erfuhr er von einem ebenfalls abgereisten französischen Kollegen, dass dessen Pferd schwer erkrankt sei. Kolly begann, seinen Pferden die Temperatur zu nehmen, sie zeigten aber alle keine Symptome. Im Nachhinein redet er von Glück: «Wir wussten ja von nichts und können froh sein, dass alle gesund sind, sonst hätten sie alle anderen im Stall angesteckt.»

Das Virus ist in der Pferdepopulation nichts Aussergewöhnliches. Es werde meistens im direkten und selten in indirektem Kontakt übertragen, erklärt Marco Bryner. Der Präsident der Veterinärkommission des Schweizerischen Verbands für Pferdesport (SVPS) lobt die Massnahmen der FEI: «So wurde eine weitere Ausbreitung verhindert.»

Um zu vermeiden, dass nun auf einmal mehrere Hundert Pferde aus dem EHV-Gebiet ausreisen und sich in ganz Europa verteilen, dürfen die Serien in Vilamoura (POR), Vejer de la Frontera (ESP), San Giovanni und Gorla Minore (ITA) vorläufig unter strengen Auflagen weiterlaufen, solange es am Turnierort keine Ausbrüche gibt. Neue Pferde dürfen nicht anreisen, kein Pferd darf ohne Genehmigung den Turnierplatz verlassen.

Die FEI schreibt von einem der «schlimmsten Herpesausbrüche seit Jahrzehnten». Es gibt insgesamt neun Ausprägungen. Das Equine Herpesvirus, auch genannt EHV-1, kann zu motorischen Ausfällen führen, beispielsweise Lähmungen der Hinterhand, und ebenso zu hohem Fieber. In den allermeisten Fällen würden die Pferde ihre volle Leistungsfähigkeit zurückgewinnen, erklärt Bryner: «Häufig ist der Verlauf mild. Wenn er kompliziert ist, kann es aber länger dauern.»

Der Schweiz bleibt etwas Zeit

Etliche Reiter hatten schon nach den ersten Fällenund bevor das Ausmass der gesamten Krankheit bekannt wardie Rückreise angetreten. Bei den Pferden, die aus dem Ausland in die Schweiz zurückgekehrt sind, wird empfohlen, sie zu isolieren, jene, die aus Valencia heimgekehrt sind, haben die Isolation bereits angetreten. «Sie dürfen nicht starten, bis sie negativ getestet worden sind», sagt Bryner. Der Schweiz kommt es entgegen, dass in den nächsten Wochen keine nationalen Prüfungen angesetzt sind.

Es geht nun auch darum, dass es zu keinen neuen Ansteckungen innerhalb der hiesigen Szene kommt. Bryner ist zuversichtlich: «Wenn der Gesundheitszustand regelmässig kontrolliert wird und die Pferde isoliert werden, dann wird das gelingen.»

Für den Veterinär ist es auch wichtig, dass trotz der verständlichen Fragezeichen Ruhe bewahrt wird: «Man soll nicht in eine Impfhysterie verfallen.» Gerade bei Pferden, die viel reisten, viel Kontakt zu anderen hätten oder bei denen im Stall ein stetiges Kommen und Gehen herrsche, würde eine Impfung aber durchaus Sinn ergeben.

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