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Schafft Janet Yellen als erste Frau den Sprung an die Spitze des US-Finanzministeriums?

Die 74-jährige Ökonomin und ehemalige Chefin der amerikanischen Zentralbank könnte in der Regierung Biden die wirtschaftspolitische Schlüsselrolle spielen.

Janet Yellen könnte nach 231 Jahren die erste Finanzministerin der USA werden.

Janet Yellen könnte nach 231 Jahren die erste Finanzministerin der USA werden.

Andrew Harnik / AP

Janet Yellen hatte nichts falsch gemacht als Vorsitzende des amerikanischen Federal-Reserve-Systems (Fed). Dennoch nominierte sie US-Präsident Donald Trump Ende 2017 nicht für eine zweite Amtszeit an der Spitze der Zentralbank. Nun schafft sie das Comeback: Joe Biden will die inzwischen 74-Jährige für seine Regierung als Finanzministerin. Das berichteten amerikanische Medien am Montagabend übereinstimmend.

Yellen stand dem Fed ab 2014 als erste Frau überhaupt vor; bestätigt sie der Senat Anfang 2021 für das Amt des Secretary of the Treasury, würde sie auch die erste US-Finanzministerin in der 231-jährigen Geschichte des Departements. Das Hauptquartier des Finanzministeriums liegt direkt neben dem Weissen Haus in Washington; das Ministerium beschäftigt rund 90 000 Mitarbeiter.

Allseits respektierte Persönlichkeit

Joe Biden hatte in den vergangenen Tagen angekündigt, er würde eine Person für das Amt nominieren, die rundum auf Akzeptanz stossen werde. Tatsächlich erhielt Yellen 2010 und 2014 zuerst als Kandidatin für den Fed-Vize-Vorsitz und dann für den Fed-Vorsitz in den Bestätigungsverfahren des Senats auch von Republikanern Unterstützung. Ob das auch nach dem 5. Januar wieder der Fall sein wird, wenn Georgia seine Senatoren gewählt hat und der amerikanische Senat 2021 neu konstituiert wird, muss sich zeigen.

An Yellens Kompetenzen als Ökonomin, ihrer Erfahrung als Krisenmanagerin und ihrer umgänglichen, zuvorkommenden Persönlichkeit sollte die Nominierung kaum scheitern. Aber es wird Leute geben im Senat, die Yellens Fed-Politik von 2010 bis 2018 und ihre Positionsbezüge seit dem Ausscheiden aus der Zentralbank vor rund drei Jahren nicht besonders schätzen.

In erster Linie Akademikerin und Zentralbankerin

Einzelne mögen auch Bedenken haben, dass eine apolitische Zentralbankerin – Yellen hat von 2004 bis 2018 insgesamt 14 Jahre hintereinander in der Federal Reserve Bank of San Francisco und im Fed-Board in Washington verbracht – im viel politischeren Amt des Finanzministers zerrieben werden könnte. Unterbrochen von einem Einsatz als Vorsitzende des Rats der Wirtschaftsberater im Weissen Haus von 1997 bis 1999 unter Präsident Bill Clinton hatte Yellen vor ihrer Fed-Zeit vor allem als Akademikerin gewirkt.

In die Zeit von 2004 bis 2010, als sie der San-Francisco-Fed vorstand, fiel der Immobilienboom und die nachfolgende Finanzkrise. Von 2010 bis 2014 trug sie als Stellvertreterin von Fed-Chef Ben Bernanke die Nullzinspolitik und die umfangreichen Wertschriftenkäufe des Federal-Reserve-Systems mit. Nachdem sie 2014 selber Chefin der Zentralbank wurde, leitete sie die sanfte Normalisierung der US-Geldpolitik ein und brachte insbesondere den Prozess zum Abbau der im Rahmen der quantitativen Lockerung angehäuften Wertpapierbestände auf den Weg.

Als Trump im Herbst 2017 erwog, sie für eine zweite Amtszeit zu nominieren, eilten die Aktienbörsen von Rekord zu Rekord, lag die Arbeitslosenquote mit rund 4 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2000 und wuchs die Wirtschaft ansprechend. Trump entschied sich aber für Jerome Powell als neuen Fed-Chef und gegen Janet Yellen.

Die Nullzinspolitik und die Wertpapierkäufe des Fed wurden von Republikanern immer wieder kritisiert, ohne dass diese aber wirklich glaubwürdige Alternativen aufzuzeigen vermochten. Yellen erledigte ihre Auftritte vor dem Kongress stets bescheiden und souverän und vermochte so ihre Institution vor schärferen Angriffen zu bewahren, auch in Regulierungsfragen.

So liess Yellen nie Bereitschaft erkennen, in der Substanz eine Aufweichung des seit der Finanzkrise aufgebauten Dispositivs zur schärferen Überwachung von Finanzinstituten zuzulassen. Das hat sie bei den Demokraten beliebt gemacht. Dass Yellen nie aus politischer Motivation zu handeln schien und entsprechend nie als Hardlinerin auftrat, brachte ihr aber auch den Respekt der Republikaner ein.

Befürworterin einer CO2-Steuer

Seit ihrem Austritt aus der Zentralbank ist sie mit der Washingtoner Denkfabrik Brookings affiliiert und in der Öffentlichkeit als wirtschaftspolitische Expertin gefragt und geschätzt. Als Arbeitsmarktspezialistin liegt ihr derzeit das Schicksal der Millionen wegen der Pandemie arbeitslos gewordenen Amerikaner besonders nah, und es ist kein Geheimnis, dass Yellen weitere grosszügige Corona-Hilfen befürworten würde. Für Aufsehen sorgte sie mit ihrem klaren Bekenntnis zu einer CO2-Steuer. Aus Yellens Sicht ist eine «Carbon Tax» der wirksamste und effizienteste Weg, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Als Finanzministerin obläge ihr aber zu allererst die Bekämpfung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise. Der noch amtierende Finanzminister Steven Mnuchin hatte bei der Schnürung der verschiedenen Hilfspakete eine zentrale Rolle gespielt. Gut möglich aber, dass das Weisse Haus unter Joe Biden die Verhandlungen zwischen Exekutive und Legislative stärker prägen wird, als das in der Ära Trump der Fall war.

Auch so ist der Tisch für den künftigen Finanzminister reich gedeckt, will Biden doch gewisse Steuersenkungen aus der Ära Trump rückgängig machen, um damit umweltfreundliche Infrastrukturen zu finanzieren. Ein starkes Engagement des Treasury ist auch in der Gestaltung der Beziehungen zu China gefragt; das Finanzministerium gebietet zudem über das Sanktions-Arsenal, was Janet Yellen im Zusammenhang mit Iran, Nordkorea, North Stream 2 und anderen Dossiers stark beanspruchen dürfte. Schliesslich ist auch die Wohnbaufinanzierung und die Rolle von Fannie Mae und Freddie Mac eine Grossbaustelle geblieben.

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