Switzerland

SBB schliessen eine Lücke: Ab Mitte Jahr kann im Zug mit Twint bezahlt werden

Den Klassen- oder Streckenwechsel kann man neu per Bezahlapp begleichen. Nur für Bussen braucht es weiterhin eine Rechnung.

Wer einen Klassenwechsel lösen will, kann das voraussichtlich ab Mitte Jahr im Fernverkehr der SBB per Twint bezahlen.

Wer einen Klassenwechsel lösen will, kann das voraussichtlich ab Mitte Jahr im Fernverkehr der SBB per Twint bezahlen.

Foto: Christian Beutler (Keystone) 

Die Bezahlapp Twint ist der grosse Renner in der Schweiz. Die SBB weiten nun die Möglichkeiten für Twint-Kunden aus. Ab Mitte des Jahres können Dienstleistungen im Zug damit bezahlt werden.

Sind die Sitze in der 2. Klasse besetzt, gönnen sich einige – nicht nur während Corona – einen Sitzplatz in der 1. Klasse. Wer dies spontan macht, kann in den Fernverkehrszügen der SBB den Klassenwechsel beim Zugbegleiter oder der Zugbegleiterin bezahlen. Mit der Neuerung ist dies nun auch mit Twint möglich. Ebenfalls sind dann Streckenwechselbillette im Zug bezahlbar.

Wer einmal sein Abo vergisst, erwischt wird und nun 5 Franken an Gebühr zu zahlen hat, kann dies neu ebenso per Twint machen. Bedingung dafür: neue Geräte fürs SBB-Personal. «Wir ersetzen die bestehenden Bezahlterminals der Kundenbegleiterinnen und -begleiter voraussichtlich Mitte 2021 durch eine neue Gerätegeneration, die Twint unterstützt.»

Twint weit verbreitet bei den SBB

Bereits bisher konnten mit Twint auf der SBB Mobile App, auf der Website, an den Billettautomaten und an den Schaltern mit Twint fast alle Produkte und Dienstleistungen bezahlt werden. Ausgenommen davon sind Geldwechsel, Western-Union-Dienstleistungen, das Aufladen von Prepaidkarten sowie diverse Drittleistungen, die nur am SBB-Billettautomaten erhältlich sind, wie Bitcoin und Paysafe, wie ein SBB-Sprecher ausführt.

Bereits heute ist es möglich, dass in den Zügen mit Apple und Samsung Pay bezahlt werden kann. Diese Zahlmöglichkeiten stehen in direkter Konkurrenz zur Schweizer Lösung Twint. Dass nun die SBB eine weitere Lücke für Twint schliessen, zeigt auch den Erfolg von Twint. Einst holprig gestartet, hat sich die App im Zahlungsverkehr in der Schweiz etabliert. Forscher der Hochschule Luzern gehen heute davon aus, dass der Marktanteil in der Schweiz bei geschätzt 75 Prozent liegt.

Weiter ist es nicht möglich bei den SBB, per Twint seine Bussen zu bezahlen. «Können Kundinnen und Kunden keinen oder nur einen teilweise gültigen Fahrausweis vorweisen, erhalten sie wie bis anhin für den Zuschlag eine Rechnung mit einem Einzahlungsschein», sagt ein Sprecher. Diese müsse wie gewohnt per Bank- oder Postüberweisung bezahlt werden.

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