Switzerland

SBB-Passagiere landen in Zürich auf dem Abstellgleis

Für einige Pendlerinnen und Pendler hat die freitagmorgendliche Zug- in einer Irrfahrt geendet.

Ungewohnte Perspektive: Pendler landeten heute Morgen auf dem Abstellgleis anstatt im Zürcher Hauptbahnhof. Foto: Twitter/@JuergRuettimann

Ungewohnte Perspektive: Pendler landeten heute Morgen auf dem Abstellgleis anstatt im Zürcher Hauptbahnhof. Foto: Twitter/@JuergRuettimann

Die S 23 von Winterthur hätte heute Morgen eigentlich um 08.09 Uhr im Zürcher HB einfahren sollen. Das tat sie auch, nur öffneten sich die Türen zweier Waggons nicht. «Wir wollten den Zug verlassen, doch die Türen blieben verschlossen», sagt ein Pendler. Daraufhin hätten sie den Wagen gewechselt, wo aber ebenfalls nichts ging. Als die Lichter erlöschten, wählten bereits die ersten der rund 30 Passagiere die Notfallnummer, sagt er. Dies half aber wenig.

Nur Momente später setzte sich der Zug in Bewegung – samt Passagieren. «Immer wieder riefen Personen die Notfallnummer an, doch der Zug fuhr einfach weiter», schildert der Pendler die morgendliche Irrfahrt. Als die S-Bahn schliesslich am Bahnhof Hardbrücke stoppte, dachten viele, die Ausfahrt hätte nun ein Ende. Fehlanzeige. Auch am Bahnhof Hardbrücke konnten die Passagiere den Zug nicht verlassen. Nach einem kurzen Halt ging die Fahrt weiter in Richtung Altstetten. Sie endete schliesslich auf dem Abstellgleis.

Nach einigen Minuten erschien der Lokführer. Er bekam den Unmut der Passagiere zu spüren. «Er wurde von einigen ziemlich angeschnauzt», sagt ein Betroffener.

«Wir waren brav, haben nicht die Notbremse gezogen»

Nach einem kurzen Wortwechsel entschied sich der Lokführer, zurück zum Hauptbahnhof zu fahren. «Das war eine ganz langsame, gemächliche Fahrt übers Rollfeld, über ganz viele Weichen», sagt der Pendler. Schliesslich erreichten die Passagiere erneut den Hauptbahnhof auf einem der oberirdischen Gleise – knapp 40 Minuten später. Die Türen funktionierten wieder, der Spuk war vorbei.

Was bei den Pendlerinnen und Pendlern bleibt, sind offene Fragen. Hätten sie die Notbremse ziehen sollen? Hätten sie die Nottüröffnung betätigen sollen? «Wir diskutierten darüber, entschieden aber, dass es kein Notfall war. Wir betätigten also weder Notbremse noch Notöffnung. Wir waren ganz brav», sagt der Pendler. Und wie ist es mit einer allfälligen Entschädigung für die morgendliche Irrfahrt? Vielleicht gibt es eine, darüber entscheidet gemäss einem SBB-Tweet nun der Kundendienst.

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