Switzerland

SBB-Chef Ducrot zum Masken-Obligatorium: «Ich war zuerst dagegen»

Der Kunde soll wieder König werden bei den SBB. Das ist eines der erklärten Ziele des neuen Bahn-Bosses Vincent Ducrot (57). Doch statt mit den Kunden auf Augenhöhe über die notwendigen Verbesserungen bei der Bahn zu sprechen, werden sich diese zunächst hinter einer Maske verstecken.

Denn ab Montag gilt Maskenpflicht im ÖV. Das gilt natürlich auch für die Züge der SBB. «Als es nur zehn neue Fälle pro Tag gab, war ich gegen eine Maskenpflicht. Das hätten wir auch mit Social Distancing lösen können», ist Ducrot überzeugt. Doch jetzt habe sich die Lage dramatisch verändert. «Niemand will eine zweite Welle, niemand will einen zweiten Lockdown. Deshalb unterstütze ich jetzt die Maskenpflicht», sagt SBB-Chef Ducrot.

Andere Länder haben gute Erfahrungen mit der Maskenpflicht gemacht. «Meine deutschen Kollegen werfen niemanden aus den Zügen, es wird auch in der Schweiz funktionieren», sagt der oberste Bähnler zu BLICK. «Wir zählen auf die Eigenverantwortung. Schützen Sie sich und die anderen im Zug», appelliert Ducrot an die Vernunft der Reisenden.

SBB machen keine Masken-Geschenke

Eigenverantwortung und Vernunft sind nur in den Zügen gefragt. «In den Bahnhöfen gilt die Maskenpflicht nicht, solange man den Abstand von 1,5 Meter einhalten kann», präzisiert Toni Häne (64), bei den SBB zuständig für den Personenverkehr. Häne spricht in Bern an einer Medienkonferenz des Bundes fast zeitgleich mit seinem Chef, der in Zürich seinen grossen Auftritt hat.

Die SBB selbst werden keine Masken verschenken oder verkaufen. «Wir haben etwa 600 Züge pro Tag», sagt Häne. Viele davon seien unbegleitet. Auch viele Bahnhöfe seien nicht mit Personal besetzt. Dafür bleibt Essen und Trinken im öffentlichen Verkehr nach wie vor erlaubt – während dieser Zeit kann die Maske entfernt werden.

Wer die Maske vergisst, wird mit Durchsagen sowie auf den elektronischen Kanälen oder auf den Anzeigemonitoren darauf aufmerksam gemacht, dass nun das Maskentragen Pflicht ist. Zudem dürfte die soziale Kontrolle im ÖV gut funktionieren.

100 Tage im Führerstand

Klingt banal, ist aber wichtig: «Die SBB machen Bahn – heute und in zehn Jahren.» Das heisst, der Konzern soll sich nicht verzetteln: «Wir wollen wieder der Stolz der Nation werden – so wie wir es früher waren!» Das ist die Botschaft, die der neue SBB-Chef Vincent Ducrot (57) nach 100 Tagen im Führerstand der SBB aussendet.

Corona hat ihm den Antritt gründlich vermasselt, Ducrot fand sich plötzlich im Homeoffice wieder: «Wow, das war schon etwas kompliziert!» Als Erstes musste der Freiburger Löcher stopfen: Für das laufende Jahr rechnen die SBB mit Verlusten von mehreren Hundert Millionen Franken. Das heisst, der Bund muss Liquidität einschiessen, nur schon damit die Löhne gesichert sind.

Doch Corona ist bei weitem nicht die einzige Baustelle des neuen SBB-Chefs. Der Bähnler alter Schule will wieder mehr in die Wartung investieren, Baustellen besser planen und mehr Rollmaterial kaufen. Die Lokführer sollen zudem wieder breiter ausgebildet werden. Dann können sie auf mehreren Fahrzeugtypen und auf verschiedenen Strecken eingesetzt werden. (koh)

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