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Safenwil AG: Dachse tappen bei der Paarung in Kamerafalle

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Leser Heinz Jakob konnte auf Kamera festhalten, wie sich zwei Dachse in Safenwil AG paaren. Trotzdem kann es jetzt noch bis zu einem Jahr dauern, bis die jungen Dachse auf die Welt kommen.

Ob sie ahnten, dass sie gefilmt werden? Im aargauischen Safenwil hat eine Wildfalle die Paarung zweier Dachse aufgezeichnet. Ein dritter Dachs stand daneben und beobachtete das wilde Treiben seiner Artgenossen.

Die Kamera gehört 20-Minuten-Leser Hans Jakob. An mehreren Standorten in Safenwil er solche installiert, um dadrauf Wildtiere festzuhalten. Wo genau hält er aber geheim. «Ich will nicht, das jemand dort noch einen Kiosk aufmacht und die Tiere stört, denn sie brauchen ihre Ruhe», sagt der 71-Jährige. Seine Frau sei die einzige, die auch wisse, wo die Tiere wohnen, erzählt er.

Einmal wöchentlich sammelt Jakob die Speicherkarten der Kameras ein und schaut, was ihm vor die Kamera gelaufen oder geflogen ist. Vor etwa einer Woche waren es ein paar Dachse in Frühlingsstimmung. Jakob weiss: «Dachse sind kurz nach dem ‹Gebären› wieder empfänglich.»

Dachse kontrollieren, wann ihre Jungen zur Welt kommen

Sandra Gloor, Mediensprecherin vom Projekt «Wilde Nachbarn» und «StadtWildeTiere», bestätigt, dass bei den Dachsen zurzeit Paarungszeit ist. «Dachse können sich das ganze Jahr über paaren, wobei die meisten Paarungen im Frühling und im Herbst stattfinden», so Gloor. Die Jungen würden allerdings erst im kommenden Frühling zur Welt kommen, da das Dachsweibchen eine Keimruhe durchlaufe.

Das heisst, dass es zu einer Verzögerung der Entwicklung kommt. Laut Wikipedia bezeichnet Keimruhe das Phänomen, dass eine befruchtete Eizelle eines Säugetiers sich nicht sofort kontinuierlich zu einem Embryo weiterenwickle. Erst nach der Keimruhe beginne dann die normale embryonale Entwicklung. Die dadurch verlängerte Tragezeit ermögliche dadurch die Geburt während einer für die Aufzucht günstigen Jahreszeit

Nicht alle Dachse sind «Pendler»

Dachse seien praktisch überall in der Schweiz verbreitet, sagt Gloor. Die Dachsbestände in der Schweiz hätten in den letzten 20 Jahren zugenommen. Heute würden auch in vielen städtischen Gebieten Dachse leben, die «echte Städter – also keine Pendler» seien.

Immer mehr würden Dachse in der Bevölkerung beobachtet, sagt Gloor. Auf der Meldeplattform von «Wilden Nachbarn» könnten Dachs- und andere Wildtierbeobachtungen gemeldet werden.

(mhu)

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