Switzerland

Rückläufige Corona-Fallzahlen in Zürich: Die Maskenpflicht in Läden ist zum jetzigen Zeitpunkt ein ungerechtfertigter Wettbewerbsnachteil

Als einer von wenigen Deutschschweizer Kantonen hat Zürich eine Maskenpflicht in Geschäften. Die Corona-Lage rechtfertigt die Massnahme nicht länger.

Die Maske im Gesicht drückt die Kauflust – vor allem in kleineren Geschäften.

Die Maske im Gesicht drückt die Kauflust – vor allem in kleineren Geschäften.

Ennio Leanza / Keystone

Zu Beginn der Corona-Pandemie war die Strategie klar: Es gilt mit aller Kraft zu verhindern, dass die Schweizer Spitäler überlastet werden. Bilder wie in Norditalien, wo Erkrankte jämmerlich zu Hause verstarben, sollten sich hierzulande nicht wiederholen. Dieses Ziel hat die Schweiz erreicht – dank ihrem ausgezeichneten Gesundheitssystem, dank ihrem klaren, im Rückblick allenfalls etwas übertriebenen Handeln im Frühjahr.

Dann kam der Sommer. Die Kantone übernahmen wieder das Ruder. In Zürich verfolgte man lange eine einigermassen liberale Linie: starker Vollzug und Kontrolle, aber grösstmögliche Freiheiten für Privatpersonen und Unternehmen – es war eine vernünftige, angemessene Politik. Das hat sich Ende August schlagartig geändert. Der Zürcher Regierungsrat verfügte angesichts latent steigender Fallzahlen mehrere Einschränkungen, am symbolträchtigsten die Maskenpflicht in Geschäften.

Im Kanton Zürich gelten seither mit die strengsten Corona-Massnahmen der Deutschschweiz. Als Grund für die Verschärfungen gab die Regierung nicht mehr den Schutz der Spitäler an, sondern die Furcht davor, auf internationalen Listen von Risikogebieten zu landen. Nun stellt sich die Frage, ob die verfügten Massnahmen, die Ende Monat auslaufen, verlängert werden sollen.

Schaut man sich die Zahlen an, dann ist die härtere Linie zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr angebracht. Die Zahl der hospitalisierten Personen – die eigentlich relevante Grösse – ist in Zürich nach wie vor sehr tief. Sie liegt seit Wochen stabil um die 30. Neu ist, dass auch die Zahl der positiven Tests im 7-Tage-Durchschnitt in der Tendenz leicht rückläufig ist. Auch das spricht dafür, nun gewisse Massnahmen rückgängig zu machen und wieder der Mehrzahl der Deutschschweizer Kantone anzugleichen.

Lockerungen kämen allen voran dem darbenden Zürcher Detailhandel zugute. Zwar hat eine NZZ-Auswertung gezeigt, dass der negative Effekt der Maskenpflicht insgesamt nicht riesig ist. Die Umsatzeinbrüche bewegen sich im Vergleich zu Kantonen ohne Pflicht im einstelligen Prozentbereich. Trotzdem spüren gerade kleine Geschäfte mit ohnehin schon geringer Marge den Wettbewerbsnachteil deutlich. Vor allem im Non-Food-Bereich sind die Auswirkungen laut Branchenvertretern zum Teil dramatisch. Die Situation ist anders als etwa im öffentlichen Verkehr. Dort ist die Maskenpflicht nachvollziehbar, weil das Contact-Tracing schwierig ist und die Abstände zu Stosszeiten kaum einzuhalten sind.

In Geschäften ist der Nutzen einer Pflicht aber nach wie vor unklar. Bis heute fehlen belastbare Studien. Laut Angaben des Contact-Tracings steckt sich beim Einkaufen praktisch niemand an. Die leicht rückläufigen Fallzahlen in Zürich als Beweis für die Wirkung der Pflicht heranzuziehen, ist ebenfalls schwierig. Der Kanton Waadt verfügte diese und weitere Massnahmen zum Beispiel schon einige Wochen früher. Trotzdem schoss die Anzahl positiver Tests dort in die Höhe.

Auch wenn es unbefriedigend ist: Das Virus und seine Verbreitung bleiben in vielem ein Rätsel. Darum braucht es weiter intensive Forschung. Und es braucht Regierungen, die kluge Güterabwägungen vornehmen und in ihrer Politik neben gesundheitlichen vermehrt auch wirtschaftliche Aspekte angemessen berücksichtigen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Maskenpflicht in Zürcher Geschäften nicht nötig. Wenn der Nutzen der Massnahme bewiesen ist, kann und soll man selbstverständlich wieder darüber diskutieren.

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