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Ritterschlag für die private Raumfahrt

Im Windschatten von SpaceX sind in den letzten Jahren in den USA zahlreiche Raumfahrtunternehmen entstanden. Mit dem erfolgreichen Start der «Crew Dragon» empfiehlt sich diese Branche für höhere Aufgaben.

Die private Raumfahrt fühlt sich nach dem erfolgreichen Start der Crew Dragon zu höherem berufen.

Die private Raumfahrt fühlt sich nach dem erfolgreichen Start der Crew Dragon zu höherem berufen.

Joe Skipper / Reuters

Die Vereinigten Staaten zählen zu den Pionieren der bemannten Raumfahrt. Doch für die erfolgsverwöhnte Weltraumnation gab es in den letzten Jahren wenig zu lachen. Seit der Stilllegung der Spaceshuttle-Flotte im Jahr 2011 müssen die USA ausgerechnet russische Hilfe in Anspruch nehmen, um ihre Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) zu befördern. Das nagt am Selbstwertgefühl einer Nation, die sich gerne in der Pole-Position sieht.

Mit dem erfolgreichen Start einer amerikanischen Rakete mit zwei amerikanischen Astronauten an Bord zeichnet sich ein Ende dieser Schmach ab. Bilanz ziehen sollte man zwar erst, wenn die beiden Nasa-Astronauten Doug Hurley und Bob Behnken nach ihrem Besuch auf der Internationalen Raumstation wieder wohlbehalten zur Erde zurückgekehrt sind. Doch immerhin ist die erste und vielleicht höchste Hürde einer bahnbrechenden Mission genommen.

Zurecht kann man sich fragen, warum der Demonstrationsflug der beiden Nasa-Astronauten als Meilenstein der bemannten Raumfahrt gefeiert wird. Schliesslich hat die Nasa schon ganz andere Dinge vollbracht. Dass eine Nation, die bereits vor über 50 Jahren auf dem Mond war, nun wieder in der Lage ist, eigene Astronauten mit eigenen Raketen in den erdnahen Weltraum zu schiessen, sollte kaum der Rede wert sein. Russland und China tun das mit schöner Regelmässigkeit, ohne dafür Lorbeeren zu ernten.

Doch der Flug der «Crew Dragon» ist anders. Er ist nicht das Resultat staatlicher Grossmachtgelüste. Zu verdanken ist er vielmehr der privaten Initiative von Unternehmern, die sich das Ziel gesetzt haben, den Weltraum einem breiteren Nutzerkreis zugänglich zu machen. Im Scheinwerferlicht stehen momentan Elon Musk und seine Firma SpaceX. Doch Musk ist nicht alleine. Im Windschatten von SpaceX hat sich in den letzten Jahren – teilweise dank staatlicher Förderung – eine ganze Branche von Unternehmen entwickelt, die neuen Wind in die Raumfahrt gebracht hat. Die einen suchen ihr Glück im Weltraumtourismus, andere bieten Frachtdienste für Satellitenbetreiber oder Forschungsinstitutionen an, wieder andere wollen auf Asteroiden Rohstoffe fördern. Was sie eint, ist der Glaube daran, im Weltraum Geld verdienen zu können.

Das mag man belächeln. Und mit Sicherheit werden viele dieser Firmen nicht überleben. Doch zurückdrängen lässt sich die kommerzielle Raumfahrt nicht mehr. Die Zeiten, in denen der Weltraum eine Domäne staatlicher Raumfahrtorganisationen war, sind endgültig vorbei. Wenn es hierzu noch eines Beweises bedurft hätte, so liefert ihn nun der Demonstrationsflug der «Crew Dragon»-Raumkapsel. Er ist der Ritterschlag für die private Raumfahrt.

Es spricht für die Nasa, dass sie die Zeichen der Zeit früher erkannt hat als andere Raumfahrtorganisationen. Die Entscheidung, den erdnahen Weltraum privaten Raumfahrtunternehmen zu überlassen, um sich selbst höheren Aufgaben – etwa der Rückkehr zum Mond – widmen zu können, ist ihr nicht leicht gefallen. Aber sie war richtig. 

Es ist allerdings eine Illusion zu glauben, die private Raumfahrtindustrie werde sich mit dem erdnahen Weltraum begnügen. Dafür sind die Ambitionen eines Elon Musk oder eines Jeff Bezos, dem Chef des Unternehmens Blue Origin, viel zu hoch. Sie zieht es zum Mond oder zum Mars. Die Nasa ist schlau genug, diese Chance zu nutzen. Erst vor wenigen Wochen hat sie mit mehreren Firmen Verträge über die Entwicklung einer Mondlandefähre abgeschlossen. Dahinter steckt die Einsicht, dass die grossen Ziele nur gemeinsam zu erreichen sind.

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