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Riniken ist ein Spezialfall – der Gemeindeammann erklärt warum

Riniken als Dorf mit einer hohen Lebens- und Wohnqualität erhalten, das ist das übergeordnete Ziel. Das heisst auch: Der ländliche Charakter soll bewahrt werden, das Wachstum nur moderat voranschreiten. Mit der revidierten Bau- und Nutzungsordnung (BNO) geht die Gemeinde Riniken diese Zukunft an.

Die Revision wurde nötig, weil aufgrund des neuen, übergeordneten Raumplanungsgesetzes auch auf kommunaler Ebene Änderungen nötig wurden. «Die neue BNO gibt uns einen Planungshorizont für die nächsten 15 bis 20 Jahre», sagt Gemeindeammann Ueli Müller. «Sie trägt zudem dazu bei, dass die rechtliche Situation stimmig ist.»

Das neue Raumplanungsgesetz verlangt, dass in den Gemeinden die Innenverdichtung gefördert wird. Obwohl die Bevölkerung wächst, soll diese nicht mehr unbegrenzt Land brauchen können, um zu wohnen. Das muss nun auch in der revidierten BNO der Gemeinde Riniken beachtet werden. «Für uns bedeutet das, dass mit der neuen BNO persönliche Interessen eher beschnitten werden als vorher», sagt Ueli Müller. Es sei eine der grossen Herausforderungen bei der Ausarbeitung gewesen, den Leuten die Angst zu nehmen.

Scheueracker geeignet für Innenentwicklung

Potenzial zur Innenentwicklung gibt es in Riniken durchaus, beispielsweise im Gebiet Scheueracker. Hier befindet sich eine grössere Baulücke von 0,4 Hektaren im Zentrum. Aus diesem Grund wird eine Überbauung in den nächsten 15 Jahren angestrebt, welche die Mindesteinwohnerdichte von 60 Einwohnern pro Hektare erreicht.

«Das Gebiet wird mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt», sagt Ueli Müller. «Das stellt sicher, dass die verschiedenen Eigentümer ihre Interessen miteinbringen können.» Mit der neuen BNO wird zudem eine Gestaltungsplanpflicht eingeführt für die Gebiete Feisler und Tannegg.

Das Gebiet Feisler dürfte aufgrund der Baupflicht in 15 Jahren vollständig überbaut sein. Die Möglichkeit, dieses Gebiet zu überbauen, ergibt sich, weil andernorts eine unüberbaute Gewerbezone ausgezont wird. Der angrenzende, bereits eingezonte Kirchacker kann überbaut werden, wenn die Hochspannungsleitungen wegkommen.

«Nebst der neuen BNO ist vor allem das Wegfallen der Hochspannungsleitungen wichtig für das Dorf. Parzellen, die längst Bauzone sind, können nun überbaut werden», erklärt Ueli Müller. Im Gebiet Feisler ist entsprechend eine wesentliche Kapazitätserhöhung möglich. Die angestrebte Einwohnerdichte im Jahr 2040 beträgt 90 Einwohner pro Hektare für heute noch unüberbautes Gebiet. Für bereits überbautes Gebiet sollen 70 Einwohner pro Hektare erreicht werden, jedenfalls in Neu-Riniken. Für Alt-Riniken gelten 40 Einwohner pro Hektare im überbauten Gebiet und im noch unüberbauten 60 Einwohner pro Hektare.

Ist das Dorf urban oder doch eher ländlich?

In der Riniker Bauzone sind 4,6 Hektaren noch nicht überbaut, hingegen 36,2 Hektaren sind überbaut. Die Kantonale Statistik rechnet mit 1780 Einwohnern im Jahr 2040. Stand März 2019 waren es 1461. «Das bedeutet aber nicht, dass wir die freien Bauflächen so schnell wie möglich überbauen wollen, der Markt soll spielen können», sagt der Gemeindeammann.

Riniken ist mit seinen zwei Dorfteilen ein spezieller Fall. Grundsätzlich definiert das Raumkonzept Aargau Riniken gesamtheitlich als urbanen Entwicklungsraum. Weil das aber auf den historischen Ortskern, in den BNO-Unterlagen als Alt-Riniken bezeichnet, nicht zutrifft, wurde Riniken in zwei Entwicklungsräume aufgeteilt: in Alt- und Neu-Riniken. Während Neu-Riniken Teil der Agglomeration Brugg ist und urbanes Wohnen ermöglicht, ist Alt-Riniken ein ländlicher Entwicklungsraum. Riniken wurde im Jahr 1975 als Dorf von lokaler Bedeutung ins Inventar der schützenswerten Ortsbilder aufgenommen.

Diesen dörflich-ländlichen Charakter soll Rinken unbedingt beibehalten, findet Gemeindeammann Ueli Müller. «Darauf basiert die Attraktivität unseres Dorfs», sagt er. «Wir sind schnell draussen in der Natur und trotzdem zentrumsnah. Dazu müssen wir Sorge tragen.»

Für die Zukunft wünscht er sich eine altersmässig bessere Durchmischung. Denn heute seien überdurchschnittlich viele Leute älter als 65-jährig oder dann überdurchschnittlich jünger als 20. Das habe damit zu tun, dass in den 60er- und 70er-Jahren in Neu-Riniken viel gebaut wurde. Das führte zu einem Strukturwandel. Müller ist aber optimistisch, dass sich dieser wieder ausgleichen wird.

Trotz Nähe zur Stadt steht Fusion nicht zur Diskussion

Trotz der Nähe von Neu-Riniken zur Stadt Brugg sieht der Gemeindeammann zurzeit keine Notwendigkeit, aktiv eine Fusion mit der Stadt zu prüfen. Eine Umfrage der FDP-Ortspartei vor fünf Jahren habe eine grosse Zufriedenheit im Dorf gezeigt und dass die Einwohnerinnen und Einwohner eine Fusion mit Brugg ablehnen würden. Zudem bekunde die Gemeinde keine Mühe, Ämter zu besetzen. Zuletzt gab es drei Kandidaten für einen freien Gemeinderatssitz.

Mit der neuen Bau- und Nutzungsordnung ist die Gemeinde also gerüstet für die künftige Entwicklung des Dorfs. Die Unterlagen sind noch bis 19. Februar auf der Gemeindeverwaltung während der ordentlichen Bürozeiten einsehbar.

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