Switzerland

Riesenslalom von Santa Caterina: 12 Jahre nach Cuche: Odermatt ist der Beste seines Fachs

Die Schweizer überzeugen auch in der Lombardei: Marco Odermatt wird Dritter, Loïc Meillard Vierter. Und ein verblüffender junger Nidwaldner erlebt wunderbare Tage.

Freudenschrei in den trüben Himmel von Santa Caterina: Marco Odermatt wird Dritter und führt die Riesenslalomwertung an.

Freudenschrei in den trüben Himmel von Santa Caterina: Marco Odermatt wird Dritter und führt die Riesenslalomwertung an.

Alessandro Trovati (Keystone)

Es ist irgendwie schon verrückt mit diesem Marco Odermatt. Da wird er Dritter, schreit ein «Jawohl» in den trüben Himmel von Santa Caterina, von dem dicke Schneeflocken fallenund von der Skiwelt wird das mit einem Achselzucken zur Kenntnis genommen.

Ein Podestplatz ist etwas Selbstverständliches geworden beim Nidwaldner. So gross ist sein Talent. So sauber und zuverlässig sein Fahrstil.

Dabei ist er erst 23. Und sind noch nicht einmal zwei Jahre vergangen, seit er es im März 2019 in Kranjska Gora erstmals unter die Top 3 geschafft hatte. Zuvor hatte Thomas Tumler überraschend den Bann gebrochen für das Schweizer Riesenslalomteam, das fast acht Jahre lang keinen Podestplatz mehr gefeiert hatte. Seit Tumlers Coup in Beaver Creek 2018 sind acht Top-3-Ränge dazugekommen.

Keiner steht so sehr für die neue Stärke des Technikerteams wie Odermatt. Der Podestplatz in der Lombardei hinter dem Kroaten Filip Zubcic und dem Slowenen Zan Kranjec, die auch mangels Alternativen eine Trainingsgemeinschaft bilden, ist Odermatts sechster im Weltcup. Er katapultiert ihn nach Platz 2 zum Auftakt in Sölden an die Spitze der Riesenslalomwertung.

Bissig verblüfft weiter

Lange ist es her, seit ein Schweizer diese gewann: Didier Cuche. In der Saison 2008/09. Odermatt könnte sein später Nachfolger werden.

Überhaupt hat sich der Riesenslalom für die Schweizer von der Sorgen- zur Vorzeigedisziplin gewandelt. Das liegt auch an Loïc Meillard, einer der ersten Verfolger Odermatts. Fünfter wurde der 24-jährige Neuenburger in Sölden, in Santa Caterina verpasst er als Vierter das Podest noch knapper.

Doch damit hat es sich noch nicht mit den starken Athleten im Team von Helmut Krug. Es gibt noch Gino Caviezel, Dritter beim Saisonstartnun ausgeschieden. Oder Justin Murisier, der nach vielen Knieverletzungen den Anschluss allmählich wieder findet und beim zweiten Riesenslalom des Winters 25. wird.

Und: Es gibt Semyel Bissig, der gerade wunderbare Tage erlebt in seiner noch jungen Skikarriere. In der Saison 2017/18 hatte der 22-jährige Nidwaldner seine ersten drei Auftritte im Weltcup, alle im Slalom. Zweimal ist er ausgeschieden, einmal schaffte er den Sprung in den 2. Lauf nicht. Jüngst entschied er, auf seine einstige Paradedisziplin zu verzichten, zu klein sei er für den Tanz zwischen den Stangen, so seine Begründung. Er scheint alles richtig gemacht zu haben.

Vor acht Tagen startete er in Lech-Zürs zu seinem ersten Parallelrennen. Er wurde Fünfter. Nun folgte sein erster Riesenslalom. Bissig arbeitete sich im 2. Lauf mit der fünftbesten Zeit von Position 28 auf Platz 16 vor.

So schnell dürfte den Schweizer Riesenslalomfahrern das Jubeln nicht vergehen.

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