Switzerland

Rhythmus auf dem Börsenparkett

Die Aktienerstemission einer K-Pop-Band wird 1000-fach überzeichnet. Solche «Volksaktien» sind langfristig für Börsen eher eine Belastung.

Die südkoreanische K-Pop-Band BTS.

Die südkoreanische K-Pop-Band BTS.

Jo Soo-Jung / AP

Wieso gehen eigentlich Lo & Leduc nicht an die Börse? Das erfolgreiche Mundart-Pop-Duo aus Bern könnte eine neue Schicht von Anlegern für das Aktiensparen begeistern. Nötig hätte es die Schweizer Börse: Die Handelsvolumen sind rückläufig, und in diesem Jahr fand noch kein IPO (Aktienerstemission) statt.

Südkorea hat diese Woche gezeigt, wie Pop-Musik den Aktienhandel wieder zum Tanzen bringen kann. Der Börsengang der K-Pop-Gruppe BTS war um das 1000-Fache überzeichnet. Die Aktie des Unternehmens Big Hit Entertainment, welches das Musiklabel der sieben singenden südkoreanischen Jünglinge ist, gab ihr Marktdebüt zu 135 000 Won, was etwa 110 Fr. entspricht. Dies ist das obere Ende der Preisspanne aus dem Bookbuilding-Verfahren. Das Unternehmen wird damit mit über 4 Mrd. Fr. bewertet. Der Schöpfer der Band sitzt jetzt auf einem Anteil von 1,4 Mrd. Fr. Jeder der sieben Sänger hält Aktien für je 8 Mio. Fr.

Der Sound der Stunde

Das mag man ziemlich viel finden für die Marken- und Musikrechte an schmachtenden Teenagern. Doch fragen Sie einmal die Jungmannschaft – K-Pop ist das Ding der Stunde. Zwar versteht kaum jemand ausserhalb Koreas den Text. Doch Musik, Tanzschritte und Outfit treffen den Zeitgeist. BTS und weitere Bands haben in den vergangenen Jahren weltweit die Hitparaden und die Klubs gestürmt.

Als einen willkommenen Jungbrunnen begrüssen die Marktteilnehmer in Seoul die Musikaktien. Die dortige Börse treiben ähnliche Probleme um wie den Schweizer Gegenpart. Der Hauptindex wird dominiert von etablierten Konzernen, die Schiffe, Halbleiter und Flachbildschirme herstellen. Das ist zwar solid, aber nicht sexy. Das mag attraktiv für Pensionskassen sein, aber nicht für Nachwuchsanleger. Wie der Schweizer Aktienmarkt verharrte auch der Handelsplatz in Südkorea bisher im laufenden Jahr bezüglich Aktienneuemissionen im Dornröschenschlaf – während das Geschäft an anderen Märkten wie etwa in den USA boomt und neue Investoren anzieht.

Wie lange hält der Trend?

Doch die vielfach gepriesene Verjüngung des Marktes und die Wiederbelebung des Aktiensparens könnte sich in Südkorea als Bumerang erweisen. Denn kaum etwas ist schnelllebiger als die Trends in der Pop-Musik. Vielleicht verschwindet das Phänomen K-Pop so schnell wieder aus den internationalen Charts, wie die Teenager-Gruppen mit den farbigen Haaren aufgetaucht sind. Skandale, wie etwa um sexuellen Missbrauch bei einer anderen K-Pop-Gruppe, können das propere Schwiegersohn-Image der Protagonisten schnell zerstören. Eine Aktie wie Big Hit Entertainment, die nur eine Boy-Group «abbildet», erscheint da ziemlich anfällig für Kursrückschläge.

Was eine Volksaktie, die nicht funktioniert, anrichten kann, hat sich etwa in Deutschland mit der Deutschen Telekom gezeigt. Die Werbeaktion, die den Titel explizit als «Volksaktie» anpries, war ein voller Erfolg. Viele deutsche Sparer, die bisher einen Bogen um Aktien gemacht hatten, griffen beim ehemaligen Staatsunternehmen zu. Der Erwerb von überteuerten UMTS-Lizenzen und eine riskante US-Strategie liessen den Aktienkurs jedoch kollabieren. Dieser liegt heute noch unter dem Ausgabepreis von 1996. Damit erwies die Telekom dem Aktiensparen in Deutschland einen Bärendienst.

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