Switzerland

Rettung der Stiftung Langmatt: Nun wird Kritik am geplanten Bilderverkauf laut

Am Dienstag und Mittwoch nach Pfingsten tagt der Badener Einwohnerrat endlich wieder nach einer langen Pause. Die auf zwei Abende verteilte Sitzung wird statt wie üblich in der Aula der Pfaffechappe im grossen Trafosaal stattfinden, um genügend Abstand zu ermöglichen. Die Traktandenliste ist so prall gefüllt wie nur selten. Zwei zentrale Vorlagen betreffen die Sanierung des Museums Langmatt und die sogenannte Smart-City-­Strategie. Bei diesen Themen sind die Badener Grünliberalen nur bedingt oder gar nicht einverstanden mit der Vorlage des Stadtrats. «Wir stellen weder die städtische Beteiligung an der Sanierung der Langmatt, noch die jährliche Unterstützung des Museums infrage», sagt GLP-Einwohnerrat Fabian Hummel. «Aber wir finden es unfair, wenn der Steuerzahler so viel zahlt und die Stiftung Langmatt unter Umständen durch den geplanten Bilderverkauf einen hohen Mehrertrag erzielt.»

Zur Erinnerung: Die Stadt Baden hat nach langer Vorbereitung gemeinsam mit der Stiftung Langmatt eine Strategie ­erarbeitet, um die historische Villa an der Römerstrasse mit ihrer bedeutenden Gemäldesammlung zu renovieren. Gleichzeitig soll die von der Insolvenz bedrohte Stiftung – 1988 von der Stadt Baden als Erbin der Langmatt gegründet – finanziell saniert werden. Dazu soll die Stiftung ihrerseits Bilder im Wert von rund 40 Millionen Franken verkaufen, um ausreichend Kapital zu schaffen und so den Betrieb des Museums dauerhaft zu sichern.

Andererseits wird die Stadt Baden zusammen mit dem Kanton und weiteren Geldgebern die bauliche Sanierung des Gebäudes finanzieren. Der Beitrag der Stadt wird mit einem Kostendach bei zehn Millionen Franken liegen. Vorausgesetzt, die Badener Stimmbevölkerung stimmt dem Vorhaben bei einer Volksabstimmung zu. «Wir werden im Einwohnerrat den Antrag stellen, einen allfälligen Mehrertrag des Bilderverkaufs, der über dem Budget liegt, partnerschaftlich mit der Stadt zu teilen und nur zur Hälfte dem Stiftungsvermögen zukommen zu lassen», erklärt Fabian Hummel. Falls der Antrag angenommen wird, soll er in der Strategie festgeschrieben werden.

Die andere Hälfte aus dem Bilderverkauf soll dazu verwendet werden, die öffentliche Hand zu entlasten und den Beitrag der Stadt Baden an die Sanierung des Hauses zu vermindern. Die Stadt solle aber die Bedeutung der Villa Langmatt würdigen und die Sanierung mit mindestens fünf Millionen Franken unterstützen. Grundsätzlich befürworte die GLP die erarbeitete Strategie und würdige insbesondere die Arbeit von Langmatt-Direktor Markus Stegmann, der das Museum in den letzten Jahren aus dem Dornröschenschlaf erweckt habe.

Den vorgelegten Verpflichtungskredit von 500000 Franken als Anschub- und Projektfinanzierung für die Strategie «Smart City Baden» lehnen die Grünliberalen dagegen ab. «Für uns ist die Strategie zu wenig ausgereift und zu wenig detailliert, um einen Blankokredit zu sprechen», erklärt Hummel. «Insbesondere jetzt, wo die Stelle des städtischen Digital Managers neu besetzt wird. Das ist für uns der falsche Zeitpunkt.»

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