Switzerland

Reiche werden reicher: Warum das eine gute Nachricht ist

Reiche werden reicher, Arme ärmer? Das wäre der falsche Schluss aus den steigenden Vermögen der reichsten Schweizer in der Rangliste der «Bilanz». Vielmehr lässt dies hoffen, dass die Krise für Beschäftigte, Pensionskassen und die öffentliche Hand nicht ganz so schlimme Folgen hat wie im Frühling befürchtet.

Auf einen grossen Teil der Vermögen kann nicht direkt zugegriffen werden, weil er etwa aus Beteiligungen an Unternehmen besteht.

Auf einen grossen Teil der Vermögen kann nicht direkt zugegriffen werden, weil er etwa aus Beteiligungen an Unternehmen besteht.

Gaëtan Bally / Keystone

Alles verändert sich, aber zumindest etwas bleibt gleich: Auch dieses Jahr präsentiert uns die «Bilanz» kurz vor der Adventszeit die Rangliste der 300 reichsten Schweizerinnen und Schweizer. Und wie in jedem Jahr seit einer Dekade sind die Gutbetuchten auch 2020 reicher geworden – dieses Mal allerdings nur um 5 Milliarden Franken: Insgesamt vereinen sie 707 Milliarden Franken auf sich. An der Spitze rangiert wie seit neunzehn Jahren die Familie Kamprad des schwedischen Möbelgiganten Ikea. Auf dem zweiten Platz folgen die Familien Hoffmann und Oeri, Erben von Hoffmann-La Roche. Also alles wie gehabt?

2020 ist gewiss speziell. Anfang Jahr hätten wohl auch die Reichsten kaum darauf gewettet, dass ihre Vermögen noch einmal leicht anziehen. Nach der Finanzkrise waren sie nämlich um 13 Prozent eingebrochen – und es dauerte sechs Jahre, bis sie den früheren Stand wieder erreichten. Dieses Mal sieht es besser aus. Und das ist zunächst ein gutes Zeichen, jedenfalls für die Hunderttausenden Mitarbeiter dieser Firmen, aber auch für die öffentliche Hand, da gut laufende Unternehmen weiterhin die Staatskassen alimentieren, die durch die Krise besonders beansprucht werden.

Und schliesslich dürften viele Pensionskassen 2020 ordentlich abschliessen, nachdem es noch im Frühling rabenschwarz ausgesehen hat. Diese wenigen Gründe zeigen denn auch: Die Klage von «Die da oben werden immer reicher, während die unten immer ärmer werden» sollte nicht verfangen. Die Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel, bei dem der eine nur gewinnt, was der andere verliert.

Die Rangliste offenbart aber auch enorme Unterschiede. Während sich die Pharma- und Chemiebranche sowie die Digitalfirmen über hohe Wertzuwächse freuen können, mussten Eigentümer von Mode-, Uhren-, Bier- oder Rohstofffirmen zum Teil enorme Abstriche verbuchen. Die Beteiligung von Ivan Glasenberg am Rohstoffkonzern Glencore war laut «Bilanz» einmal 6,5 Milliarden Franken wert, nach einem neuerlichen Wertverlust von 1,5 Milliarden sind es noch 2,75 Milliarden Franken: Wie gewonnen, so zerronnen, möchte man in diesem Fall sagen. Auf der Sonnenseite steht dagegen die Familie Blocher um den Altbundesrat. Sie konnte ihr Vermögen dank dem guten Abschneiden der Ems-Chemie-Aktie um 4 Milliarden Franken steigern und stösst auf Platz 5 vor.

Wenn man die Rangliste mit denselben Personen gemacht hätte wie vor einem Jahr, wäre das Vermögen insgesamt jedoch um 11 Milliarden Franken gesunken. Diese Auf- und Abstiege illustrieren, dass die Vermögen der Reichsten keine feste Grösse sind. Das Kapital ist meistens in Firmen gebunden und steht damit als Erstes im Risiko, wenn es schlecht läuft: Sind die Produkte nicht mehr gefragt oder gibt es politische Weichenstellungen wie den Abschied von fossilen Energiequellen, sind plötzlich Milliarden an Buchwerten weg. Solche enormen Risiken einzugehen, ist nicht jedermanns Sache.

Nicht unter den Teppich kehren sollte man aber auch die Rolle der Geldpolitik. Die Aussicht auf ewige Nullzinsen treibt viele Anleger immer stärker in Dividendenpapiere. Dies erhöht auch die Buchwerte der Reichsten. Bei allem Positiven ist hierin ein Warn- oder zumindest ein Fragezeichen erkennbar: Liegt dem Wertzuwachs später auch wirklich eine entsprechende Steigerung der Gewinnaussichten und damit eine Aufhellung der Wirtschaftsentwicklung zugrunde? Hier haben die Anleger den Unternehmen reichlich Vorschusslorbeeren verteilt. Ob diese Wette aufgeht, erfahren wir in einem Jahr, wenn es wieder heisst: Das sind die reichsten 300 Schweizerinnen und Schweizer.

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