Switzerland

Reich für die Insel: Wohlhabende jetten wegen Corona auf einsame Miet-Inseln

Es kann jeden treffen: Das Coronavirus macht keinen Unterschied zwischen Arm und Reich. Die Notmassnahmen des Bundesrates auch nicht. Doch während die meisten jetzt zu Hause festsitzen, zieht es Ultrareiche auf einsame Inseln. «Bei uns melden sich 50 Prozent mehr Interessenten als üblich – auch Schweizer», sagt Sabah Memon vom Online-Marktplatz Private Islands Inc.

Die Kunden greifen für ihre Luxus-Quarantäne tief ins Portemonnaie. Auf dem All-inclusive-Inselchen Gladden Island vor der Küste von Belize, Zentralamerika, wohnt man für 80'000 Dollar pro Monat – das geht ins Geld. Memon: «Vor Corona vermieteten wir für ein bis zwei Wochen. Wegen des Virus wollen sich die Leute jetzt mehrere Monate zurückziehen.»

Privatjet-Industrie boomt

Doch wie kommt man auf die abgelegene Trauminsel, wenn der Luftverkehr praktisch stillsteht? Privatjet-Firmen verzeichnen seit Beginn der Corona-Krise ein saftiges Plus bei Anfragen und Buchungen. Der europäische Marktführer GlobeAir meldet 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders gefragt seien Flüge von und nach London und Paris, so eine Sprecherin. Weitere beliebte Abflughäfen liegen an der Côte d’Azur – und in der Schweiz!

Viele Neukunden seien gewöhnlich per Business-Class unterwegs, wollten aber jetzt kein Ansteckungsrisiko eingehen. Andere kämen, weil der entsprechende Linienflug gestrichen wurde. Marco Reichardt von Avito Aviation erzählt: «Letzten Dienstag landete ein Schweizer Geschäftsmann mit der einzigen Verbindung von Kamerun nach Europa in Paris. Da es keine Linienverbindung von Paris in die Schweiz gab, haben wir einen Jet zum Weiterflug organisiert.» Auch ein Trip im Privatjet hat seinen Preis: Von Genf nach Paris zum Beispiel kostet er rund 4400 Franken.

Ab in den Bunker

Um das Ziel zu erreichen, braucht es nebst dem nötigen Kleingeld den richtigen Pass. Viele Länder haben strenge Einreisesperren verhängt – auch Superreichen können sich also nicht mehr jeden Wunsch erfüllen. Selbst-Verbarrikadierung allerdings geht immer. Das Online-Magazin «Moscow Times» meldet, dass Russlands Oligarchen in ihren Villen nun Beatmungsgeräte horten. Stückpreis: rund 25'000 Franken.

Gefragt sind auch Schutzräume. Die US-Firma Rising S verschickt Bausatz-Bunker in die ganze Welt. Die Mini-Ausführung gibts schon für 40'000 Dollar. Wer ein Modell mit Pool wünscht, zahlt rund acht Millionen. Seit der Coronakrise kommt Geschäftsführer Gary Lynch kaum noch nach. «Wir erhalten Aufträge wie nie zuvor, darunter auch einzelne aus der Schweiz», sagt er zu SonntagsBlick. International seien kleine Modelle gefragt. «Damit die Lieferkosten nicht ins Unendliche steigen», so Lynch.

«First Class»-Selbstisolation

Wer keinen bombensicheren Container im Garten versenken möchte, dem bleibt die «First Class»-Isolation. Seit letzter Woche gibt es hierzulande Quarantäne-Luxusresidenzen. In der Calda Clinic etwa liessen sich bis anhin psychisch Kranke aus aller Welt behandeln – für 350'000 Franken im Monat. Seit der Einreisesperre stehen die Luxussuiten in Zollikon leer.

Deshalb bietet die Klinik nun eine Corona-Isolation mit «garantierter permanenter Oberflächendesinfektion», Privatkoch und fachärztliche 24-Stunden-Betreuung. Bei Symptomen wird ein Test in die Suite geliefert. Kostenpunkt für die 14-tägige Quarantäne: je nach Zusatzleistung zwischen 30'000 und 50'000 Franken. Erste Anfragen sind bereits eingegangen.

Coronavirus

Das Coronavirus hält aktuell die Welt in Atem. Viele Länder ergreifen Massnahmen wie das Schliessen von Schulen oder Grenzen und schränken öffentliche Veranstaltungen ein, um die Verbreitung zu verhindern. Auch in der Schweiz grassiert das Virus. Alle aktuellen Informationen und Zahlen rund ums Thema gibts es im Coronavirus-Ticker.

Habe ich das Coronavirus oder nur die Grippe?

Das Coronavirus breitet sich weiter aus – auch in der Schweiz. Gerade in der Grippesaison kann man selber nur schwer einschätzen, ob man am Coronavirus erkrankt ist oder ob man einfach eine gewöhnliche Grippe hat. Die Unterschiede sind fein, aber es gibt sie. BLICK klärt auf.

Schutz gegen Coronavirus

Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit, wie Sie sich selbst schützen können:

Hygienemassnahmen

Kontakt minimieren

Informiert bleiben

Wann soll man zum Arzt?

Geduld haben

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