Switzerland

Regierungsrätin Natalie Rickli kritisiert Spitalrat des Zürcher Unispitals

Regierungsrätin Natalie Rickli kritisiert Spitalrat des Zürcher Unispitals

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli hat in einem Zeitungsinterview zu den mutmasslichen Missständen am Universitätsspital Zürich (USZ) dessen Aufsicht kritisiert. Der Spitalrat habe seine Verantwortung offensichtlich nicht genügend wahrgenommen.

Die Hauptverantwortung für das Spital trage der Spitalrat mit seinem Präsidenten Martin Waser, sagte Rickli der «NZZ am Sonntag». Waser ist früherer SP-Stadtrat. Die SVP-Regierungsrätin kritisierte insbesondere das spitalinterne Kontrollsystem. Die Risiken seien zu spät erkannt worden. Zudem sei die Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit und der Gesundheitsdirektion nicht optimal gewesen.

Die allermeisten der über 10'000 Angestellten des Spitals würden einen tollen Job machen, sagte Rickli. Aber es gebe offensichtlich ein Problem mit gewissen Kliniken, deren Chefs und mit der Kultur, die dort herrsche. Rickli ortete Probleme wegen Fehlanreizen mit Zusatzhonoraren und der Machtkonzentration bei einzelnen Chefärzten.

In den letzten Wochen waren gleich drei Chefärzte des Spitals wegen Vorwürfen zu möglichen Mauscheleien oder Interessenskonflikten suspendiert oder beurlaubt worden. Rickli sagte, dass es sich nicht mehr um Einzelfälle handle, sondern dass es einen Zusammenhang gebe. Rickli erklärte, dass das USZ systemrelevant sei. Sie forderte, dass das verloren gegangene Vertrauen jetzt wieder hergestellt werde.

Neue Vorwürfe

In der Zeitung wurden am Sonntag neue Vorwürfe gegen den Direktor der Kieferchirurgie, Martin Rücker, und gegen das Institut für Anästhesiologie bekannt. Demnach soll die Ärzte-Ausbildung manipuliert worden sein. Junge Ärzte erhielten den Angaben zufolge eine Bescheinigung für ein obligatorisches Praktikum, obschon sie dieses gar nie absolviert hatten.

Rücker und das angeschuldigte Institut wiesen den Vorwurf von Schein-Praktika der Zeitung gegenüber zurück. Rücker war zuvor zudem in den Medien vorgeworfen worden, systematisch Patientinnen und Patienten zur Behandlung an seine private Praxis überwiesen zu haben. Die USZ hat mit ihm nun vereinbart, dass er ab sofort nur noch am USZ Patienten behandeln darf. (sda)

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