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Rebellen, Armee und Söldner verüben in Mosambik Kriegsverbrechen

Islamistische Rebellen zeigen ihre Kriegsbeute. Bild: keystone

Rebellen, Armee und Söldner verüben in Mosambik Kriegsverbrechen

Im Konflikt im Norden von Mosambik werfen Menschenrechtlern einer Rebellengruppe sowie mosambikanischen Sicherheitskräften und einem südafrikanischen Militärunternehmen Kriegsverbrechen vor. Alle drei seien für die Tötung von Hunderten Menschen verantwortlich, teilte am Dienstag Ulrich Fehling mit, Mosambik-Experte bei Amnesty International in Deutschland.

In der erdgasreichen Provinz Cabo Delgado im Norden des Landes führen islamistische Rebellen seit 2017 brutale Angriffe durch. Sie töteten Zivilisten und brannten Dörfer nieder, wie Amnesty beschreibt. Doch bei der Verfolgung der Rebellengruppe hätten auch die mosambikanische Armee und die Polizei Gräueltaten wie aussergerichtliche Hinrichtungen, Vergewaltigungen und Folterungen von Zivilisten verübt. Dem UN-Flüchtlingshilfswerk zufolge hat die Gewalt mehr als 530'000 Menschen in die Flucht getrieben.

Im Kampf gegen die Rebellen beauftragte Mosambiks Regierung laut Amnesty das Militärunternehmen Dyck Advisory Group (DAG). Die Söldnertruppe habe mit Maschinengewehren aus Helikoptern gefeuert und wahllos Handgranaten in Menschenmengen geworfen, teilte Amnesty mit. Sie beschossen demnach zudem Krankenhäuser, Schulen und Wohnhäuser.

Der Amnesty-Bericht dokumentiert Kriegsverbrechen von allen drei Parteien vor allem zwischen März und Juni 2020. Die Menschenrechtsorganisation sprach nach eigenen Angaben mit 79 Binnenflüchtlingen per Sprach- oder Video-Anrufe.

Die Rebellion hat Experten zufolge ihre Wurzeln in den Missständen und Klagen der Bewohner der Region, die sehr arm ist und jahrelang von der Regierung vernachlässigt wurde. Allerdings entwickelt sie sich zunehmend zu einer islamistischen Gruppierung mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Lage in Cabo Delgado ist besonders heikel, weil dort ein grosses Vorkommen von Erdgas gefunden wurde. Unter anderem der französische Ölkonzern Total ist an dem Gasprojekt beteiligt. (sda/dpa)

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