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Reaktionen auf Weinstein-Urteil: «Ein Monster auf Erden ist weg»

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Mehr als 80 Frauen werfen Harvey Weinstein sexuelle Vergehen vor. In sozialen Medien teilen viele ihre Erleichterung und Genugtuung über das Urteil mit.

Mit Spannung wurde das Urteil gegen den früheren Filmmogul Harvey Weinstein (67) erwartet. Am Montagabend wurden zahlreiche Opfer erlöst: Weinstein wurde in zwei von fünf Anklagepunkten – für Vergewaltigung und schwere sexuelle Nötigung – schuldig gesprochen.

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Weinstein drohen nun bis zu 25 Jahre hinter Gittern. Das Strafmass soll am 11. März verkündet werden. Ein freier Mann ist er schon jetzt nicht mehr: Noch aus dem Gerichtssaal wurde er in Handschellen abgeführt.

Das wegweisende Urteil löste eine Welle der Erleichterung in den sozialen Medien aus. Zahlreiche Schauspielerinnen oder TV-Schaffende meldeten sich auf Twitter und teilten ihre Genugtuung mit.


Schauspielerin Ashley Judd (51) versuchte selbst erfolglos, gerichtlich gegen Weinstein vorzugehen. Im Januar 2019 hatte ein Richter in Los Angeles ihre Klage aus rechtlichen Gründen zurückgewiesen. Judd wirft Weinstein vor, er habe sie 1998 diffamiert, nachdem sie seinen sexuellen Annäherungsversuchen ein Jahr lang nicht nachgegeben hatte. Wegen seiner Verleumdungen habe sie eine Rolle in «Der Herr der Ringe» nicht erhalten.

Nach dem Urteil gegen den früheren Filmmogul bedankte sich Judd nun bei den Zeuginnen, die ausgesagt hatten. «Für die Frauen, die in diesem Fall aussagten und durch die traumatische Hölle gingen, ihr habt allen Frauen und Mädchen einen Dienst erwiesen, vielen Dank», twitterte Judd.


Sie gehört zu den zentralen Figuren, die die weltweite #MeToo-Debatte ins Rollen brachte. Rose McGowan (46) wirft Weinstein vor, er habe sie 1997 vergewaltigt. Das Urteil sei ein «grosser Schritt in Richtung unserer kollektiven Heilung», twitterte die Schauspielerin nach der Schuldigsprechung.

Und in einem zweiten Tweet: «Ich bin stolz auf die tapferen Frauen, die aussagten, dass sie ein Monster auf Erden aus dem Verkehr gezogen haben.»


Die ehemalige Miss America und US-Fernsehmoderatorin Gretchen Carlson (53) hofft, dass «die Handschellen fest sitzen», wie sie twitterte. Sie ist ausserdem überzeugt: Noch vor drei Jahren wäre ein Urteil gegen Weinstein niemals gefallen.

Carlsons persönliche Story wurde gerade mit «Bombshell» verfilmt. Die ehemalige «Fox News»-Moderatorin hatte ihren früheren Chef, den Fernsehproduzenten Roger Ailes, wegen sexueller Belästigung verklagt.


Weinstein sei jetzt «ein verurteilter Vergewaltiger», twitterte Schauspielerin Ellen Barkin (65). «Egal, wie sehr sich die Verteidigung bemüht, er wird bis zu seinem Tod ein verurteilter Vergewaltiger bleiben.» Barkin gab aber auch zu bedenken, dass gerade mal «0,7 Prozent der Sexualverbrecher» verurteilt würden.

Die Schauspielerin sagte 2017 gegenüber «The New Yorker», dass sie von Weinstein zwar nie körperlich angegangen worden sei, dass sie aber Opfer seines verbalen Missbrauchs gewesen sei.

(kfi)