Switzerland

Puck Fiction Runde 6: Zürich eiskalt – DiPietro geht mit Beifall

In der Wirklichkeit sind die Playoffs dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Doch BLICK schiebt die Realität für einmal beiseite. Und lässt die Spieler und Teams fiktiv doch um den Meistertitel kämpfen. Hockey-Experte Dino Kessler schreibt Runde für Runde, wie es gelaufen wäre, wenn das Virus nicht dazwischen gefunkt hätte und krönt zum Schluss den einzig wahren, wenn auch fiktiven, Schweizermeister 2020.
Jetzt: Runde 6 der Viertelfinals. Am Sonntag: Runde 7.

Zürich besteht den Crashtest im Südtessin und steht im Halbfinal. Lugano bleibt mit qualmenden Reifen stehen, aber die Curva Nord beschert der Mannschaft und Interims-Coach Paul DiPietro nach dem Ausscheiden ein wunderbares Schlussbouquet mit stehendem Beifall. Präsidentin Vicky Mantegazza: «Wir haben die Grinta gesehen, die wir zuvor vermisst hatten.» Die ZSC Lions mussten an die Grenzen, spielerisch und mental, mussten die Reserven anzapfen. Lugano geht auch im sechsten Spiel in den offenen Schlagabtausch und zwingt den Lions damit ein Spiel auf, dass sie eigentlich nicht spielen wollten. Zuletzt entscheidet die individuelle Klasse für Zürich. Wick und Bodenmann brechen im Schlussabschnitt den Bann mit unwiderstehlichen Einzelleistungen. «Wir haben jetzt eine zusätzliche Facette im Spiel», grinst Trainer Grönborg.

80 Minuten ohne Tor – und keiner beklagt sich darüber. Dustin Jeffrey setzt dem Treiben in der 89. Spielminute ein Ende. Davon später mehr. Zuvor beharkt man sich grüppchenweise bis an die Schmerzgrenze, Ambühl und Genazzi, Lindbohm und Lindgren, Nygren und Vermin. Die verbissen geführten Zweikämpfe reissen die Fans von den Sitzen. Ausser Kontrolle geraten aber Bertschy (Lausanne) und Jung (Davos). Weil die Schiedsrichter viel zu spät eingreifen, eskaliert diese Privatfehde in einer abschliessenden wüsten (Stock-)Schlägerei. Nach mehrheitsfähigem Rechtsverständnis dürfte am Sonntag keiner der beiden auf dem Eis stehen. Die Entscheidung? Fällt nach einem Gestocher vor dem Davoser Tor, als Jeffrey der Puck vor die Schaufel fällt. Glücklich, aber nicht unverdient, weil Lausanne insgesamt etwas mehr riskiert.

Anfangs Februar wandelte Biel-Trainer Antti Törmänen auf einem sehr schmalen Grat. Niederlagen in Serie, fehlende Stilsicherheit, Selbstvertrauen weg. Für die Playoffs reichts gerade mal eben so. Und jetzt ist seine Mannschaft auf bestem Weg, den 3:1-Vorsprung zu vergaukeln. Servette schafft es mit viel Dussel in die Verlängerung, als Richard einen Weitschuss viel zu hoch abfälscht, der Puck aber vom Plexiglas zurückprallt und via Hillers Schulter ins Tor fällt. Diesen Nackenschlag kann Biel nicht wegstecken. In der Verlängerung dauert es gerade mal 40 Sekunden, bis Winnik nach einem Bieler Wechselfehler allein auf Hiller losziehen kann. Bei einer Niederlage am Sonntag in Genf dürfte Törmänen seinen Job los sein.

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