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Polizei ahndet über 1500 Coronaverstösse – Umfrage zeigt Unterschiede zwischen Kantonen

Menschen flanieren bei guten Wetter um die Seepromenade in Zürich Bild: keystone

Polizei ahndet über 1500 Coronaverstösse – Umfrage zeigt Unterschiede zwischen Kantonen

Eine Umfrage zeigt grosse Unterschiede zwischen den Kantonen. Die Polizisten loben die Bevölkerung. Ein Tatbestand kommt erstaunlich wenig vor.

Pascal Ritter / ch media

Ausflugswetter, und mancherorts gar Fasnachtswetter herrschte in der Schweiz in den letzten Tagen. Die Leute tummelten sich draussen und hielten sich nicht immer an die Coronaregeln. Dies schlug sich auf die Anzahl verteilter Ordnungsbussen nieder. Eine Umfrage bei allen Kantonspolizeien und den Stadtpolizeien von Zürich und St. Gallen ergab eine Gesamtzahl von mehr als 1500 Bussen, die seit der Wiedereinführung der Coronaordnungsbussen am 1. Februar verteilt wurden.

Die tatsächliche Zahl dürfte noch um einiges höher sein, weil sämtliche Korps aus der Zentralschweiz und die Tessiner Polizei keine Daten lieferten. Aus dem Kanton Schwyz ist immerhin bekannt, dass alleine um die illegalen Fasnachtsaktivitäten rund um die Einsiedler Fasnacht rund 100 Bussen verteilt wurden.

Polizisten loben die Disziplin der Bevölkerung

Die Ordnungshüter ziehen insgesamt eine positive Bilanz. Auf die Frage, wie sie die Disziplin der Bevölkerung beurteilten, stellten die Korps gute bis sehr gute Zeugnisse aus. So heisst es etwa vonseiten der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden, dass die rund 30 ausgestellten Bussen die grosse Ausnahme darstellten. «Die Bevölkerung hält sich, nach unseren Feststellungen, sehr gut an die Covid-Massnahmen», sagt ein Sprecher.

Ähnlich tönt es aus Graubünden. Dort ist die Polizei mit Einheimischen und Touristen zufrieden: «Der disziplinierten Bevölkerung sowie den Gästen im Kanton Graubünden kann die Kantonspolizei ein gutes Zeugnis ausstellen», schreibt ein Sprecher. Kein Wunder: Seit dem 1. Februar wurden erst fünf Ordnungsbussen verteilt.

Nicht ganz so euphorisch fallen die Stellungnahmen aus Kantonen mit urbanen Ballungsgebieten aus. «Eine gewisse Ermüdung ist spürbar», sagt die Medienchefin der Stadtpolizei Zürich Judith Hödl. Man merke, dass vor allem die Jugendlichen den Drang nach draussen hätten und so komme es zum Teil auch zu Versammlungen mit mehr als fünf Personen.

Aus dem Kanton Bern heisst es, vereinzelt reagierten die Menschen «nicht mehr ganz so verständnisvoll» auf ermahnende Polizistinnen und Polizisten. «Das war letztes Jahr noch anders», sagt Sprecherin Isabelle Wüthrich. Auch in der Stadt St. Gallen ist «eine gewisse Coronamüdigkeit erkennbar». Mit der grossen Mehrheit der Bevölkerung ist man aber überall zufrieden.

Wichtig ist den Ordnungshütern, dass sie bei Verstössen nicht sofort eine Busse ausstellen. Zuerst werde der Dialog gesucht. Auffallend oft ergeht eine Busse wegen der «Teilnahme an einer unzulässigen Veranstal­tun­g», was mit 100 Franken zu Buche schlägt. Die Organisatoren einer solchen Veranstaltung müssen 200 Franken bezahlen.

Kaum Bussen für Verstösse gegen die Maskenpflicht

Bemerkenswert ist, dass es kaum Bussen absetzt für Verstösse gegen Maskenpflicht in Gebäuden an Bahnhöfen oder im Zug. In Basel-Stadt musste nur ein einziger Maskenverweigerer den Betrag von 100 Franken bezahlen. Im Kanton Fribourg fielen 6 von 58 Ordnungsbussen auf fehlende Masken. Der Kanton Thurgau hat im Vergleich zu anderen Kantonen relativ oft gebüsst. Von den 147 Ordnungsbussen betraf aber keine einzige eine Person, die sich nicht an die Maskenpflicht hielt. In St. Gallen waren es 9 von 67. In Graubünden hingegen entfielen alle fünf Bussen auf Maskensünder.

In diesen Zahlen nicht berücksichtig sind Corona-Verstösse, welche nicht per Ordnungsbusse abgegolten werden können. Wer zum Beispiel gegen angeordnete Isolations- und Quarantänemassnahmen verstösst, dem droht gemäss Epidemiengesetz eine Busse von bis zu 10 000 Franken. Ab Montag sind draussen wieder Treffen von bis zu 15 Personen erlaubt.

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