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Playoff-Abenteuer vorbei: Argovia Stars kassieren Klatsche gegen Wetzikon

Zum Schluss reichten die Kräfte nicht mehr: Die Argovia Stars müssen sich nach einer einseitigen Angelegenheit in Spiel 4 mit 1:6 geschlagen geben und scheiden aus den Playoffs aus.

Um die Belle zu erzwingen, hätten die Argovia Stars eine Sensation gebraucht. Mit den Ausfällen der beiden Topspieler und Routiniers Thomas Wälti und Pascal Wittwer startete das Team von Roger Gerber jedoch mit schlechten Vorzeichen in die Partie. Zudem machte sich in der Keba schon früh bemerkbar, dass die Wetziker mit dem Momentum im Rücken ihre individuelle Klasse noch ausgeprägter demonstrieren konnten.

Die Wetziker schenkten den Argovia Stars im ersten Drittel fünf Treffer ein.

Horrorstart für die Argovia Stars 

Kam dazu, dass die physische Überlegenheit der Gäste den Stars schon von Beginn weg das Leben schwer machte. Die Wetziker stürmten ab der ersten Minute auf den Kasten von Sandro Wehrli und nutzten den gewährten Platz der schläfrigen Argovia-Verteidigung prompt aus.

Nach zwei Minuten zappelte die Scheibe bereits zweimal im Netz. Diese kalte Dusche vermochten die Stars nicht wegzustecken, zumal ihnen auch im Abschluss kaum etwas gelingen wollte.

Auf der Gegenseite zeigten sich der EHC Wetzikon auch im Anschluss brutal effizient und verbuchte drei weitere Treffer im ersten Abschnitt. Unnötige Scheibenverluste und zu wenig Wasserverdrängung wurde den Stars dabei zum Verhängnis.

Den Argovia Stars wollte im ersten Abschnitt gar nichts gelingen.

«Haben kein Playoff-Hockey gezeigt»

Dass Roger Gerber auf der Goalie-Position nach 12 Minuten einen Wechsel vornahm, der frische Fabio Meier aber vier Minuten später ebenfalls hinter sich greifen musste, spricht Bände. Folglich verwaltete der EHC Wetzikon die komfortable Führung geschickt und hatte dabei die aggressiver auftretenden Stars im Griff.

Bei Spielmitte beerdigte dann Nino Marzan per Konter mit dem sechsten Treffer der Gäste sämtliche Hoffnungen des Heimteams. Zwar gelang Boris Neher zu Beginn des letzten Drittels noch der Ehrentreffer, doch bei den Gästen kam dadurch keine Nervosität mehr auf. Und so verabschiedeten sich die Stars vor einer würdigen Kulisse von 302 Zuschauern in der Keba immerhin mit einer positiven Bilanz im letzten Drittel.

Roger Gerber zeigt sich nach der Niederlage enttäuscht.

Trainer Roger Gerber nimmt nach dem Spiel kein Blatt vor den Mund: «Natürlich bin ich enttäuscht, auch wenn der Qualitätsunterschied deutlich bemerkbar war. Aber ich habe mir mehr erhofft, wir haben vor der Partie an diesen Sieg geglaubt, dann aber kein Playoff-Hockey gezeigt», sagt Gerber.

«Wollten das Märchen weiterschreiben»

Nun endet eine Reise, die für die Argovia Stars erfreulich begann. Dank einem 3:2-Auswärtssieg beim EHC Wetzikon im ersten Spiel durften die Gerbers Jungs für ein paar Stunden von der David-schlägt-Goliat-Geschichte träumen.

Beim folgenden Heimspiel behielten sie die Hoffnung an eine Fortsetzung des Märchens, dank einer spektakulären Aufholjagd in den letzten zwei Minuten, für kurze Zeit aufrecht. Doch die Hockey-Götter, sie waren schlussendlich dann doch nicht auf der Seite der Stars.

Der Ausfall von Pascal Wittwer war ein entscheidender Faktor in der Serie.

Wer weiss schon, was passiert wäre, hätte sich nach Wälti nicht auch noch Wittwer verletzt. Gut möglich, dass die Stars ihr Momentum in der Overtime besser ausgenutzt und die Serie damit in eine andere Richtung gelenkt hätten.

Doch Trainer Gerber will kein Trübsal blasen: «Klar, diese Overtime war der Knackpunkt. Wir wollten das Märchen weiterschreiben, aber am Ende fehlten halt doch die spielerischen Mittel dazu», sagt Gerber. Man dürfe nicht vergessen, dass Wetzikon das Team der Stunde sei, sein Team habe sich dafür über die gesamte Serie teuer verkauft.