Switzerland

Play-off-Final: Der EV Zug bezwingt Genf/Servette im dritten Finalspiel 5:1 – der Klub feiert den zweiten Meistertitel der Klubgeschichte

Der EV Zug gewinnt gegen Genf/Servette auch die dritte Partie der Finalserie. Damit sind die Zuger erstmals seit 1998 wieder Schweizer Meister.

Die Zuger jubeln nach dem ersten Treffer von Grégory Hofmann – der Stürmer ist am Freitagabend der Mann des Spiels.

Die Zuger jubeln nach dem ersten Treffer von Grégory Hofmann – der Stürmer ist am Freitagabend der Mann des Spiels.

Urs Flüeler / Keystone

23 Jahre nach dem ersten Meistertitel der Klubgeschichte ist der EV Zug wieder am Ziel. Die Zuger gewannen am Freitag auch den dritten Vergleich gegen Genf/Servette, die Finalserie war ein Abbild der gesamten Saison: Zug geriet nie in Verlegenheit, Servette gelangen in drei Spielen nur zwei Treffer, in Führung lagen die Genfer nie. Souveräner kann man einen Titel nicht gewinnen.

Es lag nervöse Energie in der Luft, in den Stunden vor dem Anpfiff in Zug. Die Stadt ist Finanzplatz, nicht Party-Hochburg, aber nach so vielen Monaten ohne Fest, pandemiebedingt, und dann auch noch an einem Freitagabend, versammelten sich die Menschen trotzdem in freudiger Erwartung draussen – beobachtet von der Polizei, die darauf bedacht war, dass die Dinge nicht ausufern. 2019 hatte Zug den Eishockey-Cup gewonnen, es gab eine Freinacht, aber als Nicht-Eingeweihter bekam man davon nichts mit, dafür fehlte dem Nischenprodukt Cup die Strahlkraft. Am Freitag erhielten die Zuger den Meisterpokal präsentiert, der Funktionär Willy Vögtlin trägt ihn vor jedem Spiel jeweils mit weissen Handschuhen behutsam aufs Eis. Und die Zuger liessen Vögtlin die heiss ersehnte Trophäe nicht noch einmal nach Genf fahren, für ein viertes Spiel. Der EVZ siegte 5:1.

Der EV Zug zum zweiten Mal Schweizer Meister

Der zweite Titel nach 23 Jahren des Wartens – der EVZ in Zahlen

Der EV Zug zum zweiten Mal Schweizer Meister - Der zweite Titel nach 23 Jahren des Wartens – der EVZ in Zahlen

Der Baumeister Tangnes

Der Baumeister des Titels ist der Trainer Dan Tangnes, der dieses Ensemble bei Laune hielt und es verstand, Reize zu setzen. Vor ein paar Tagen kritisierte der Norweger noch den neuen Modus, er monierte, dass die Pre-Play-offs die Bedeutung der Qualifikation abwerten würden. Doch der EVZ, das ist das Paradoxon, ist der grosse Profiteur dieser Modifikation. Einen einfacheren Weg zum Titel gab es noch nie: Im Viertelfinal bezwang Zug den SC Bern, den Neunten der Qualifikation. Im Halbfinal die Rapperswil-Jona Lakers, die Nummer 10. Und im Final setzte er sich gegen Genf/Servette durch, den Sechstplatzierten, der zudem mit einem Handicap antrat. Der Nummer-1-Goalie Gauthier Descloux fehlte die ganze Serie, während auf der anderen Seite der überragende Stoiker Leonardo Genoni Abend für Abend brillierte. Und der Trainer Patrick Émond nimmt seinen Nummer-1-Verteidiger Henrik Tömmernes ja schon unter normalen Umständen ungern vom Eis. Im Final spielte der brillante Schwede mit der Ausdauer eines Triathleten mehr als 27 Minuten pro Spiel – weil die personelle Not in der Abwehr so gross war, dass Émond am Freitag im dritten Verteidigerpaar Timothy Kast aufstellen musste. Kast, 32, ist ein Stürmer mit EVZ-Vergangenheit, er ist einer der wahrscheinlich unglücklichsten Transfers in der Ära des Sportchefs Reto Kläy; 2018 wurde sein Vertrag nach einer Saison mit Kostenfolge aufgelöst. Kast landete in Genf, wurde phasenweise aber in die Swiss League ausgeliehen. Dass er in einer so kapitalen Begegnung als Verteidiger aushelfen musste, sagt eigentlich alles aus über die qualitative Dysbalance zwischen den beiden Teams; wenn sie in Genf demnächst ein Lexikon bebildern müssen, kann man sein Konterfei als Illustration für den Begriff «Verlegenheitslösung» verwenden.

Hofmanns Abschiedsvorstellung

Die Zuger machten sich ihre Überlegenheit zunutze, sie konnten sich einmal mehr auf ihre Paradelinie mit Grégory Hofmann, Dario Simion und Jan Kovar verlassen. Der Tscheche Kovar war die überragende Figur dieser Meisterschaft, seine Vorlagen und Spielintelligenz sind von einer so gehobenen Qualität, dass der Dutzendstürmer Dario Simion neben ihm mit neun Treffern Play-off-Torschützenkönig wurde. Und der Nationalstürmer Hofmann stand ihm in nichts nach – er erzielte am Freitag zwei Tore, darunter das Goal zum entscheidenden 2:1. Für den Kunstschützen war es eine würdige Abschiedsvorstellung: Er wechselt im Sommer zu den Columbus Blue Jackets in die NHL. Für Hofmann mag der Freitagabend eine Zwischenetappe seiner exquisiten Karriere gewesen sein, für den EVZ dagegen war es nach 23 langen Jahren des Wartens ein frenetisch gefeierter Zieleinlauf.

Football news:

Italien spielt im Achtelfinale gegen die Ukraine oder Österreich
Italiens Mancini hat 30 Spiele in Folge ohne Niederlage. Das Team von Trainer Roberto Mancini hat die SiegesSerie Auf 30 Spiele verlängert. Es ist eine Wiederholung der besten Leistung in der Geschichte des Teams
Der 37-jährige Пандев Karriere in der Nationalmannschaft beendet Nord-Mazedonien nach der Euro 2020
Wissen Sie, warum auf den T-Shirts der türkischen Nationalmannschaft Namen stehen? Die Namen im Land erschienen später im Fußball-erst 1934-m
Der erste direkte rote Karte für die Euro 2020 gezeigt Defender Wales Ампаду nach einem Foul an Bernardeschi
UEFA für LGBT-Verband Neuer kann vom Deutschen Fußball-Bund bestraft werden
Griezmann über Benzema: Er hilft Frankreich sichtlich. Es gibt Momente-und das ist das Wichtigste: Frankreichs Stürmer Antoine Griezmann hat sich über seinen Angriffspartner Karim Benzema geäußert