Switzerland

Photoshop-Trickserei könnte in der Schweiz gemeldet werden – nur tut das niemand

Zeigt ein Ideal, das nicht erreichbar ist: Unterwäschewerbung von Sloggi. bild: keystone

Photoshop-Trickserei könnte in der Schweiz gemeldet werden – nur tut das niemand

In Frankreich müssen retuschierte Werbebilder seit 2017 als solche gekennzeichnet sein, in Norwegen hat das Parlament eine ähnliche Regelung gerade beschlossen. Auch in der Schweiz könnten Photoshoptricksereien gemeldet werden. Doch die Beschwerden bleiben bislang aus.

Warnetiketten auf gephotoshoppten Bildern: In Ländern wie Israel und Frankreich ist das bereits Realität, bald kommt auch Norwegen dazu. Im skandinavischen Land müssen gar Influencerinnen und Influencer bald retuschierte Werbebilder als solche kennzeichnen.

Bilder von perfekt gestählten Körpern oder porenfreier und glatter Haut können besonders bei Jugendlichen einen Einfluss auf das eigene Körperbild haben. In einer Befragung im Auftrag der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz bei 13- bis 16-Jährigen fand sich etwa die Hälfte der befragten Mädchen zu dick und 77 Prozent der befragten Jungen fanden sich zu wenig muskulös.

«Unrealistische Bilder und Videos aus den sozialen Medien können unter anderem der Grund für diese Unzufriedenheit sein», erklärt Chiara Testera, Leiterin Kantonale Aktionsprogramme, bei der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz.

Beschwerdemöglichkeit wäre da

Die Schweiz kennt zwar kein Gesetz wie in Frankreich oder Norwegen. Doch die Möglichkeit gegen stark bearbeitete Bilder vorzugehen gäbe es. Anfang 2019 führte die Schweizerische Lauterkeitskommission (SLK) bei den Bestimmungen für faire und lautere Werbung den folgenden Grundsatz ein:

«Es ist unlauter, in der kommerziellen Kommunikation computertechnisch bearbeitete Abbildungen von Körpern und Körperformen in täuschender Weise einzusetzen, um damit eine Wirkung oder ein Ergebnis auszuloben, die bzw. das nicht erzielbar ist.»

Model vor und nach Photoshop

Auf YouTube knapp eine halbe Million mal angesehen. Video: YouTube/Tim Piper

Obwohl der Grundsatz bereits seit zwei Jahren in Kraft ist, hat die SLK noch keine Beschwerden diesbezüglich erhalten. «Was wir regelmässig erhalten, sind Beanstandungen zu sexistischen oder übersexualisierten Werbeanzeigen», sagt Marc Schwenninger von der Stiftung der SLK. Dass zu den retuschierten Bildern noch keine Beschwerden gekommen seien, erklärt sich Schwenninger damit, dass diese Möglichkeit womöglich noch zu wenig bekannt sei.

Gesetz hätte es schwierig

Testera von der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz findet die Beschwerdemöglichkeit bei der Lauterkeitskommission eine gute Massnahme. Noch besser fände sie aber ein nationales Gesetz, das Hinweise bei retuschierten Bildern vorsieht. «Erfahrungsgemäss haben es solche Gesetze aber eher schwierig in der Schweiz», sagt sie und ergänzt: «Es ist zudem wissenschaftlich noch unklar, ob solche Warnetiketten wirklich etwas bringen.»

Komme hinzu, dass ein Gesetz alleine nicht das einzige Mittel sei, um auf unrealistische Körperbilder aufmerksam zu machen. «Wir müssen auch direkt mit den Jugendlichen in Kontakt treten. Beispielsweise in Schulen, wo wir ihre Medienkompetenz schulen und ihr kritisches Denken fördern», so Testera.

Die Sensibilisierung der Jugendlichen sowie deren Eltern und weiteren Bezugspersonen sei enorm wichtig. Denn die Flut an perfekt inszenierten Social-Media-Bildern kann dazu beitragen, dass ein negatives Körperbild entsteht. Dieses kann negative Einflüsse auf die Gesundheit und Psyche der Jugendlichen haben. «Wer sich in seinem Körper nicht mehr wohlfühlt, kann zum Beispiel ein gestörtes Essverhalten entwickeln.»

Roundtable für freiwilliges Engagement

Neben der Aufklärung in den Schulen strebt die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz künftig an, vermehrt auch das freiwillige Engagement von Betrieben und Fachverbänden in den Bereichen Medien und Mode zu fördern. Für kommenden Frühling ist ein Roundtable mit entsprechenden Playern aus diesen Branchen geplant. Ziel sei es, die grossen Player in der Modebranche zu motivieren, selbst gegen unrealistische Körperdarstellungen vorzugehen. «Zum Beispiel, indem man Mode für alle Körpergrössen- und -formen zeigt.»

DANKE FÜR DIE ♥

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren

(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

5 CHF

15 CHF

25 CHF

Anderer

So clever gehen die Menschen mit den Einschränkungen um

1 / 17

So clever gehen die Menschen mit den Einschränkungen um

Neuseeland sagt Insta-Fotos den Kampf an – und wirbt für Facettenreichtum

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Jetzt ist fertig mit der Photoshop-Trickserei bei Werbeanzeigen

Werbebilder mit Gesichtern und Körpern, die mit Photoshop zu stark bearbeitet wurden, können neu gemeldet werden. Die Lauterkeitskommission will damit vor allem Jugendliche schützen. 

Perfekt geformte Hintern, engelsgleiche Haut, glänzendes Haar: Viele Werbeanzeigen gaukeln eine Perfektion vor, die es im echten Leben nicht gibt. Das will die Schweizerische Lauterkeitskommission (SLK) ändern. 

Seit dem 1. Januar 2019 enthalten die Bestimmungen für faire und lautere Werbung den Grundsatz mit dem Titel «Täuschende Abbildungen von Körpern und Körperformen». Werbeanzeigen mit stark bearbeiteten Bildern, die ein Körperbild propagieren, das nicht erreichbar ist, sind …

Link zum Artikel

Football news:

FARE wird eine Konferenz gegen Antisemitismus im Fußball in Auschwitz veranstalten, unterstützt von Dortmund, Feyenoord und dem Anne-Frank-Museum
Semin in Rostow! Schönheit?
Van Gal zum 3.Mal führte die niederländische Nationalmannschaft
Arsenal bot Leicester den Austausch von Maddison gegen seinen Spieler mit einem Zuschlag an. Die Füchse wollen 60 Millionen Pfund, Arsenal hat Leicester das erste Transferangebot von Mittelfeldspieler James Maddison gemacht. Die Gunners boten den Füchsen einen Austausch mit einem Zuschlag an, behauptet der Fußball-Profi.London. Auch einen ähnlichen Deal will ein anderer ungenannter Klub aus London ausmachen. Der 24-jährige Engländer selbst ist an einem Wechsel zum FC Arsenal Interessiert. Ein Hindernis für den Transfer könnten die Anfragen von Leicester sein, der mehr als 60 Millionen Pfund für seinen Spieler will
La Liga hat für 2,7 Milliarden Euro einen 10-prozentigen Anteil am Geschäft an einen Investmentfonds verkauft. 90% der Summe gehen an die Klubs
Bayern München kann Zabitzer für 18 Millionen Euro plus Boni von RB Leipzig kaufen
Japan Airlines hat sich über das unzulässige Verhalten der australischen Fußball-und Rugby-Nationalmannschaften beklagt-7